/ Wort zum Tag

Das Heil kommt von Gott

Horst Marquardt über Jesaja 9,4.

Bibelvers

Jeder Stiefel, der mit Gedröhn dahergeht, und jeder Mantel, durch Blut geschleift, wird verbrannt und vom Feuer verzehrt.

Jesaja 9,4

Der Prophet Jesaja war von Gott zum Mahner und Warner für Israel und für Juda bestimmt. Beide Völker waren unbelehrbar. Prophetische Warnungen wurden nicht gehört bzw. nicht befolgt. Unbegreiflicher Weise hatte nicht einmal der Ansturm feindlicher Armeen eine abschreckende Wirkung. Israel und Juda taten alles, um Gott zu erzürnen. Alt und Jung lebte im Aberglauben statt im lebendigen Glauben an Gott. Man meinte Rat und Lebenshilfe zu finden, wenn man z. B. Tote und Geister befragen und verehren würde. Heute suchen viele Menschen Rat bei Gestirnen oder Steinen.

Es ist eine schwere Zeit. Feindliche Heere durchziehen das Land. Die Einwohner hungern, fluchen Gott und ihrem König. Trüb und finster zeigt sich das Leben. Das Volk vegetiert im Dunkel der Angst und geht irre in der Finsternis. Da weckt ein Prophetenwort die Geplagten auf: „Es wird nicht dunkel bleiben über denen, die in Angst sind... Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht“ (Jes 8,23; 9,1).

Dieses Wort erinnert an Weihnachten, das Geburtsfest des Messias. Er ist es, der Licht in die dunkle Welt bringt. Erstaunlich, dass dieses Wort in einer Zeit gesprochen wird, in der Menschen alle Hoffnungen begraben haben. Von allen Seiten ist Gottes auserwähltes Volk bedrängt und sucht doch seinen Schöpfer nicht. Viele Deutsche haben wenigstens in den Bombennächten des Zweiten Weltkrieges zu Gott gerufen. Sie erbaten seinen Beistand auch in den schweren Jahren nach dem Krieg. Von Israel aber wird gesagt: „Das Volk kehrt nicht zu dem, der es schlägt und fragt nichts nach dem Herrn Zebaoth“ (9,12). Die Leiter des Volkes lehren falsch und sind Verführer.

Ist der Prophet Jesaja nicht ein bedauernswerter Mann? Er spricht zwar im Auftrag des Höchsten, beim Volk aber findet er kein Gehör. Wer die Texte dieses Mannes aufmerksam liest, entdeckt, dass es ihm, ca. 700 Jahre vor Christus, nicht nur um Israel und Juda geht. Jesaja macht zeitlose Aussagen. Das Kind, dessen Kommen er ankündigt, kam wirklich, allerdings nicht damals, als die Assyrer und später die Babylonier das Land besetzten, sondern in der Heiligen Nacht, als die Römer das Sagen hatten.

Die Herrschaft dessen, der in jener Nacht geboren wurde, sollte aber groß werden. Er wird, so wurde vorausgesagt, das Friedensreich aufrichten, auf das die Menschen nicht nur damals, sondern auch heute voller Sehnsucht warten. Dann wird Friede nicht nur eine Pause zwischen zwei Kriegen sein. Der Friede wird ohne Ende sein. Dann endlich wird auch Gerechtigkeit herrschen, die bis heute nur Inhalt politischer und ideologischer Programme ist. Die Soldaten, die mit dröhnenden Stiefeln und Uniformen als Sieger gejubelt haben, werden dann vernichtet sein. Ihre Mäntel und Stiefel verbrennen. Die Waffen schweigen.

Das ist Gottes Art, der Welt seinen Plan zu offenbaren. Einst war Assur, später Babylon, der Gegner des Volkes, künftig werden es andere Weltmächte sein. Auf sie wartet das Ende. Das aber wird der Beginn von etwas völlig Neuem sein. Dann wird für alle Welt sichtbar, was bzw. wer das Licht ist, das die dunkle Welt erhellt. Es ist Jesus Christus, dessen Kommen in den Katastrophen von Gott versprochen wird.

Der Messias ist als Kind in das Unheil dieser Welt getreten. Als König aller Könige wird er der Welt das Heil bringen. Nicht nur Jesaja, die ganze Bibel macht uns klar, dass die Erlösung der Welt und der ersehnte Friede nie von irdischen Mächten, Kräften oder Armeen geschaffen werden können. Das erwartete Heil als Ende allen Unheils kommt allein von Gott. Nicht eine kämpferische, sich selbst zerfleischende Welt wird letztlich den Ton angeben. Das kann nur der Friedenskönig, der Messias. Er ist der große Erlöser. Er führt unsere Welt ans Ziel. Deshalb konnte der Apostel Petrus im Blick auf Jesus als den Messias hunderte von Jahren nach dem Propheten sagen: In keinem anderen ist das Heil zu finden, es gibt auch keinen zweiten Namen unter dem Himmel, den Menschen gegeben, wodurch wir sollen errettet werden.


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