/ Wort zum Tag

Himmlische Standortbestimmung

Bibelvers

Was können die Weisen Weises lehren, wenn sie des HERRN Wort verwerfen?

Jeremia 8,9

Stellen Sie sich vor: Sie wollen Urlaub in einer Ihnen völlig unbekannten Gegend machen. Die Anreise hat bislang problemlos geklappt. Doch jetzt haben Sie sich hoffnungslos verfahren. Sie wissen nicht mehr, wo sie sind. Ich habe da eine sehr unbewohnte Gegend irgendwo in Mecklenburg/Vorpommern vor Augen: Schlechte Straßen, wenig besiedelt und wenn, dann nur von ziemlich kleinen Siedlungen. Kein Ortsname sagt mir etwas und die Hinweisschilder helfen auch nicht weiter, weil dort auch nur Orte stehen, mit denen ich überhaupt nichts verbinde.

Was machen Sie, um aus der verfahrenen Situation zu kommen? Zuerst einmal muss der eigene Standort bestimmt werden. Das geht mit einer herkömmlichen Straßenkarte ebenso wie mit einem Navigationsgerät. Während ich auf der Straßenkarte meinen Ort selbst suchen muss, zeigt mir das Navi dank Satellitenortung, wo ich mich gerade befinde.

Ich nutze in der Regel ein Navi. Ob Sie es mit Karte oder Navi herausbekommen, ist egal, aber wichtig. Denn ohne den eigenen Standort zu kennen, wird es schwierig bis unmöglich, die richtige Richtung zu finden.

Es gibt noch eine dritte Möglichkeit: Haben Sie schon mal versucht, Menschen nach dem richtigen Weg zu fragen? Das kann hilfreich sein - oder aber auch nicht. Manchmal kann man da richtig in die Irre geschickt werden! Ich erinnere mich an einige unfreiwillige Stadtrundfahrten, wo Passanten meinten, es genau zu wissen.

Das ist einer der Gründe, warum ich lieber mein Navi dabei habe. Leider gibt es ein so geniales Teil noch nicht für den Weg durch das Leben. Ich fände das klasse: Morgens das „Lebensnavi" angemacht, kurze Ortung und dann die Erkenntnis: „Hier bin ich jetzt. Ok, ich bin doch etwas zu weit vom Weg zum Leben abgekommen, muss mal eben die Richtung korrigieren!“

Eine Ortungsmöglichkeit für meinen Lebensweg gibt es schon - sie besteht aus dem Worten der Bibel. Sie ist mein Navi durchs Leben. Manchmal komme ich damit nur mühsam weiter. Dann ist es gut, geistliche Berater zu haben, die mir bei der Standortbestimmung und Neuausrichtung helfen können. Das Risiko dabei ist, dass ich nicht weiß, ob diese Berater den Weg wirklich kennen. Wenn sie nur so tun als ob, können sie zwar richtig überzeugend sein - doch die Zeche habe ich zu zahlen.

Ganz übel erlebte dies das Volk Israel zur Zeit Jeremias. Da gab es viele solcher geistlichen Führer, die das Volk in die Irre führten. Sie kannten zwar die damalige Bibel, aber sie glaubten ihr nicht mehr unvoreingenommen. Sie hatten ihre eigene Lehre entwickelt. Diese Lehre führte das Volk über viele schöne Straßen, lullte es ein in gute Gefühle und versprach die schönste Zukunft. Zu spät kam das böse Erwachen.

Jeremia hatte den Auftrag bekommen, so etwas wie ein richtiger Navigator zu sein. Er sprach Klartext und verschönte die Lage nicht. Verzweifelt warnte er sein Volk, dass es nicht auf die hören solle, die sich als weise ausgaben, obwohl sie längst die Verbindung zu Gott verloren hatten: „Was können die Weisen Weises lehren, wenn sie des HERRN Wort verwerfen?“

Diese Frage Jeremias war ein Versuch, das Volk zu einer himmlischen Standortbestimmung zu bringen, einem Ehrlich-Werden, wie es wirklich um sie aussah. Jeremias Bemühungen blieben sein Leben lang vergeblich. Am Ende verlor Israel sein Land, seine Heimat.

Wie froh bin ich, wenn mir mein Navi zeigt, in welchem Dilemma ich festsitze. Wie dankbar sage ich: Hurra, jetzt finde ich den Weg da heraus!

Ich glaube, dass unsere Christenheit genau das heute so nötig hat wie Israel damals: Eine ehrliche Standortbestimmung aus der Perspektive der Bibel und eine ehrliche Skepsis gegenüber allen, die nur davon reden, dass alles schön und gut ist und gut werden wird.

Darum: Lieber ein dankbares Erschrecken heute, wo ich noch meinen Weg korrigieren kann, als ein böses Erwachen morgen!

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