/ Wort zum Tag

Volksfest in Jerusalem

Matthias Adt über Nehemia 9,6.

Bibelvers

HERR, du bist’s allein, du hast gemacht den Himmel und aller Himmel Himmel mit ihrem ganzen Heer, die Erde und alles, was darauf ist, die Meere und alles, was darinnen ist.

Nehemia 9,6

Volksfest in Jerusalem. Heute ist Einweihung. Die Stadtmauer ist fertig. Vor 2 Monaten sah sie noch aus wie die Trümmerwüste von Aleppo. Nun wurde sie wieder aufgebaut in einer unglaublichen Rekordzeit von 52 Tagen. Lange Jahre des Vergammelns und Verrottens sind vorbei.  Lange Jahre, in denen sich nichts tat, sind vorüber.  Nach langen Jahren des Jammerns und Selbstmitleids haben sie die Ärmel hochgekrempelt und angepackt. Freude und Stolz sind berechtigt. Jubel Trubel Heiterkeit ist angesagt.

Aber was ist das? Jubel Trubel Traurigkeit. Schaut man in die Gesichter, schaut man in gerötete Augen. Freudentränen? Nein, das sind keine Freudentränen. Das sind Tränen der Selbsterkenntnis. Tränen der Reue. Was ist denn da bloß passiert? Gott schenkt den Festgästen nicht nur den Blick auf die Mauersteine, sondern auf die steinernen Mauern ihrer Herzen. Gott lenkt ihre Blicke nicht nur auf den Neubau, sondern auf seine Verheißungen für diese Stadt.

Was sehen sie da? „Wären wir auf Gottes Fundament geblieben, wären diese Mauern nie gefallen. Wären wir Gottes Bauleute geblieben, wäre der Bau nie kaputt gegangen.“ Diese Sicht verwandelt ihre Tränen: Die Trauer – Tränen werden zu Freuden – Tränen. Warum? Dass die Mauer wieder steht, das ist nicht Zeichen ihrer Baukunst. Das ist Zeichen von Gottes Gnade. Er hat ihnen einen Nehemia geschickt. Der hat seine steile Karriere am persischen Hof geopfert, weil ihm Gottes Zusagen für Jerusalem wichtiger waren als seine Stellung.

Die Liebe zu seinen  Landsleuten im Elend war ihm wichtiger als seine Position. Nach 52 Tagen Mauerbau sind die Leute nun innerlich wach geworden. Sie sehen nicht nur Steine.

Sie sehen den Gott, der aus Steinen Nachkommen Abrahams machen kann. Sie sehen den Gott, der Steine zum Schreien bringen kann, wenn die Menschen das Lob vergessen. Sie sehen den Gott, der aus steinernen Herzen lebendige Herzen machen kann. Eben haben sie es am eigenen Herzen erfahren.

Und so kommen sie aus dem Loben  gar nicht mehr heraus. Ihr Lob bekommt prophetische Züge: Prophetie, nicht nur auf die Zukunft, sondern auch auf die Vergangenheit gerichtet: „Herr, du bist´s allein, du hast gemacht den Himmel und aller Himmel Himmel mit ihrem ganzen Heer, die Erde und alles, was darauf ist, die Meere und alles, was darinnen ist.“ Sie haben viel zu klein gedacht vom großen Gott. Ab heute wollen sie Gott wieder Gott sein lassen.


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