/ Wort zum Tag

Ein Vademecum für schwere Tage

Bibelvers

Mein Gott, betrübt ist meine Seele in mir, darum gedenke ich an dich.

Psalm 42,7

Die Psalmen 42 und  43 bilden gemeinsam ein sehr persönliches Gebet. Dennoch wird es gleich in der 1. Zeile „eine Unterweisung“ genannt, also eigentlich nichts so Persönliches, sondern für andere bestimmt. Da hat jemand versucht, den Menschen etwas mitzugeben für schlechte oder schwierige Zeiten. Eine Art Vademecum für schwere Tage. Für Zeiten des Alters, dann, wenn es mir nicht mehr so gut geht und die Kräfte nachlassen; wenn sich auch Krankheiten und Altersgebrechen einstellen. Für Probleme, wenn das, was gerade noch selbstverständlich war, sich auflöst und das Chaos sich breit macht.  Es gibt so viele Probleme.

Der Gedanke hinter dem Wort Unterweisung ist der, dass es hilft, dann ein Mittel dabei zu haben, das sich bei anderen längst bewährt hat – nämlich das Gebet als ganz bewusste Hinwendung zu Gott. Das Gebet verliert nicht dadurch seine Kraft, dass andere auch so beten. Im Gegenteil. Es stellt sich heraus: Anderen geht es ähnlich. Und was ihnen geholfen hat, das kann auch mir helfen.

Lassen Sie uns zuerst mal schauen, wie es dem Menschen geht, der hier das Wort ergreift?
Er ist betrübt, also traurig. Aber nicht nur das: 
Er ist unruhig, unzufrieden. Er hat eine Sehnsucht nach der Begegnung mit Gott – wahrscheinlich im Tempel.
Er fühlt sich einsam. Schlimmer noch, er hat das Gefühl, dass Gott gegen ihn steht.
Ps 42,8b: „Alle deine Wasserwogen und Wellen gehen über mich.“ Nicht nur, dass Gott abwesend wäre. Mehr noch, Gott selbst scheint gegen den Beter zu stehen. Es sind Gottes Fluten, die den Beter umzubringen drohen. Wenn Sie mal in einen solchen Strudel geraten sind, dann wissen Sie, wie sich Todesangst breit macht. Und hier verbunden mit dem Gefühl. Da steht Gott dahinter. Er ist der Urheber auch dieser Bedrohung.

Das sind Fragen, die nagen. Denn sie haben einen Nährboden im eigenen Herzen. Wo ist Gott jetzt in meinem Leben?

Vielleicht haben Sie diese Frage auch schon mal gestellt. Weil Sie auch schon mal an diesem Punkt waren. Keine Lust mehr. Voller Resignation. Und dann noch die zermürbenden Debatten mit Menschen, die Gott ablehnen oder seine Existenz leugnen.

Aber – der Beter gibt nicht auf. Dazu ermutigt ihn der Psalm als Anleitung zum Beten und als Blickrichtung zum Denken. Lass dich nicht irritieren. Denke noch mal nach. Denke an die Erfahrungen der Güte Gottes in deinem Leben.

Wenn ein Mensch alt geworden ist, dann kann er doch auch von Erfahrungen der Güte Gottes berichten. Dann weiß er doch, dass er sich nicht allein soweit durchgeschlagen hat. Die Jungen, die 20- oder 30 – jährigen, die mögen noch glauben, es wäre ihre eigene Stärke, die sie voranbringt. Die 50- oder 60- oder 70- jährigen, die glauben das in der Regel nicht mehr. Sie wissen es besser. Wissen Sie nicht auch, wie zerbrechlich unser Leben ist und wie wenig selbstverständlich es ist, dass wir noch leben? Erfahrungen der Güte Gottes in Ihrem und meinem Leben.

Wer das einmal erkannt hat, der wird das Vademecum der Bibel nutzen und sich gerade in Zeiten, in denen er betrübt und traurig ist, an Gott wenden. Bei ihm ist Hilfe.

Deshalb heißt es im Psalm 42:

Mein Gott, betrübt ist meine Seele in mir, darum gedenke ich an dich.“  (Psalm 42,7)

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