/ Wort zum Tag

Ein starkes Wort für Hoffnungsmüde

Bibelvers

Auch künftig bin ich derselbe, und niemand ist da, der aus meiner Hand erretten kann. Ich wirke; wer will’s wenden?

Jesaja 43,13

 „Wo ist nun Gott?“ – So fragten die Gefangenen Israeliten im sogenannten babylonischen Exil. Es war eine schwere Zeit. Einen Krieg hatten sie verloren, die Häuser waren zerstört, der Tempel lag in Trümmern. Und noch mehr: Die Heimat mussten sie verlassen. Ins Zweistromland nach Babylon wurden sie verschleppt. Nun leben sie in der Fremde, dienen fremden Herren, essen fremdes Brot. Und sie sehen die Statuen fremder Götter. Und Gott? Ist Gott mit ins Exil gekommen?, so fragen sie. Oder ist er in Jerusalem geblieben? Ist er ein Gott nur im Tempel? Oder geht er mit auch in schwere Zeiten?

Wo ist nun Gott? – so fragen sie heute. Damals bei der Jugendfreizeit, abends am Feuer – da war Gott ganz nah. Gute Stimmung, Vertrauenslieder, starker Glaube, frohe Gemeinschaft. Aber dann kam der Alltag. Der Stress im Beruf. Oft keine Zeit zum Beten. Die Jahre vergehen. Mit dem Alter kommen Krankheiten und Sorgen. Und Gott? Ist Gott in der Jugendzeit geblieben? Oder ist er ins Alter mitgekommen? Ist er ein Gott nur für den Kinderglauben? Oder geht er auch mit ins Erwachsen-enalter mit seinen nüchtern-skeptischen Fragen? Geht er mit ins höhere Alter, wenn die Kräfte nachlassen? Vielleicht sind das Fragen, die Sie in ihrem Leben kennen; und dann spüren Sie: solche Fragen sind ja keine intellektuellen Gedankenspiele über Gott und Welt, sondern solche Fragen reichen tief. Sie berühren die Wurzeln unseres Lebens, suchen nach dem, was wir hoffen und glauben können. So wie bei den Israeliten etwa 550 Jahre vor Christus im babylonischen Exil. Wo ist nun Gott?

Damals sandte Gott einen Propheten. Mitten hinein in die dunkle Zeit ließ Gott sein Wort ausrichten. In Jesaja 43 lesen wir: so spricht Gott:

Auch künftig bin ich derselbe, und niemand ist da, der aus meiner Hand retten kann. Ich wirke; wer will‘s wenden? Jesaja 43,13

Ein starkes Wort für Hoffnungsmüde: „Ich wirke“. Eine souveräne Ansage gegen zweifelnde Glaubensabsage: „Auch künftig bin ich derselbe!“ Gott ist nicht im Tempel in Jerusalem geblieben; er meldet sich zu Wort. „Ich wirke“ – auch in eurer Gefangenschaft.“ Ich wirke“ – auch in allem, was euch gefangen nehmen will an Sorgen, Zweifeln oder Glaubensmüdigkeit. Was damals die Israeliten im babylonischen Exil hörten, wurde vielen Generationen ein Wort durch die Zeiten. Gott bleibt derselbe, auch wenn sich unsere Zeiten ändern. Das gilt im persönlichen Leben. Gott ist derselbe – ob im frohen Kinderglauben oder im Vertrauen als Erwachsene, ob am Lagerfeuer des Jugendcamps oder am Krankenbett des Pflegeheims: Gott ist derselbe. Er kann wirken. Darauf können wir vertrauen. 

Und wir können das Bibelwort aus dem Jesajabuch auch in einem weiteren Sinn verstehen. Manchmal kommen wir ja in Gefahr, wehmütig zu denken: Damals – ja, da war vieles besser. Da waren die Kirchen voller, da wussten die Leute, was in der Bibel steht, da war der Sonntag irgendwie heiliger. Und heute? Verschwindet der Glaube? Liegt das Christliche des Abendlandes bald in Trümmern wie damals der Tempel? Oder ist Gott mitgekommen ins 21. Jahrhundert? Was der Prophet in Babylon in Gottes Namen zu sagen hat, macht Mut und befreit. Es befreit von lähmender Hoffnungsmüdigkeit, und es macht Mut, heute zu vertrauen. Christus hat uns versprochen, alle Tage bei uns zu sein. Das zu glauben muss jede Generation neu lernen. Unser Leben ändert sich, unsere Welt auch. Aber Gott bleibt.

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