/ Wort zum Tag

Unvergängliche Freude

Bibelvers

Die vorangingen und die nachfolgten, schrien: Hosianna! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Gelobt sei das Reich unseres Vaters David, das da kommt! Hosianna in der Höhe!

Markus 11,9–10

Ob bei den Filmfestspielen in Venedig, Cannes oder Berlin – es ist immer das gleiche Spektakel. Die Stars der Leinwand fahren in Luxuslimousinen vor. Für sie hat man einen langen roten Teppich ausgerollt. Sobald sie ihn betreten, bricht ein Blitzlichtgewitter der Fotografen los und die Menge der Schaulustigen in Jubel aus.

Ganz anders Jesu Einzug in Jerusalem vor 2000 Jahren! Er reitet auf einem Arme-Leute-Tier, einem Esel. Vor ihm breitet man nur verschwitzte Gewänder und staubige Laubbüschel aus. Doch auch ihm jubelt man zu. Man feiert ihn mit einem Satz aus Psalm 118: „Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn!“ Man empfängt ihn wie den lang ersehnten Messias Israels. Denn wenn die Juden von dem ihnen verheißenen göttlichen Retter und Befreier sprachen, nannten sie ihn den, „der da kommt.“

Wegen seiner unglaublichen Wunder ist die jubelnde Menge überzeugt: Jesus ist dieser Mann! Er wird das Reich Davids, des größten Königs Israels, wieder aufrichten. Er wird die verhassten römischen Besatzer aus dem Land jagen und Freiheit, Frieden und Wohlstand bringen. Trotzdem geht ihrem Jubelruf kein Halleluja, kein „Gelobt sei Gott“ voraus, sondern ein Hosianna, zu Deutsch: „Herr, hilf doch!“ Mit diesem Gebetsschrei erbitten und wünschen sie sich Glück von Gott.

Doch Jesus ist kein irdischer Glücksbringer. Er ist auch kein politischer Heilsbringer. Er ist der himmlische Überbringer der Liebe Gottes. Einer Liebe, die ihresgleichen sucht. Denn sie liebt vorurteilslos, grundlos, bedingungslos und deshalb – unerwartet! Sie hat einen langen Atem. Sie gibt niemanden auf. Sie hält es aus, enttäuscht, verletzt oder gar vergessen zu werden. Sie hört nicht auf, trotzdem zu lieben. Sie vergibt immer neu.

Jesus ist aber nicht nur Überbringer dieser Liebe. Er ist selber ganz von ihr erfüllt. So erfüllt, dass sie von ihm ausströmt, er sie geradezu verströmt, verschenkt. Einfach gratis! Jesus will nämlich mehr sein als nur ein Sozialreformer. Er will nicht nur gesellschaftliche oder wirtschaftliche Verhältnisse ändern. Er möchte Menschen für Gottes Liebe gewinnen und durch sie Menschen und Verhältnisse verändern! Deshalb müssen die, die ihm vorangehen, um auf ihn hinzuweisen, aufpassen, dass sie in seiner Ruf- und Hörweite bleiben. Und die ihm nachfolgen, in seiner Spur leben wollen, müssen aufpassen, dass sie nicht den Kontakt zu ihm verlieren. Denn nur Jesus nahe sein ist Glück – unser Glück!

Nirgends sind wir ihm näher als unter dem Kreuz, an dem er aus Liebe sein Leben für uns ließ. „Erst unter Jesu Kreuz wird unser Hosianna wahr“, hat jemand einmal gesagt. Nur unter Jesu Kreuz können wir beten: „Herr, hilf doch! Sei mir gnädig. Sonst bin ich verloren.“ Und Jesus macht sein Versprechen wahr: „Wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.“ Dem öffnet er die Tür ins Reich Gottes. Der gehört nun zum Hause Davids. Mehr noch, zur Familie Gottes! Der erfährt, wie Jesus bei ihm die Fürsorge und Führung übernimmt und ihm immer näher kommt.

Der kann dann auch das Halleluja anstimmen: „Gelobt sei Gott!“ Denn der erlebt die größte Freude, die es gibt: Durch Jesus Gott zum Freund haben und zu ihm Vater sagen zu können. Eine Freude, die auch in die Tiefen unseres Lebens hineinreicht – in Versagen und Verlust, in Schmerz und Trauer – wo wir nur Hosianna schreien können: „Herr, hilf doch!“ Eine Freude, die uns in unserem Leid festhält, trägt und tröstet. Eine Freude, die uns niemand nehmen kann, weil sie am Ende in Gottes ewiges Reich mündet. Dann wird unser Mund voll Lachens und unsre Zunge voll Rühmens sein, weil dort nicht mehr gekämpft, gelitten, geweint und gestorben wird. Das ist heute schon ein Halleluja wert!

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