/ Wort zum Tag

Vernunft als Friedensstifter

Bibelvers

Abner rief Joab zu: Soll denn das Schwert ohne Ende fressen? Weißt du nicht, dass daraus am Ende nur Jammer kommen wird?

2. Samuel 2,26

Saul, der von Gott abgefallene König Israels und sein Sohn Jonathan waren in der Schlacht gegen die Philister umgekommen. In Hebron wird David als König vom Stamm Juda anerkannt. Samuel hatte ihn zuvor schon im Auftrag Gottes zum König gesalbt. Diese Entwicklung will Abner, Sauls ehemaliger General, nicht akzeptieren. So kämpft er mit seinen Stammesgenossen gegen Juda und dessen Stabschef Joab. Es entsteht ein Bruderkrieg zwischen Juda und den übrigen Stämmen Israels, der sich mit Unterbrechungen durch Jahrhunderte ziehen wird und viele Menschenleben kostet.

Wenn Gottes Wege nicht akzeptiert werden, entstehen Konflikte. Wenn jeder in seiner Art sich durchboxen will, um Macht und Anerkennung zu erreichen, bleiben Beulen und Verwundungen nicht aus. Die ganze Welt- und Völkergeschichte ist von solchen Machtspielen durchzogen, die Hass und Krieg erzeugen. Nicht nur im Großen, auch in den kleinen Zellen von Familien, Freundschaften oder Gemeinden entstehen solche Kämpfe. Hier wird nicht mit dem Schwert aus Stahl, dafür mit dem Schwert der spitzen Zunge dreingeschlagen und durch Lügen und Verleumdungen werden Beziehungen zerstört. „Das Schwert frisst ohne Ende“, klagt der General.

Es war ein Lichtblick als die Vernunft siegte und Abner seinem Erzfeind Joab rief: „Weißt du nicht, dass daraus am Ende nur Jammer kommen wird?“

Es ist sehr vernünftig, die Kosten der Feindschaft zu überschlagen. Es ist sehr vernünftig, sich daran zu erinnern, dass Hass zerstört und ein gutes Miteinander in Familien und Freundschaften auf der Strecke bleibt. Wie viel reicher wird das Leben, „wenn Brüder und Schwestern einträchtig beieinander wohnen“, wie es der Psalmsänger ausdrückt.

Es ist nicht nur die Beziehung zu lieben Menschen, die wir im Streit opfern. Wir schaden uns selbst, wir opfern viel Zeit und Kraft, wenn wir in unserer Rechthaberei verharren. Abner ist sehr vernünftig, wenn er sich und Joab fragt: „Soll denn das Schwert ohne Ende fressen? Weißt du nicht, dass daraus am Ende nur Jammer kommen wird?“

Doch die Vernunft hält nicht lange durch. Der Waffenstillstand war von kurzer Dauer. Der kalte Krieg ging in Israel weiter und er zieht sich – unterbrochen von kleinen Lichtblicken – durch die ganze Welt- und Völkergeschichte, im Großen wie im Kleinen.

Wahren und anhaltenden Frieden kann die menschliche Vernunft nicht schaffen. Dazu muss Gott nicht nur meinen Verstand erleuchten, er muss auch mein Herz verändern. Deshalb ist Jesus Christus gekommen. Ihm kann ich im Gebet die von Hass erfüllten Gedanken und meine Unversöhnlichkeit abgeben und er schenkt mir Vergebung. In einem mit Gott versöhnten Herzen erwächst die Kraft, die das Kriegsbeil begraben und neue Beziehungen knüpfen kann.

Cookies helfen uns, Ihr Benutzererlebnis zu verbessern. Wenn Sie die Website weiter nutzen, stimmen Sie unseren Datenschutz und Cookie Richtlinien sowie der Speicherung von Daten im Rahmen des EU-US Privacy Shield zu. Mehr erfahren