/ Wort zum Tag

Das Böse überwinden

Bibelvers

Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.

Römer 12,21

Tag für Tag hören wir vom Bösen in der Welt. Wir erfahren es auch selbst in unserem Leben. Wie gehen wir damit um? Politik, wenn sie sich von Gott leiten ließe, könnte Böses eindämmen. Aber wirklich fertig werden, wird sie damit nie. Für persönliche Erfahrungen mit dem Bösen hat Paulus in Römer 12,21 eine herausfordernde Anweisung: Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. Statt ‚überwinden‘ kann man auch ‚siegen‘ übersetzen. Das zeigt deutlich: Hier geht es um einen Kampf. Das Böse attackiert uns. Wird es uns zur bösen Reaktion verleiten? Oder siegen wir, indem wir unbeirrt beim Guten bleiben?

Dazu ein eindrucksvolles Beispiel: Der Evangelist Erino Dapozzo war längere Zeit im KZ. Er litt furchtbar unter Hunger und Krankheit. An Weihnachten 1943 ließ ihn der Kommandant des KZs zu sich rufen. Dapozzo musste hungernd zusehen, wie der KZ-Leiter üppig speiste und noch die Kuchen aß, die Dapozzos Frau ihrem Mann geschickt hatte. Hass war die naheliegende Antwort. Dapozzo betete gegen den Hass an. Er bat um Liebe und konnte so den Hass überwinden.

Nach dem Krieg fand er den Kommandanten nach langem Suchen. Dapozzo berichtet: Ich sagte zu ihm: „‚Ich bin Nummer 17531. Erinnern Sie sich an Weihnachten 1943?' Da bekam er plötzlich Angst. ‚Sie sind gekommen, um sich an mir zu rächen?' Ja, bestätigte ich und öffnete ein großes Paket. Ein herrlicher Kuchen kam zum Vorschein. Ich bat seine Frau, Kaffee zu kochen. Dann aßen wir schweigend den Kuchen und tranken Kaffee. Der Kommandant begann zu weinen und mich um Verzeihung zu bitten. Ich erzählte ihm, dass ich ihm um Christi willen vergeben hätte.“ (nach Axel Kühner, Überlebensgeschichten)

Was heißt das für mich? Statt über das Böse nachzusinnen, soll ich alle Gedanken darauf richten, was ich dem Übeltäter Gutes tun kann. Feurige Kohlen sammelt man nach der Bibel so auf sein Haupt. Die Wirkung habe aber nicht ich in der Hand, sondern Gott. Nur ihm bin ich mit meinem Handeln verantwortlich. Er will, dass ich mich auf keinen Fall verleiten lassen, Böses zu tun.

Komme ich dann nicht zu kurz? Das Bild vom römischen Brunnen mit seinen überfließenden Schalen kann helfen. Die oberste Schale wird gefüllt, wenn ich mich an Gott mit meinen Bedürfnissen wende, ihm meinen Mangel klage. Er gibt das Leben und das im Überfluss. Danach kann es überfließen. In Lk6,38 sagt Jesus: Gebt, und es wird euch gegeben werden: ein gutes, gedrücktes und gerütteltes und überlaufendes Maß wird man in euren Schoß geben. Diese Fülle wird mit vier Adjektiven beschrieben. So kann das Leben von Christen aussehen. Wir müssen es nicht aus uns herauspressen. Wir können aus Gotte Fülle Gnade und überfließendes Leben empfangen. Nur so wird es möglich, das Böse zu überwinden.

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