/ Wort zum Tag

Erst hören – dann tun

Bibelvers

Lydia, eine Purpurhändlerin aus der Stadt Thyatira, hörte zu; der tat der Herr das Herz auf, sodass sie darauf Acht hatte, was von Paulus geredet wurde.

Apostelgeschichte 16,14

Lydia, eine Purpurhändlerin aus der Stadt Thyatira, hörte zu; der tat der Herr das Herz auf, sodass sie darauf Acht hatte, was von Paulus geredet wurde.
Apostelgeschichte 16,14

Lydia hört zu! Na, das ist ja mal ganz was Neues. Frauen hören zu. Wird denen nicht gerne nachgesagt, dass sie lieber reden statt zuhören? Hier haben wir ein schönes Beispiel dafür, was geschieht, wenn Frauen (und wahrscheinlich auch Männer) zuhören. Lydias Aufmerksamkeit ist offensichtlich so wichtig, dass sie besonders erwähnt wird. Zuhören, das Ohr und Herz aufmachen, damit reinfällt, was gesagt wird. Zuhören, und das sogar dem Ausländer Paulus, der aus Kleinasien nach Griechenland geschippert ist.

Wahrscheinlich hat Gott die Lydia sogar schon vorbereitet, so beherzt, wie sie den Paulus aufnimmt. Vielleicht hat sie schon eine Ahnung, dass da was – oder jemand – auf sie zukommt. Sie ist schließlich eine Geschäftsfrau, die mitten im Leben steht. Hat bestimmt häufiger mit fremden Menschen zu tun. „Global Player“ würden wir vielleicht heute sagen. Eine Geschäftsfrau, die sich am internationalen Markt auskennt. Und zu so einer Frau schickt Gott den Paulus, mitten in eine Gebetsversammlung hinein. Wir lesen nichts davon, dass Lydia Geschäftsinteressen wittert. Oder, dass sie sogar ein neues Geschäft auf einem fremden Kontinent eröffnen will. Nein, sie hört Paulus einfach zu. Und der ist nicht wegen Farben und Stoffen zu Lydia gekommen. Nein, er hat nur eins im Sinn: er will die gute Nachricht von Jesus nach Europa bringen. Und Lydia ist dafür eine erste gute Adresse.

Als kurz nach der Wende ein Ehepaar nach Wittenberg kommt, um ein christliches Gesprächsforum in unserer Stadt zu installieren, da suchen sie auch eine anerkannte Adresse. In diesem Fall war es die meines Vaters, der als Zahnarzt einen guten Ruf besitzt. Er öffnet dieser Idee sein Herz und seine Tür. Damit ermöglicht er, dass sich anschließend manches in Gang setzt. Unter anderem das Frühstückstreffen für Frauen, dass einige Zeit später in Wittenberg Einzug hält. Offenbar ist das ein bewährtes Rezept: Zuerst Menschen finden, die sich begeistern lassen und danach diese Begeisterung teilen. So, wie bei Lydia eben.

Sie hört nicht nur zu, sondern sie lässt sich selbst begeistern. Vielleicht hat sie sich erst alles angehört und dann mit ihren Freundinnen im Gebetskreis besprochen. Oder mit dem Rabbi ihrer jüdischen Gemeinde, der sie sich angeschlossen hatte. Vielleicht hat das alles auch ein paar Tage gedauert. Auf jeden Fall fällt die gute Nachricht von Jesus auf fruchtbaren Boden. Dann macht Lydia ernst mit dem Glauben an Jesus. Sie lässt sich taufen und öffnet ihr Haus. Glaube beginnt bei ihr mit Konsequenzen. Und die bleiben nicht ohne Wirkung. Danach geht es jedenfalls richtig los in Griechenland. Die gute Nachricht von Jesus wird von vielen Menschen gehört und von ihnen aufgenommen – bis heute.

Für mich ist der Bericht von Lydia eine Mut-mach-Geschichte. Gott nimmt uns mit auf den Weg, den er mit seinen Menschen vorhat. Was ich mir nicht vorstellen kann, hat er längst im Blick. Was ich nicht organisieren kann, hat er längst minutengenau arrangiert. Er schenkt die richtige Begegnung zur richtigen Zeit und öffnet die richtigen Türen.

Vielleicht gibt’s dafür aber gute Voraussetzungen: Lydia ist offen für Gottes Wirken. Sie betet und hört zu, lässt sich begeistern und zieht Konsequenzen. Und dann schenkt Gott das, was wir als Segen bezeichnen.

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