/ Wort zum Tag

Mit Gott Schokolade essen

Bibelvers

Gottes unsichtbares Wesen, das ist seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit der Schöpfung der Welt ersehen aus seinen Werken, wenn man sie wahrnimmt.

Römer 1,20

Es geht um den unsichtbaren Gott. Er selbst bleibt unseren Augen verborgen. Doch das, was er tut, macht ihn erkennbar. Sein Handeln hat Auswirkungen, die auf seine Wirklichkeit hinweisen. Albert Frey hat es in einem seiner Lieder so zusammengefasst:

„Unseren Augen verborgen, doch mit dem Herzen zu sehn. Unser Verstand kann nicht fassen, was wir im Glauben verstehen. Gott lässt sich finden, wenn wir suchen. Gott wird uns hören, wenn wir rufen: Zeige uns dein Angesicht. Gott ist Liebe. Gott ist Geist, den die ganze Schöpfung preist.“

Ich denke, dieses Lied sagt genau das, was der Apostel Paulus im Römerbrief schreibt. In Römer 1, Vers 20 heißt es: „Gottes unsichtbares Wesen, das ist seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit der Schöpfung der Welt ersehen aus seinen Werken, wenn man sie wahrnimmt.“ Paulus verbindet seine Aussage mit einer Einschränkung. Wenn man sie wahrnimmt, nur dann sind die Werke Gottes für den Menschen sichtbar. Aber wie ist es um unsere Wahrnehmung bestellt, so frage ich mich? Meine Lebenserfahrung sagt mir, dass sie nicht bei allen Menschen gleichermaßen ausgeprägt ist. Mir fällt dazu eine Geschichte ein, die ich mal gelesen habe:

„Ein kleiner Junge will Gott kennen lernen. Er vermutet, der Weg ist weit. Darum packt er Schokoriegel und einen Sechserpack Limonade in sein Köfferchen und geht los. Drei Häuserblocks weiter trifft er auf eine alte Frau. Sie döst auf einer Parkbank vor sich hin. Der Junge setzt sich neben sie und öffnet sein Köfferchen. Er will einen Schluck Limonade trinken. Da fällt ihm auf, wie hungrig die alte Frau aussieht, und so bietet er ihr einen Schokoriegel an. Sie nimmt ihn dankbar entgegen und lächelt ihn an. Der Junge findet ihr Lächeln entzückend. Er will es noch einmal sehen – und bietet der alten Frau auch eine Flasche Limonade an. Wieder lächelt sie ihm zu.

Sie sitzen den ganzen Tag nebeneinander und essen und lächeln. Aber keiner von ihnen spricht ein Wort. Als es dunkel wird, steht der Junge auf und geht. Doch nach wenigen Schritten kehrt er um, rennt zu der alten Frau zurück und umarmt sie. Da schenkt sie ihm noch ein Lächeln – ihr allerschönstes. Als der Junge zu Hause ankommt, wundert sich seine Mutter: „Du strahlst ja so! Was hast du heute gemacht?“ Er antwortet: „Ich habe mit Gott zu Mittag gegessen, im Park. Stell dir vor: Sie ist ganz alt, hat aber das schönste Lächeln der Welt.“

Mittlerweile ist auch die alte Frau zu Hause angelangt, mit strahlenden Augen und überglücklich. So hat ihr Sohn seine Mutter noch nie gesehen. „Mutter“, fragt er, „was hast du heute gemacht? Du freust dich ja so!“

„Denk nur“, antwortet sie, „ich habe mit Gott Schokoriegel gegessen und Limonade getrunken. Und weißt du was? Er ist viel jünger, als ich dachte, und gibt gerne etwas ab!“

Die Geschichte ist rührend und sicher von jemandem erfunden. Sie lässt auch viele Fragen offen, was es mit der Wahrnehmung der Menschen auf sich hat, und wie Menschen Gott erkennen können. Trotzdem gefällt sie mir, weil sie mich aufmerksam macht, aufmerksamer und wacher zu sein. So möchte ich Gott erkennen, nicht nur in Jesus Christus, in der Natur, sondern auch in Menschen und Begegnungen. Ich möchte wahrnehmen, was anderen gut tut und ich ihnen geben kann und dadurch selbst beschenkt werden, wie der Junge und die alte Frau in der Geschichte.

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