/ Wort zum Tag

„Yes, HE can!“

Werner Karch über Jesaja 33,2

Bibelvers

HERR, sei unser Arm alle Morgen, ja unser Heil zur Zeit der Trübsal!

Jesaja 33,2

„Yes, we can!“ - „Ja, wir schaffen das!“ Das war das Motto von Barak Obama in seinem Wahlkampf vor etlichen Jahren in Amerika. Es war ein Appell an das Volk, der Mut und Zuversicht verbreiten sollte. Amerika wird, gemeinsam mit seinem neuen Präsidenten, die Probleme, Erneuerungen und Veränderungen angehen. Die Zukunft gehört uns! Auch die deutsche Bundeskanzlerin, Angela Merkel, wollte 2015 dem Volk, angesichts der Flut von Flüchtlingen und den damit verbundenen Problemen Mut machen: „Wir schaffen das!“ Wieder ein Appell an die eigene Kraft und Kompetenz dieses Mal des deutschen Volkes. Aber: Gut gemeinte Appelle verlieren, aufgrund der täglichen Probleme des Alltags, schnell ihre Kraft. Entmutigung und Schwierigkeiten, unvorhergesehene Hindernisse, lassen diese Zusprüche leicht zu zynischer Rhetorik werden. Die Kraft geht verloren, die man eigentlich zur Bewältigung der Probleme benötigt. Oft wird dann nach einfachen, manchmal auch radikalen Lösungen gesucht, um das Problem endlich vom Tisch zu bekommen.

Der helfende Arm Gottes war für die Israeliten zur Zeit des Alten Testaments immer wieder Trost und Hoffnung. „Wir schaffen das nicht, aber Gott hat wohl mehr Möglichkeiten und größere Kompetenz als wir“. Das war oft die Meinung der führenden Persönlichkeiten der damaligen Zeit. „Wir schaffen das nicht“ war ein Offenbarungseid der eigenen Kraft und Fähigkeiten. Aber gleichzeitig war es der entscheidende Punkt für das Eingreifen Gottes. „Yes, he can“, „Ja, Gott kann“ - hätte man damals gesagt.

Wie sieht das bei mir aus? Es ist leicht über größere Zusammenhänge zu reden, aber vor der eigenen Tür mal nachschauen? Ich fürchte und hasse das: Mein Ziel nicht zu erreichen. Fehler zu machen. Die Sache nicht mehr im Griff zu haben. Trotz meinem Ehrgeiz, meiner Anstrengung und meinen Fähigkeiten gelingt es mir nicht, mit der Herausforderung fertig zu werden. Versagen hat viele Gesichter. Von wegen: dem Tüchtigen ist alles möglich! Wie gut wäre es, wenn ich wüsste, einer hilft mir dabei, lässt mich nicht hängen. Gibt es den helfenden Arm Gottes heute noch, die rettende Hand, oder war das nur früher? Gott hat ein Herz, so unglaublich es klingt, für die vielen Versager, die Zurückgebliebenen, die Loser und die begrenzten Menschen. Warum sollte er sonst ein so großzügiges Angebot machen? Außerdem verfügt er tatsächlich über Möglichkeiten, die für mich unerreichbar sind. Ich neige dazu, wenn es wirklich nicht mehr geht, dieses Angebot anzunehmen – mit Vorsicht, man weiß ja nie, was daraus folgt. Aber mal ehrlich: Habe ich letztendlich eine andere Alternative?

Auf Menschen zu hoffen, die doch auch nur begrenzt sind wie ich und mit sich selbst genug zu tun haben? Wohl kaum. Er bietet mir seine Kraft, seine Kompetenz und seine Möglichkeiten an: „Ich kann mehr als alles, um was ihr bittet und mehr als ihr versteht!“ Traue ich mich, diese Angebot anzunehmen, oder drehe ich selbst weiter meine sinnlosen Runden im Hamsterrad? Woher nehme ich Hoffnung und Kraft, wenn ich selbst nichts mehr davon habe? Wie im Jesajabuch beschrieben als Bitte an den Herrn, den Gott Israels: HERR, sei unser Arm alle Morgen, ja unser Heil zur Zeit der Trübsal! (Jesaja 33,2)

Lasse ich mich darauf ein, um zu sehen, ob dieses Angebot wirklich stimmt? Nur wenn ich mich darauf einlasse, werde ich erfahren, ob es wirklich funktioniert. Wenn es stimmt ist es eine Wahrheit, die größer ist als mein oft schwankendes Vertrauen auf mich selbst. Wenn es stimmt, muss es wirklich einen Gott im Himmel geben. Er scheint mich zu kennen und es gut mit mir zu meinen, warum sonst dieses Angebot? Die Frage ist: Will ich ihm meine Probleme anvertrauen?


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