/ Wort zum Tag

Bittet, so werdet ihr empfangen

Bibelvers

Bittet, so werdet ihr empfangen, dass eure Freude vollkommen sei.

Johannes 16,24

Ich wünsche Ihnen allen, dass Sie heute mindestens einmal Grund finden, sich von Herzen zu freuen. Sicherlich ergibt sich die Gelegenheit, dass Sie jemand anderem eine Freude bereiten. Es kann so einfach sein: Oft genügt ein Lächeln, ein freundlicher Gruß, ein gutes Wort, ein kurzer oder längerer Telefonanruf. Hoffentlich können Sie dann die schöne Erfahrung machen: es macht Freude, anderen eine Freude zu machen.

Wir Erwachsenen können bei den Kindern lernen, was Freude ist. Nicht umsonst sprechen wir von kindlicher Freude. Sie ist ungespielt und zeigt sich frei. Sie nimmt von der ganzen Person Besitz. Es ist fast beneidenswert, wie sehr Kinder sich freuen können.

Als ich vor wenigen Monaten in Jerusalem war, erlebten wir die Sabbat-Eröffnung an der Westmauer. Da lag Freude in der Luft und schaffte sich in freudigem Grüßen, in fröhlicher Gemeinschaft, mit Singen und Tanzen Luft.

Von Herzen kann sich freuen, wer aufmerksam lebt und eine Haltung der Dankbarkeit zeigt. Das Lachen von Kindern, das Zwitschern eines Vogels, die Schönheit einer Rose kann dann Freude bereiten. Wenn jemand mürrisch und undankbar ist, löst der größte Anlass zur Freude keine Freude aus. Freudlose Menschen werden ungenießbar. Deshalb wünsche ich Ihnen, dass Sie heute mindestens einmal Grund finden, sich von Herzen zu freuen.

Der Evangelist Johannes redet von der Freude. Es redet von der Freude des Glaubens und davon, dass diese Freude vollkommen sein soll.

Die Bibel weiß um die Freuden des Lebens. Sie kennt die Freude der Liebe von Mann und Frau. Die Bibel ist aufmerksam für die Schönheit der Schöpfung und des Lebens. Darüber hinaus kennt sie eine Freude, die die Welt um uns herum nicht kennt. Sie erzählt von der Freude am Wort Gottes und an der Gemeinschaft des Glaubens. Sie lädt ein zur Freude an Gott, der Freude an Jesus, der Freude am Heil und dem Geschenk der Hoffnung.

Diese Einladung, bitten zu sollen, dass unsere Freude vollkommen sei, findet sich in Jesu Abschiedsrede. Jesus bereitet seine Jünger auf sein Leiden, den Abschied und die Zeit ohne ihn vor. Er spricht davon, dass Ängste und Traurigkeit über die Jünger kommen werden. Aber er sagt auch, dass ihre Traurigkeit in Freude verwandelt werden wird. Diese Wandlung vergleicht er mit einer Geburt: In Wehen leidet die Frau Schmerzen und Ängste. Diese weichen der Freude, wenn das Kind geboren ist. So, sagt Jesus, wird eure Traurigkeit zur Freude werden. „Bittet, so werdet ihr nehmen, dass eure Freude vollkommen sei.“ Bittet den Vater in meinem Namen.

Wenig später wurde Jesus gefangen genommen, verhört, verspottet, gequält, verurteilt, gekreuzigt. Die Jünger waren von Entsetzen gelähmt. Als am Ostermorgen Frauen berichteten, dass das Grab leer sei, verwandelte sich ihr Erschrecken keineswegs sofort in Osterfreude. Erst die Begegnungen mit dem Auferstandenen ließen das Eis des Erstarrtseins langsam wieder tauen. Dann aber begannen sie voller Freude zu erzählen, dass Jesus lebt und der Herr ist. Ihr Herr und der Herr aller Welt. Gott hatte ihre Traurigkeit in eine nicht gekannte Freude verwandelt.

Mehr und mehr begriffen sie, dass die Welt diese Freude nicht kennt. Mehr und mehr erfuhren sie, dass nichts und niemand ihnen diese Freude nehmen kann. Sie lernten, dass die Freude am Herrn auch in schwersten Zeiten, sogar in Bedrückung und Verfolgung durchträgt.

Wie gesagt wünsche ich Ihnen, dass Sie heute Grund haben, sich von Herzen zu freuen. Ich wünsche Ihnen, dass die Freude am Herrn sie mehr und mehr erfüllt. Sie dürfen darum bitten! Wer so bittet, darf sich auf die vollkommene Freude beim Herrn freuen.

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