/ Wort zum Tag

Vorbilder im Glauben

Ruth Bai-Pfeifer über 2. Timotheus 1,5

Bibelvers

Paulus schreibt an Timotheus: Ich erinnere mich an den ungeheuchelten Glauben in dir, der zuvor schon gewohnt hat in deiner Großmutter Lois und in deiner Mutter Eunike; ich bin aber gewiss, auch in dir.

2. Timotheus 1,5

Jede Familie hat ihre Familientraditionen! Die einen verknüpfen mit diesen Bräuchen wunderbare Erinnerungen und geben sie dann gerne an ihre Kinder weiter. Andere denken nicht mehr gerne an diese Kindheitserinnerungen zurück. Wie war das bei Ihnen zu Hause?

Etwa dann, wenn Geburtstage, Ostern oder Weihnachten gefeiert wurden? Welche Rituale erlebten Sie als Kind beim Zubettgehen? Wurde gesungen und gebetet? Oder sagten die Eltern einfach „Gute Nacht“ und schlossen dann die Türe des Kinderzimmers? Gab es jeweils vor dem Essen ein Tischgebet, oder sagte man einfach „Mahlzeit“ und begann dann zu essen? Und wie lebten die christlichen Eltern den Glauben an Jesus vor? Überzeugend – oder war alles nur ein frommer Anstrich?

Bei solchen Fragen merken wir sofort, ob wir in einem Elternhaus aufgewachsen sind, das uns positiv mit dem christlichen Glauben geprägt hat oder nicht. Und ob wir unsere eigenen Familientraditionen gut oder schlecht erlebt haben.

In unserer heutigen Bibellese geht es um den Glauben an Jesus und wie er über Generationen hinweg auf eine gute, motivierende Weise weitergegeben worden ist. Paulus erinnert seinen noch jungen Mitarbeiter Timotheus im 2. Timotheus-Brief 1, Vers 5 an einen unbezahlbaren Schatz, den er von klein auf mitbekommen hat:

„Denn ich erinnere mich an den ungeheuchelten Glauben in dir, der zuvor schon gewohnt hat in deiner Großmutter Lois und in deiner Mutter Eunike; ich bin aber gewiss, auch in dir.“

Was für gute christliche Vorbilder der junge Timotheus doch erlebt hat. Seine Großmutter und seine Mutter haben ihm den Glauben an Jesus so vorgelebt und mitgegeben, dass er ansteckend wurde: Auch Timotheus fand zum Glauben. Er glaubte nicht nur an Jesus, er war sogar dazu bereit, als Vollzeit-Mitarbeiter von Paulus sein ganzes Leben für Gott einzusetzen.

Mich beschäftigen aber auch Fragen, wenn ich so einen Vers lese. Welchen Einfluss haben wohl der Großvater und der Vater auf das Leben des Timotheus gehabt? Waren die beiden auch ein Vorbild für den jungen Timotheus oder eher nicht? Oder wurde Paulus für ihn zum christlichen Ersatz-Vater? Diese Fragen werden im Text nicht beantwortet. Aber eines ist für mich klar: Das geistliche Erbe von Großmutter und Mutter wurde für ihn wichtig.

Ich wünsche mir für jeden jungen Menschen solche Vorbilder im Glauben – nicht nur weibliche – sondern auch einen Vater, der die Verantwortung, den Glauben weiterzugeben, ernst nimmt.

Ich bin zutiefst dankbar, dass ich in einem Elternhaus aufwachsen durfte, in dem Großeltern und Eltern Jesus von ganzem Herzen lieb hatten. Das hat bleibende Spuren in meinem Leben hinterlassen. Ich weiß, dass ich ohne sie heute nicht die Person wäre, die ich bin. Auch wenn ich keine Kinder habe, möchte ich dieses Erbe an eine junge Generation weitergeben, die auf der Suche ist nach geistlichen Müttern und Vätern, die einen ungeheuchelten Glauben leben. Beten Sie mit mir, dass viele junge Menschen solchen Vorbildern begegnen und so zu gesunden Mitarbeitern im Reich Gottes heranreifen können.


Ihr Kommentar

Die E-Mail wird nicht veröffentlicht.
Alle Kommentare werden redaktionell geprüft. Wir behalten uns das Kürzen von Kommentaren vor. Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht.

Cookies helfen uns, Ihr Benutzererlebnis zu verbessern. Wenn Sie die Website weiter nutzen, stimmen Sie unseren Datenschutz und Cookie Richtlinien sowie der Speicherung von Daten im Rahmen des EU-US Privacy Shield zu. Mehr erfahren