/ Wort zum Tag

In Kontakt mit dem liebenden Vater

Albrecht Kaul über 1. Mose 18,27

Bibelvers

Ich habe es gewagt, zu meinem Herrn zu reden, obwohl ich Staub und Asche bin.

1. Mose 18,27

Zur Weltausstellung EXPO 2000 in Hannover hatte auch das noch sehr verschlossene Königreich Bhutan einen Pavillon. Er war gestaltet mit Bildern der sagenhaften Bergwelt des Landes und nachgebauten Tempelanlagen. Verschiedene buddhistische Gottheiten wurden vorgestellt. Ich erinnere mich an einen kleinen Altar eines grausig dreinblickenden Buddhas und da stand: „Diese Gottheit sollte man nur in besonderen Notfällen anbeten, da man sonst ihren Zorn erregt.“

Wie anders ist da unser lebendiger Gott! Er freut sich, wenn wir ihn um Hilfe bitten, ihm unseren Dank bringen oder für andere Menschen etwas erbitten. Ihm ist keins unserer Anliegen lästig. Abraham traut sich sogar mit Gott im Gebet zu handeln. Er möchte ein Strafgericht abwenden, damit sein Neffe und dessen Familie nicht durch eine Katastrophe in Sodom umkommen. Seine Bitte untermauert er mit dem Satz: „Ich habe es gewagt, zu meinem Herrn zu reden, obwohl ich Staub und Asche bin.“ Also auch Abraham hat Ehrfurcht vor dem Schöpfer der Welt. Ihm ist der riesige Unterschied zwischen ihm, dem unbedeutenden Menschen und dem Herrscher aller Welt sehr klar. Abraham kommt  sich vor wie ein winziges Staubpartikel gegenüber einem gewaltigen Felsmassiv.  Trotzdem wagt er es, Gott bei seiner Liebe zu den Menschen zu packen. Das ist es, was im Grunde beim Gebet passiert. Ich, der winzige unbedeutende Mensch unter Milliarden von Menschen, habe Audienz bei dem Herrscher über die Weltgeschichte, über allen Naturgewalten und dem unendlich erscheinenden Kosmos. Und ich darf ihm mit meinen großen und kleinen Problemen kommen, darf ihm meine täglichen Sorgen bringen und ihn um Dinge bitten, die andere Menschen – und buddhistische Götzen – nur nerven würden. Doch Abrahams Aussage erinnert uns auch, dass Gott eben nicht der Kumpel vom Biertisch oder gar Vollstreckungsgehilfe unserer Wünsche ist, sondern er ist der souveräne Herr über alle Dinge, über Leben und Tod, über Katastrophen und Wunder – unvorstellbar höher und mächtiger. Umso erstaunlicher ist, dass wir mit ihm reden dürfen.

Das Gebet – also unser Umgang mit Gott – wird in der Bibel vielfältig thematisiert. Es geht dabei nicht nur darum, dass wir das bekommen, was wir uns an Sicherheiten, Trost und Hoffnung nicht selbst geben können. Gebet ist die Begegnung mit dem liebenden Vater. So hat uns das Jesus beigebracht. Und von daher ist es gut, wenn unser Gespräch mit dem Vater – oder mit Jesus – den Dank nicht vergisst. Wenn uns klar wird, wie groß das Vorrecht ist, mit Gott zu sprechen, wird uns der Dank wie von selbst aus dem Herzen und von den Lippen kommen.


Ihr Kommentar

Die E-Mail wird nicht veröffentlicht.
Alle Kommentare werden redaktionell geprüft. Wir behalten uns das Kürzen von Kommentaren vor. Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht.

Cookies helfen uns, Ihr Benutzererlebnis zu verbessern. Wenn Sie die Website weiter nutzen, stimmen Sie unseren Datenschutz und Cookie Richtlinien sowie der Speicherung von Daten im Rahmen des EU-US Privacy Shield zu. Mehr erfahren