/ Wort zum Tag

Mut für die Mutlosen

Bibelvers

Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der HERR Zebaoth.

Sacharja 4,6

Sacharja 4,6 „Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaoth.“

Das sagt der Herr Zebaoth, so steht ausdrücklich da, das heißt übersetzt „Herr der himmlischen Heerscharen“. Also: Gott ist im Himmel nicht alleine. Stellen Sie sich das vor: ein Thron – und nichts weiter drum rum als Wolken? Nein, auch da ist Leben, eine Menge von himmlischen Gestalten; die Engel, die Gott dienen, begeistert von ihm; und die bereit sind, Menschen zu helfen, auf einen Wink hin. Heerscharen – nicht nur zwei oder drei, sondern zig-Tausende - wenn das nur reicht. Gott hat also ein Heer, aber er sagt zu Sacharja: Es soll nicht durch Heer oder Kraft geschehen, sondern durch meinen Geist.

Was soll da geschehen?

Sacharja lebte in einer Zeit, da wurde wieder aufgebaut. Ähnlich wie in unserem Land nach dem Weltkrieg: den Schutt wegräumen, Häuser reparieren, neu aufbauen. Da war Geduld gefragt. Und der Regierungschef Serubbabel wird langsam müde, mutlos: dieser Aufbau ging so langsam voran, er kostete so viel Nerven. Und da gibt Gott dem Propheten Sacharja eine Vision, eine Art Traum – den soll er dem Serubbabel erzählen:

Ein riesiger goldener Leuchter. Sieben Arme hat er. Ein Ölleuchter. Das Öl für den Leuchter kommt von zwei Ölbäumen daneben, es fließt vom Baum gleich in den Leuchter. Sieben Flammen brennen gleichmäßig vor sich hin. Und dann hört Sacharja Gott sagen: „Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen… Und weiter: wer bist du, du großer Berg, der du doch vor Serubbabel zur Ebene werden musst?!“

Ein ganz tröstliches Bild für Serubbabel! Nein, kein Gewaltakt, sondern die stille Kraft Gottes, die stetig wirkt, und die schafft das Große. Ganz in der Stille – ohne kaputt zu schlagen, zu überwältigen.

Wie muss das getröstet haben! Ja, Gott hat die Macht, diese Tausende von Engeln, aber er übt diese Macht nicht aus gegen Menschen – wer könnte das auch ertragen? Gott überwältigt nicht und zerschlägt nicht mit Macht. Er will vielmehr mit seinem Geist im Innern eines Menschen wirken, so wie das Öl still und stetig in den siebenarmigen Leuchter fließt. Vielleicht so stille und leise, dass man’s kaum merkt? Ach, viel zu leise für mich ungeduldigen Menschen. Ich möchte manchmal am liebsten Gott beschleunigen, oder auch mal dreinschlagen. Wenn ich Schwierigkeiten im Beruf habe – und es wäre mit einem Schlag alles gelöst…

Gott wirkt anders mit seinem Geist. Er macht einem mutlosen Menschen Mut. Einem, der vor den Bergen von Schwierigkeiten verzweifeln möchte.

Unsere Aufgaben sind meistens anders als die von Serubbabel. Wer von uns muss schon ein Land regieren? Trotzdem hat jeder wichtige Aufgaben, und wenn es nur die wäre, diesen Tag heute zu leben. Das kann für manchen so schwierig sein wie ein Land zu regieren. Aber es ist genauso wichtig, denn es ist der Platz, an den mich Gott gestellt hat. Mich mit meiner kleinen Kraft. Die Kraft ist schwach und der Mut sinkt. Ich frage mich: „Was wird schon anders durch mein Tun, mein Beten? Werde ich durchhalten?“

Ich darf zu dem, was da wie ein „Berg“ vor mir liegt, sagen: „Wer bist du, du großer Berg, der du doch vor mir zur Ebene werden musst? Bilde dir nicht ein, du könntest bestehen bleiben vor Gott!“ Berge schmelzen wie Wachs vor dem Herrn! Gott gibt seinen Geist gerade in schwache Menschen. Die Kraft ist da. Gott ist bereit zu geben: wie die beiden Ölbäume neben dem Leuchter: stetig und ausdauernd, nie versiegend.

Nein, ein goldener Leuchter bin ich nicht, der blitzt und funkelt in der Sonne. Aber bei einem Leuchter ist eigentlich auch nur wichtig, dass er brennt… 

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