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Gedanken zur Tageslosung

Helmut Heiser über Psalm 51,12

Bibelvers

Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, beständigen Geist.

Psalm 51,12

„Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, beständigen Geist.“ Vielen Christen ist diese Bitte sehr vertraut. Seit sie im 51. Psalm niedergeschrieben wurde, hat sie unzählige Menschen über viele Jahrhunderte begleitet und ist bis heute sehr lebendig geblieben.

In manchen christlichen Gemeinden wird sie Sonntag für Sonntag im Verlauf der Liturgie des Gottesdienstes an Gott gerichtet. Alle singen dann gemeinsam nach einem zuvor formulierten Schuldbekenntnis: „Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, beständigen Geist. Verwirf mich nicht von deinem Angesicht und nimm deinen Heiligen Geist nicht von mir!“

Was ist an dieser an Gott gerichteten Bitte so Besonderes, warum begleitet sie uns Christen von Generation zu Generation? Es ist dies: Es geht in ihr nicht um einzelne Gegenstände, die den Bittenden fehlen und die zu erhalten sie Gott bitten.

Es geht ihnen vielmehr um ganz Grundsätzliches, Zentrales: Ihre Beziehung zu Gott, zu Menschen und ihr Verhalten in der Welt, also um das ganze Leben mit Gott in all seinen privaten und gesellschaftlichen Bereichen. Alle Lebensbereiche sollen Gottes Wort und seiner Liebe entsprechen, das ganze Herz soll eins mit ihm und seiner Liebe sein.

Wenn die Bibel das Wort „Herz“ gebraucht, dann meint sie damit den „Sitz des Lebens“. Also das Zentrum unseres Lebens, wo alles seine Mitte und sein Maß findet. Die Quelle, aus dem Gutes und Böses quillt, den Sitz des Verstandes und der Verantwortung, der Gedanken und Gefühle. Es ist die Bezeichnung für das Innere des Menschen.

Dieses Innere soll ganz rein und klar sein, es soll Gottes Wesen entsprechen. Wir wissen, dass dies nicht so ist. Dies ist eine bittere Erkenntnis. Sie trifft auch für Christen zu. Deshalb forderte z.B. auch Martin Luther, dass des Christen Leben eine tägliche Umkehr sei. Die Bitte um „ein reines Herz“ und einen „neuen, gewissen Geist“ entspringt der Erkenntnis unseres menschlichen Herzens, dass es „böse ist von Jugend auf.“

Kurz vorher forderte der Psalmbeter das mit den Worten (v.7): „In Schuld hinein wurde ich geboren. Die Sünde bestimmt mein Leben.“ Den Blick auf Gott gerichtet hat er dann gleich angefügt: „Du aber, Gott, hast Gefallen an Wahrheit. Wasche mich rein, weißer als Schnee!“ – Auf diesem Hintergrund wurde die Bitte um ein reines Herz formuliert.

Es bleibt daher unsere lebenslange Verantwortung, auf unsere Herzen mit allem Fleiß zu achten, um unser Leben geistlich frisch und wirksam in der Gemeinschaft mit Gott zu erhalten. Die Weisheit der Bibel empfiehlt dies ebenfalls mit dem bekannten Wort in Sprüche 4, 23: „Behüte dein Herz mit allem Fleiß, denn daraus quillt das Leben.“

Von uns selbst aus können wir das nicht. Gott allein kann uns ein neues Herz und einen neuen Geist geben. Er hat uns seine Vergebung zugesagt. Seine Barmherzigkeit und Liebe ist jeden Morgen neu. Er breitet seine Arme weit aus, um uns aufzunehmen, so wie wir sind. Auch heute!


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