/ Wort zum Tag

Nicht am Ziel vorbeitreiben

Bibelvers

Darum sollen wir desto mehr achten auf das Wort, das wir hören, damit wir nicht am Ziel vorbeitreiben.

Hebräer 2,1

Ein Wort aus dem Hebräerbrief begegnet uns heute: Hebr 2,1: „Darum sollen wir umso mehr achten auf das Wort, das wir hören, damit wir nicht am Ziel vorbeitreiben.“

‚Am Ziel vorbeitreiben‘ – ich höre sofort heraus: das ist ein Bild aus der Seefahrt. Und tatsächlich, die beiden griechischen Verben für ‚achten auf etwas‘ und ‚vorbeigleiten‘ stammen beide aus der Seefahrt.  Das erste, ‚auf etwas achten‘, bedeutet wörtlich: ‚ein Schiff zum Hafen hinlenken und fest vertäuen‘. Und das zweite Verb, ‚vorbeitreiben‘, wird dann benutzt, wenn jemand das Schiff am Ziel, an der Hafeneinfahrt hat vorbeitreiben lässt.

Das also ist das Erste, was wir lernen aus der Begegnung mit diesem Bibelwort: Wir müssen sehr darauf achten, dass unser Lebensschiff nicht vorbeitreibt am Ziel. Und damit das nicht geschieht, müssen wir unseren Sinn hinlenken auf das Wort Gottes. Und uns in diesem Wort festmachen, vertäuen – wie man ein Schiff an Land festzurrt. Dann erreichen wir  -wie einen sicheren Hafen-  unser Lebensziel.

„Darum sollen wir umso mehr achten auf das Wort, das wir hören, damit wir nicht am Ziel vorbeitreiben.“ Und sofort  -wenn wir aufmerksam hören-  entdecken wir ein Zweites: „Darum sollen wir umso mehr…“ ‘Darum‘, da muss dieser Begründung, da muss dieser gedanklichen Schlussfolgerung etwas vorangegangen sein, auf das sich das ‘Darum‘ bezieht. Nämlich: „Nachdem Gott … vielfach und auf vielerlei Weise geredet hat zu den Vätern durch die Propheten, hat er … zu uns geredet durch den Sohn. … Er, der Sohn, ist der Abglanz seiner Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens und trägt alle Dinge mit seinem kräftigen Wort und hat vollbracht die Reinigung von den Sünden … und ist so viel höher geworden als die Engel. … Darum sollen wir umso mehr achten auf das Wort, das wir hören, damit wir nicht am Ziel vorbeitreiben. Denn wenn das Wort fest war, das durch die Engel gesagt ist, … wie wollen wir entrinnen, wenn wir eine so große Seligkeit nicht achten, die zuerst gepredigt wurde durch den Herrn und bei uns bekräftigt wurde durch die, die es gehört haben?

Darum, weil Gott durch die Propheten, durch die Engel, durch seinen Sohn so eindringlich und klar geredet hat, darum, weil das Ziel des Evangeliums und die Unverbrüchlichkeit der Rechtsordnungen Gottes so unmissverständlich in der Heiligen Schrift bezeugt sind, darum gilt für uns Menschen, dass wir unser Leben verfehlen, das wir das Ziel, das Gott für uns hat  -mit ihm versöhnt und verbunden zu sein-  nicht erreichen, wenn wir uns nicht orientieren, nicht leiten lassen vom rettenden Wort Gottes. „Umso mehr achten auf das Wort, damit wir nicht am Ziel vorbeitreiben“ – darum geht es hier im Hebräerbrief. Das ist das Zweite, was es zu entdecken und zu beachten gilt.

Um es ganz praktisch, ganz alltäglich zu sagen: Ein kluger Kapitän kennt natürlich das Ziel, weiß um den Hafen. Ein achtsamer Hörer des biblischen Wortes weiß um Gesetz und Evangelium, weiß vom Verderben der Sünde und der Gnade der Vergebung. Christen kennen das Ziel, steuern auf den Hafen zu.

Wie kann es passieren, dass ein Steuermann an der Hafeneinfahrt vorbeitreibt und an dem Felsen zerschellt? Vielleicht weil er für eine Zeit das Steuer außer Acht lässt, sich auf anderes konzentriert, Wind und Strömungen nicht einkalkuliert. Kaum ein Steuermann wird absichtlich am Ziel vorbetreiben. Und die meisten Menschen wenden sich nicht in voller Absicht von Gott ab, sondern gleiten beinahe unbemerkt am rettenden Hafen vorbei. Ihr Leben steuert vorbei am Ziel, das Gott uns gesetzt hat.

Was also können wir heute an diesem Tag ganz praktisch tun? Wir sollen umso mehr achten auf das Wort, das wir von Gott hören, damit wir nicht am Ziel vorbeitreiben.

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