/ Wort zum Tag

Wer da bittet, der empfängt

Ansgar Hörsting über Matthäus 7,8

Bibelvers

Wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan.

Matthäus 7,8

Wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da

anklopft, dem wird aufgetan. Matthäus 7,8

Was liegt heute an? Herausforderungen? Konflikte? Einfach eine Menge Arbeit? So geht es einem ja eigentlich ständig, oder? Irgendwas ist immer los. Da kommt die Zusage von Jesus gerade recht: „Wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan.“ Sprecht doch einfach mit Gott so, wie es Euch auf dem Herzen liegt. Wie Kinder mit dem Papa. Direkt, ohne Schnörkel. Und Jesus verspricht Gottes Reaktion. Ich brauche diese Worte immer und immer wieder.

Aber ich sage es Ihnen auch ganz ehrlich. Ich bin manchmal frustriert. Es gibt ja Christen, die von einer Gebetserhörung zur nächsten schreiten. Ich bin nicht dabei. So komme ich mir zumindest zurzeit vor. Im Gegenteil. Mir fallen sofort diverse Situationen ein, in denen Gott nicht reagiert hat. Wie mir scheint.

Vor zwei Monaten habe ich angefangen für einen Freund zu beten, der eine Krankheit bekam. Ach, was sage ich? Nicht nur ich betete, hunderte beteten, über Wochen auf der ganzen Erde verteilt. Sechs Wochen später war dieser Freund tot. Er hatte noch wunderbare Pläne gehabt. Er wollte sein schönes zu Hause ausbauen und im Ruhestand, so in 2 Jahren, müden Pastorenkollegen einen Ort schaffen, an dem sie durchatmen können. Stellen Sie sich das vor. Er träumte nicht von Kreuzfahrten, sondern davon, andere ermutigen zu können. Er hinterlässt eine riesige Lücke und ich sage Ihnen ganz ehrlich: ich verstehe das nicht. Nicht nur dass er gestorben ist, sondern auch, wie ich das zusammenkriegen soll mit der Aufforderung von Jesus zu bitten, zu suchen und anzuklopfen. Vor allem mit seinem Versprechen zu empfangen, zu finden und aufgetan zu bekommen. Und solche Sachen könnte ich immer wieder erzählen.

Nun gehört es sich nicht für eine Andacht im ERF, damit abzuschließen. Aber nicht nur deswegen denke ich weiter nach. Wenn ich ehrlich bin, muss ich etwas eingestehen: ich neige dazu, mir vor allem die Dinge zu merken, die nicht so verlaufen sind, wie ich mir das erhoffte. Ich reibe mich daran auf. Es gab doch auch die Situationen, in denen Gott gewirkt hat, oder? Eine Krankheit meiner Frau, die geheilt wurde. Aber auch ganz kleine Sachen im Alltag. Oder dass Gott mir die Kraft für eine Herausforderung in diesem Jahr gegeben hat, vor der ich eigentlich am liebsten weggelaufen wäre. Oder ich denke daran, dass mir neulich jemand erzählte, dass sein Neffe, der nach einem Unfall im Koma lag, ohne große Ausfälle wieder erwachte und auf dem Weg der Besserung ist. Auch das gibt es.

Aber dann denke ich, dass man das alles sowieso nicht aufrechnen kann. Und dass ich am Ende viel zu wenig verstehe. Aus meiner Perspektive ist der Tod des Freundes Unsinn. Und möglicherweise bleibe ich bei dieser Sicht. Zugleich schleicht sich ein nächster Gedanke ein, der sagt: „Ich weiß doch viel zu wenig“. Ich muss das alles auch gar nicht wissen, aber ich vertraue, dass Gott eben keinen Stein gibt, wenn wir ihn um Brot bitten, keine Schlange, wenn wir um einen Fisch bitten. Und eben kein Unheil, wenn wir um Heil bitten.

Ich will und ich brauche Gott nicht in seinem Tun zu verteidigen. Ich will ihn ja nur verstehen. Manchmal verstehe ich ihn. Manchmal nicht. Und dann? Was ist jetzt mit diesem Vers aus der Bergpredigt?

Ich lese ihn seit Jahren immer wieder so, als läse ich ihn zum ersten mal. Eine frische Aufforderung. Eine kühne Verheißung. Nicht meine schlechten und nicht meine guten Erfahrungen leiten mich ins Gebet. Alleine das Wort von Jesus leitet mich ins Gebet. Ich lebe nicht aus der Konserve. Ich lebe heute von neuem im Vertrauen auf dieses Wort.

Der Tag kann kommen. Beten Sie mit mir für das, was dieser Tag mit sich bringt.


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