/ Wort zum Tag

Seine Gebote sind nicht schwer

Bibelvers

Das ist die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht schwer.

1. Johannes 5,3

Das größte Gebot ist nach Jesus: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt“.Aber wie sieht das praktisch aus? Johannes gibt eine Antwort darauf in seinem ersten Brief, Kapitel 5 Vers 3: „Das ist die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht schwer.“

Der erste Teil seiner Aussage leuchtet mir sofort ein. Wie kann sich die Liebe zu Gott besser ausdrücken, als dass wir auf ihn hören, ihn ernst nehmen und seine Wünsche erfüllen. Wer liebt, will dem Geliebten gefallen. Er liest ihm die Wünsche von den Augen ab und hört genau hin, wenn der andere sagt, was ihm gefällt. Und er tut ihm gerne den Gefallen. Was mich allerdings überrascht, ist der zweite Teil seiner Aussage, dass Gottes Gebote nicht schwer sein sollen. Warum hat sie sein Volk Israel dann nicht halten können? Warum hat Jesus, der Sohn Gottes, auf die Erde kommen müssen, um für die Schuld der Menschen zu sterben? Wieso schaffe ich es als Christ auch nicht, ganz nach Gottes Willen zu leben und muss immer wieder um Vergebung meiner Schuld bitten? So leicht empfinde ich Gottes Gebote nicht unbedingt.

Johannes würde auf meine Fragen antworten: Leben nach Gottes Willen ist eben eine Frage der Liebe und nicht nur bloßes Einhalten seiner Vorschriften. Und die Liebe zu Gott nimmt den Geboten die Last.  Diese Wahrheit wird für mich anschaulich durch die Erfahrung, die ich mit einem befreundeten Ehepaar gemacht habe. Noch in jungen Jahren wurde bei dem Mann Multiple Sklerose festgestellt, eine immer noch unheilbare Krankheit, die im Laufe der Zeit zu schweren Behinderungen führen kann. Bei meinem Freund kam es im Laufe der Zeit zu immer neuen Schüben, die seinen Gesundheitszustand immer mehr verschlechterten. Sehr bald brauchte er Stöcke als Gehhilfe. Dann wurde eines Tages der Rollstuhl erforderlich. Und nach einigen Jahren war er dauerhaft ans Bett gefesselt.

Dementsprechend wurde die Pflege für seine Frau immer beschwerlicher. Zuletzt drehte sich ihr ganzes Leben um die Pflege ihres Mannes. Und es war ja nicht nur eine vorübergehende Zeit von einigen Wochen. Die Krankheit und Pflegebedürftigkeit zog sich über Jahre und Jahrzehnte. Welch eine Last! Mit großer Hingabe hat sie ihren Mann über lange Zeit gepflegt. Ich habe sie nie darüber stöhnen oder klagen hören. Die Liebe zu ihrem Mann gab ihr die Kraft, diese Aufgabe durchzuhalten. Und sie tat es gern.

Durch die Liebe zu Gott sind seine Gebote nicht schwer. Aber da drängt sich eine weitere Frage auf: Wie Kommt es zu dieser Liebe zu Gott? Hier kann ich von einer weiteren Erfahrung sprechen. Zum ersten Mal habe ich die Liebe zu Gott empfunden, als ich von seiner Liebe zu mir erfuhr. Es hat mich berührt, dass Jesus für mich sein Leben hingegeben hat und dass ich ihm so wichtig bin, dass er mich in seiner Gemeinschaft haben will. Im weiteren Verlauf meines Lebens mit Jesus habe ich diese Liebe zu ihm nicht immer gleich intensiv gespürt. Aber dann habe ich mir oft Zeit genommen und in der Bibel nachgelesen, dass er mir nah ist, mein Leben führt und begleitet, mich mit allem versorgt, was ich brauche und dass er sich nicht von mir zurückzieht, wenn ich schuldig werde und nicht seinen Willen getan habe. Er vergibt mir und macht mit mir weiter. Wenn ich mir das vor Augen stelle, werde ich dankbar und empfinde neu die Liebe zu Gott. Und es motiviert mich weiterhin nach seinen Geboten zu leben.

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