/ Wort zum Tag

In Bedrängnissen bestens aufgehoben

Bibelvers

Das sagt der Erste und der Letzte, der tot war und ist lebendig geworden: Ich kenne deine Bedrängnis.

Offenbarung 2,8–9

Jede Firma zieht gelegentlich Bilanz. Spätestens am Jahresende steht die Inventur ins Haus: Bestände werden gezählt, Bögen ausgefüllt, Summen kalkuliert. Plus und Minus werden säuberlich aufgelistet. Dann ist man schlauer. Anhand nackter Zahlen lässt sich beurteilen, wie es um die Firma steht. Nun können Inhaber und Geschäftsführer gezielt nachdenken, wie es weitergehen soll.

Was für eine Firma hilfreich ist, tut auch einer christlichen Gemeinde gut. In unserem Bibelwort ist es Jesus selber, der die Bilanz zieht. Keiner kann das besser als er, „der Erste und der Letzte, der tot war und ist lebendig geworden“. Jesus hat den totalen Überblick. Weil er den Tod durchstanden hat und in Gottes Ewigkeit lebt, ist er wirklich zuständig. Als „Erster und Letzter“ nimmt er nicht nur das äußere Erscheinungsbild der Gemeinde wahr, sondern er schaut auch hinter die Kulissen.

Ihm geht es um die Gemeinde in Smyrna, heute Izmir, eine Hafenstadt an der Westküste der Türkei. Damals eine höchst lebendige, pulsierende Metropole mit allem Drum und Dran, was zu einer größeren Stadt gehört.

Mittendrin eine kleine christliche Gemeinde. Wir wissen nur wenig über sie. Auf jeden Fall wird die Gemeinde von den Christengegnern hart bedrängt. Angst geht um. Christsein ist lebensgefährlich geworden. Kaiser Domitian in Rom will als Gott angebetet werden. Er platzt bald vor Größenwahn. Überall im römischen Reich werden Kaiserstatuen errichtet. Jeder hat davor niederzuknien und Weihrauch als Opfer hinzustreuen.

Doch da machen die Christen nicht mit. Deshalb werden sie bedrängt und verfolgt. Wer ihre Gottesdienste besucht, muss mit dem Schlimmsten rechnen. Wie gut, dass Jesus Bescheid weiß: „Ich kenne deine Bedrängnis“.

So ähnlich ergeht’s heute in der weiten Welt vielen, die sich zur christlichen Gemeinde halten. Ob im kommunistischen Machtbereich oder in islamischen Ländern – unzählige Christen werden bedrängt und verfolgt. Viele müssen um ihr Leben fürchten. Der sogenannte „Arabische Frühling“ ist längst zu einer Eiszeit für Christen geworden. Da wird es zu einem großen Trost, wenn unsere Schwestern und Brüder sich Jesus vor Augen halten: „Ich kenne deine Bedrängnis. Ich weiß um eure Lage. Ihr seid in allem Schweren nicht allein“.

Wer in der DDR gelebt und sich als Christ bekannt hat, kennt ähnliche Zeiten. Wie gut, dass die hinter uns liegen! Heute leben wir in einem freien Land. Dennoch gibt’s „Bedrängnis“. Sie kann viele Gesichter haben. Ich erinnere mich, wie in meiner früheren Gemeinde eine Frau zu mir sagte: „Mein Mann lässt mich nicht in den Hauskreis gehen“. Als hätten wir noch die Sklaverei! Andere werden wegen ihres Glaubens an Jesus Christus verspottet, nicht für voll genommen. Das geht zwar nicht ans Leben, aber es tut weh. „Bedrängnis“ im Kleinformat der Schule, der Nachbarschaft oder am Arbeitsplatz.

Und wenn wir feststellen müssen, dass bewusste Christen in unserem Land mehr und mehr zum Außenseiter werden, nicht nur zahlenmäßig, sondern auch in den inhaltlichen Positionen, die wir vertreten, dann schmerzt das. Was uns heilig ist, wird vielerorts verlacht und als  Schnee von gestern abgetan.

Wie gut zu wissen: Der Herr, dem wir uns verschrieben haben, kennt unsere Bedrängnis und hilft uns darin auszuhalten. Und nicht nur das: Er ist der „Erste und der Letze“. Er umgreift unsere Welt von A-Z und spricht über sie das letzte Wort. Er hat das Zepter in der Hand, auch wenn es derzeit nicht danach aussehen mag. Jesus hat alles im Griff.

Wie gut, dass er Bilanz zieht: Er nimmt deutlich wahr, was uns bedrängt – persönlich, aber auch als Gemeinden und Kirchen. Jesus übersieht unsere Lage besser als wir das vermögen. Bei ihm sind wir auch in Bedrängnissen bestens aufgehoben. Jesus wird uns nie überfordern, nie mehr von uns verlangen als wir wirklich leisten können. Grund zum Freuen und Danken an jedem Tag!

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