/ Wort zum Tag

Gedanken zur Tageslosung

Bibelvers

Maria behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen.

Lukas 2,19

Maria behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen.“ Lukas 2,19

Gottes Worte im Herzen hin und her bewegen – das hat uns Maria vorgelebt und darin sollen wir ihr nachleben. Denn Größeres können wir im Glauben nicht tun. Doch wie kam es damals dazu?

Die Umstände der Geburt waren alles andere als einfach. Hochschwanger hatte Maria mit Josef von Nazareth nach Bethlehem reisen müssen. Und dann fanden sie Unterkunft nur noch in einem Stall. Es war auch höchste Zeit, denn die ersten Wehen hatten schon eingesetzt. Maria hatte keine leichte Geburt, war es doch die erste und ohne Hilfe guter Frauen aus Verwandtschaft und Nachbarschaft. Nein, die Umstände waren alles andere als einfach.

Doch nun war er da, der kleine Jesus. Noch erschöpft und doch voller Glück sah Maria auf ihren ersten Sohn. Gott sei Dank hatte sie alles Nötige, auch Windeln, mitgenommen. Und während sie ihn liebevoll betrachtete, wird eine Frage sie im Inneren bewegt haben: Was wird dir Gott in deine Wiege, deine Krippe, gelegt haben?

Während sie so versonnen bei ihrem Kind saß, kamen mitten in der Nacht Hirten zu ihnen in den Stall. Außer sich waren sie durch das, was sie erlebt hatten. Plötzlich sei der Himmel offen gewesen, ein Engel habe ihnen große Freude verkündet, der Heiland, der Retter sei geboren, der Davidssohn. Und hier in diesem Stall sei er zu finden. War es das, was der Allmächtige, ihrem Sohn in die Wiege legen wollte und was ihr ein Engel lange zuvor verkündet hatte? Nein, das ist zu gewaltig! Nicht mein Sohn! Nicht diese Aufgabe!

Viele Gedanken schossen ihr durch den Kopf. Doch keines dieser Hirtenworte würde Maria je vergessen. Immer wieder bewegte sie sie in ihrem Herzen hin und her. Rund tausend Jahre schon hatte ihr Volk auf diesen Retter gewartet, den Christus, den Messias Gottes, den gesalbten Davidssohn.

Tausend Jahre Erwartung sollten sich in ihrem Sohn verdichten? Wie würde er sein Volk, wie seine Menschheit retten? Rund dreißig Jahre später wird sie es wissen, als sie unter dem Kreuz steht und zusehen muss, wie er stirbt. In diesen dreißig Jahren hatte sie die Worte aus der Nacht der Geburt immer wieder hin und her bewegt.

Doch dann die unglaubliche Erfahrung – Frauen, die ihren Sohn begleitet hatten, wussten zuerst davon zu berichten: „Er lebt, er hat das Gefängnis des Todes aufgesprengt.“ – Gut, dass sie die Worte der Hirten behalten hatte. Nun stiegen sie hell und klar aus ihrer noch trauernden Seele auf: „Große Freude, die allem Volk widerfahren wird!“ Und: „Euch ist heute der Heiland – der Retter – geboren!“ Oftmals hatte sie an diesen Worten gezweifelt. Zu gewaltig war das, was über ihren Sohn gesagt worden war. Und doch hatte es Gott ihm in seine Wiege gelegt!

Was hat er mir in meine Wiege gelegt? Welche guten Worte über mich kann ich in meinem Herzen hin und her bewegen? Ist es mein Taufspruch, oder weiß ich ihn gar nicht? Ist es mein Konfirmationsspruch, der mich begleitet? Ist es ein gutes Wort, das mich auf meinem Lebensweg tiefer berührt hat? Vielleicht sind es auch mehrere Worte, die in verschiedenen Abschnitten meines Lebens aufleuchteten? Oder muss ich mich gar aufmachen, um mein gutes Wort in der Heiligen Schrift zu finden?

Ein Wort jedenfalls gilt seit den Tagen Marias auch für mich: „Euch ist heute der Heiland, der Retter, geboren!“ Das ist auch mir in die Wiege gelegt. Wovor will er, muss er mich retten? Martin Luther hat es gern in einem starken Dreiklang ausgedrückt: Sünde, Tod und Teufel – sie sind es, die mein Leben bedrücken können und mir Angst machen. Das ist seine Wahrheit, die Wahrheit des Sohnes: „Als die Sünde meines Volkes mich nicht zerstören konnte, da habe ich ihre Macht besiegt. Als der Tod mich nicht binden konnte, da habe ich sein Gefängnis aufgesprengt. Und als der Böse mich verschlingen wollte, da hat er mich ins Leben ausspeien müssen. Deswegen sei getrost, sei mutig. Ich bin auch dein Heiland!“

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