/ Wort zum Tag

Gedanken zur Tageslosung

Bibelvers

Simeon betet: Meine Augen haben deinen Heiland gesehen, das Heil, das du bereitet hast vor allen Völkern, ein Licht zur Erleuchtung der Heiden und zur Herrlichkeit deines Volkes Israel.

Lukas 2,30–32

Ich sehe sie vor mir. Jeden Freitag zur Wochenschlussandacht, die alten Menschen im Seniorenstift unserer Stadt. Sehe in ihre Gesichter und frage mich jedes Mal: was bringe ich ihnen mit? Womit kann ich ihnen eine Freude machen? Was bewegt sie? Erwarten sie wirklich etwas? Irgendetwas in Ihrem Leben, im Horizont des Seniorenstifts oder in der Andacht?

Fast immer bin ich erschrocken über die Müdigkeit und scheinbare Gleichgültigkeit. Ich möchte Ihnen von einer Frau erzählen, die eine Freude in unsere kleine Seniorengemeinde gebracht hat, die ansteckend war.

Die Frau kam eines Tages sehr aufgeregt und beglückt in die Andacht. Nein – nicht hinterher – sie musste es gleich loswerden. Also zum Beginn der Andacht musste sie die für sie so großartige Nachricht weitergeben: Ihr erstes Urenkelkind war geboren. Sie hatte auch gleich ein Bild dabei. Alle freuten sich mit und wir haben dann die Andacht mit einem Loblied begonnen. Es herrschte eine frohe und aufmerksame Atmosphäre. Unsere kleine Gemeinde war aufgelockert, verändert.

Die Frage wird auch beim nächsten Mal sein: Was liegt gerade obenauf?

Ganz wichtig finde ich ist das Bibelwort aus dem Lukasevangelium. Es erzählt von Simeon, einem frommen und gottesfürchtigen Mann. Obwohl er schon sehr alt war, kam er regelmäßig in den Tempel. Er wollte nichts verpassen. Immer in der Nähe Gottes sein. Er konnte warten. Hatte Geduld. Am wichtigsten war für ihn das Versprechen Gottes, dass er vor seinem Tod Christus, den Heiland der Welt, den Messias sehen würde. Das war eine große Zusage. Der Heilige Geist hatte sie tief in seinem Herzen festgeschrieben. Und dann: Plötzlich war es soweit. Maria und Josef standen mit dem Kind vor ihm. Sie waren zu einer liturgischen, damals vorgeschriebenen Opferhandlung 40 Tage nach der Geburt Jesu in den Tempel gekommen.

Da geschieht es: auf Anregen des Heiligen Geistes nimmt der greise Simeon Jesus auf seine Arme, spricht den Lobpreis und betet zu Gott: „Herr, nun lässt du deinen Diener in Frieden fahren, wie du gesagt hast. Denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen.“

Nun, jetzt, hier und heute ist Simeon im „Schalom“, im Frieden mit Gott angekommen. Der Maler Rembrandt hat Simeon 1669 in einem wunderbaren Bild gemalt. Das Gesicht des alten Mannes im Tempel ist erhellt, angestrahlt von dem Licht, das von dem Kind ausgeht. Ich spüre Freude und Erfüllung darin.

Ihnen wünsche ich mit dem heutigen Bibelwort die Geduld des Simeon – verbunden mit der Vorfreude auf die Erfüllung aller Zusagen, die Gott uns durch Propheten und Jesus selbst gegeben hat. Dass Sie durch das Wirken des Heiligen Geistes überrascht werden von der Freude: Gott steht zu seinem Wort.

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