/ Wort zum Tag

Ein Grund zur Freude

Bernhard Heyl über Matthäus 2,10

Bibelvers

Als sie den Stern sahen, wurden sie hocherfreut.

Matthäus 2,10

Als sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreut!

Die Männer, von denen hier die Rede ist, sind die Sterndeuter aus dem Osten – vermutlich persische oder babylonische Priester, die uralten astronomischen und astrologischen Überlieferungen folgten. Um das Jahr 7 vor Christus beobachteten sie vermutlich das astronomische Ereignis einer besonderen Stellung von Jupiter und Saturn. Jupiter ist der Stern des Weltenherrschers, Saturn ist der Stern der Juden. Aufgrund des starken jüdischen Einflusses im Zweistromland seit der Babylonischen Gefangenschaft der Israeliten, ist sogar nicht auszuschließen, dass den Sterndeutern bekannt war, was in 4. Mose 24,17 vorhergesagt wird:
Es wird ein Stern aus Jakob aufgehen und ein Zepter aus Israel aufkommen…

Wie dem auch sei: für die heidnischen Sterndeuter besteht kein Zweifel daran, dass der Messias der Juden geboren sein musste – der lange angekündigte Weltherrscher. Und sie machen sich auf, nach ihm zu fragen und ihn anzubeten, bzw. ihm politisch zu huldigen! In Jerusalem allerdings löst ihre Frage nach dem neugeborenen König helles Entsetzen beim damaligen König Herodes aus. Immerhin hatte der gerade erst seine beiden Söhne Alexander und Aristobul hinrichten lassen, weil er deren Konkurrenz fürchtete. Und jetzt schon wieder ein neuer Kandidat, der dem misstrauischen und machtbesessenen Herodes die Laune gründlich verdarb.

Ein weiteres Blutbad kündigt sich hier schon an und wird leider auch wenige Wochen später traurige Wirklichkeit. Bereits bei seiner Geburt kommt Jesus in eine Welt voller Dunkelheit hinein, schon vom ersten Atemzug an bedroht von Feinden, die ihn loswerden wollen. Die Passion wirft ihre Schatten zurück bis in die Krippe von Bethlehem. Ungeachtet aller bösen Absichten, schickt Herodes die Männer aus dem Osten nach Bethlehem, wo sie recherchieren und ihm Bericht erstatten sollten.
Soweit der menschliche Plan – den Gott dann allerdings gründlich durchkreuzt.

Keiner kommt Gottes Wegen mit seinen Leuten in die Quere. Als die Sterndeuter sich Bethlehem nähern, wird ihnen durch den Schein des Sterns ganz deutlich gezeigt, wo sie ihr Ziel finden. Wie wir uns das vorzustellen haben, wissen wir nicht. Es ist lediglich klar, dass in der Betrachtung der Männer, der Stern einen klaren Hinweis liefert, wo das Kind zu finden ist. Offenbar war er zeitweise verschwunden und tritt womöglich in diesem Moment hinter den Wolken hervor.
„Als sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreut!“
Wörtlicher übersetzt heißt es hier: „…sie freuten sich mit großer Freude, heftig!

Diese Männer haben etwas von der Freude des Evangeliums erlebt, auch wenn sie die Botschaft noch nicht kennen. Sie spüren offenbar, dass mit diesem Kind, zu dem sie auf so wunderbare Weise geführt worden sind, etwas ganz Besonderes in die Welt gekommen ist. Immer wieder sind Menschen auf unterschiedliche Weise in die Nähe von Jesus gezogen worden und damit ins Licht gekommen – so auch der Mathematiker und Naturwissenschaftlicher Blaise Pascal. Als er im Jahre 1654 sein Bekehrungserlebnis beschreibt, tut er das mit in höchster Erregung hervorgestoßenen Worte, in einem persönlichen Glaubensbekenntnis besonderer Art, in dem der Verstand hinter

einer überwältigenden Freude zurücktritt. Pascal nähte den Text in sein Rockfutter ein, damit er ihn stets am Herzen trug.

Er schreibt: „Gott Abrahams Gott Isaaks, Gott Jakobs – nicht der Philosophen und Gelehrten. Gewissheit, Gewissheit, Empfinden. Freude. Friede. Gott Jesu Christi.

Vergessen der Welt und aller Dinge außer Gott. Freude, Freude, Freude, Tränen der Freude. Ich habe mich von ihm getrennt: ich bin vor ihm geflohen, ich habe ihn verleugnet, gekreuzigt. Möge ich nie von ihm getrennt sein. Er wird nur auf den Wegen bewahrt, die das Evangelium lehrt: Vollkommene, innige Entsagung. Vollkommene Unterwerfung unter Jesus Christus und unter meinen geistlichen Führer. Ewig in der Freude für einen Tag der Plage auf Erden.“

„Als sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreut!“
Möge Gott Ihnen und mir etwas von dieser Freude auch an diesem Tag schenken!


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