/ Wort zum Tag

Ein Leben in Richtung Christus

Gerhard Weinreich über Markus 6,34.

Bibelvers

Jesus sah die große Menge; und sie jammerten ihn, denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben.

Markus 6,34

Ich sehe gern fern. Spielfilme und Naturfilme, aber auch Fußballspiele. Die „Tagesschau“ oder die „Heute-Sendung“ gehören zu meinem täglichen Pflichtprogramm. Nachrichten und Bilder von Terroranschlägen, Kriegen oder Erdbeben lassen mich oft die Hände falten.

Gut, dass es das Fernsehen gibt! Weniger gut, dass man darüber leicht das Nahsehen verlernt. Not, Elend und Leid anderer gehen einem nicht mehr nahe. Was man gesehen hat, geht einem nicht nach. Mit-leiden, Nächsten-liebe gehen verloren. Man geht zur Tagesordnung über.

Anders Jesus! Dabei wäre es verständlich gewesen, wenn er und seine Jünger die vielen Menschen, die etwas von ihnen wollten, manchmal lieber nur von ferne gesehen hätten. Denn die nahmen sie so in Anspruch, dass sie kaum Zeit zum Essen hatten, berichtet der Evangelist Markus. Deshalb gönnte Jesus sich und seinen Mitarbeitern immer wieder eine Pause, um auszuruhen und aufzutanken. Als sie dazu nach einer Bootsfahrt über den See Genezareth an einer einsamen Stelle anlegen wollen, sind schon viele Fußgänger vor ihnen da.

Wie reagiert Jesus? Nicht genervt oder verärgert, sondern mit dem Hinsehen seines Herzens. Jesus er sieht durch alle ihre körperlichen und seelischen Nöte hindurch ihre eigentliche und tiefste Not: Schafe, die keinen Hirten haben.

Kein freundlicher, für manche sogar ein ärgerlicher Vergleich! Doch Schafe sind keine dummen, sondern kluge Tiere. Sie haben allerdings zwei große Schwächen. Ihnen fehlt der Orientierungssinn. Und allein auf sich gestellt, sind sie bei Gefahr völlig hilflos. Sie brauchen einen Hirten, der sie führt und der ihnen hilft.

Vor 3000 Jahren fand der israelitische König David in Gott diesen Hirten für sich. Dankbar bekennt er in einem seiner Lieder: Er versorgt mich. Er belebt mich. Er führt mich. Er tröstet mich. Er schützt mich. Er beschenkt mich. Bei ihm bin ich zuhause – für immer! So steht es in Psalm 23.

 Aber nicht bloß ein König David machte diese großartige Erfahrung. Mit Jesus kann sie alle Welt machen! Jesus sieht bis heute nicht nur die große Menge. Er sieht den einzelnen – Sie und mich. In seinen Augen sind wir bedauernswerte Leute! Menschen, die er nicht orientierungslos oder hilflos, trostlos oder hoffnungslos ihrem Schicksal überlassen kann.

Jeder einzelne tut ihm da leid. Jeder einzelne ist ihm daher wichtig. Jeden hat er im Blick. Für jeden hat er Zeit. Jedem will er nahe kommen. Jeder soll von ihm hören. Mit jedem möchte er reden. Mit jedem seine Geschichte haben. Eine Liebesgeschichte voll Verstehen und Verzeihen, Führung und Hilfe, Trost und Geborgenheit, Hoffnung und Zukunft.

Ob die große Menge sieht, ob Sie und ich sehen, dass Jesus der Hirte ist, den wir Menschen brauchen? Wer in dieser Hinsicht nicht kurzsichtig, sondern einsichtig und weitsichtig ist, dem werden die Augen auf- und übergehen: Die Liebesgeschichte mit Jesus ist eine endlose Geschichte! Weil dieser Hirte versprochen hat: er kennt jeden, der seine Stimme hört und ihr folgt. Jeden, der zu ihm gehört, kann nichts aus seiner Hand reißen oder von seiner Liebe trennen. Nicht einmal der Tod. Dem schenkt er Leben über den Tod hinaus. Ewiges Leben!                                                         

Mit einer solchen Gewissheit kann man getrost und getröstet leben und sogar einmal sterben. Deshalb feiern Christen nicht nur heute den 3. Advent oder die ganze vierwöchige Adventszeit. Christen leben eigentlich immer im Advent! Nämlich mit dem und auf den zu, der jeden Tag in Liebe auf sie zukommt und in ihr Leben hineinkommt, um ihnen darin wortstark und tatkräftig zu helfen. Bis er am Ende aller Tage wiederkommen wird, um Gottes neue, endlich heile Welt heraufzuführen. Ich möchte ein Christ sein, der auf Christus zulebt!


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