/ Wort zum Tag

„Du wirst mich kennenlernen!“

Christoph Reeps über 3. Mose 10,3

Bibelvers

Das ist’s, was der HERR gesagt hat: Ich erzeige mich heilig an denen, die mir nahe sind, und vor allem Volk erweise ich mich herrlich.

3. Mose 10,3

„Da kannst du mich aber mal richtig kennen lernen!“ Meistens ist das keine freundliche Einladung zu einem gemütlichen Date. Das klingt eher nach einer Grenzbefestigung. „Bis hierher und nicht weiter!“ oder „Wenn du mich noch weiter verärgerst, dann lernst du meine unangenehmen Seiten kennen.“ Können Sie sich vorstellen, dass Gott so redet? Können Sie sich vorstellen, dass der liebe Gott mal kein „lieber“ Gott mehr ist, dass er mal so richtig Grenzen setzt und drein schlägt? Im Alten und im Neuen Testament wird uns mehrfach so etwas berichtet. Plumps, da liegt einer tot da. Aus ist’s. Manchmal auch mehr als einer. Und das sind nicht mal Mörder oder Kindesentführer, über die die Regenbogenpresse herziehen würde. Das sind auch nicht Gotteslästerer oder Satansanbeter, die sich offen gegen Gott stellen. Nein, das sind manchmal Leute, die ganz nahe an Gott dran waren. Leute, die ihm sogar gedient haben. Und doch haut Gott sie einfach so um.

Warum? Weil sie eine Grenze übertreten haben. Weil sie Gott nicht ernst genommen haben. Und da geht Gott mit Menschen, die ihn kennengelernt haben und es eigentlich besser wissen müssten, viel härter um, als mit Menschen die ihm noch ganz ferne sind und von denen auch kein Gehorsam zu erwarten war.

So ging es jedenfalls auch den beiden Priestern Nadab und Abihu, ganz in der Anfangszeit des Volkes Israel. Das Volk war schon aus Ägypten heraus geführt, aber noch nicht im Gelobten Land angekommen. Sie zogen noch in der arabischen Wüste umher. Die beiden Priester waren Söhne von Moses Bruder Aaron, also führende Leute, die ganz an der Spitze des Volkes standen. Und auf die darum auch die anderen Leute schauten: Was machen die? Wie verhalten die sich? Und diese zwei Priester, Söhne des obersten Priesters, hatten in der Stiftshütte, dem damaligen mobilen Heiligtum, ihren Dienst zu tun. Und für diesen Dienst gab es Vorschriften von Gott, zum Beispiel auch, was als Weihrauch verbrannt werden darf. Das war bekannt. Doch diese zwei Priester nahmen es nicht so genau. Sie nahmen Gott nicht so richtig ernst. „Was geht’s uns an, was Gott gesagt hat. Hauptsache, es sieht so aus und riecht ein bisschen.“

Aber Gott sich das ließ nicht gefallen. Gott lässt sich nicht betrügen. Mit einem Feuerschlag lässt Gott die beiden Männer sterben.

Das Erschrecken ist groß. Betroffenheit. Warum? Wieso? Ist das so schlimm? Das war doch nur ein etwas billigeres Brennmaterial? Doch Gott erklärt durch Mose: Bei denen, die mir nahen, will ich geheiligt und vor dem ganzen Volk will ich verherrlicht werden.

Warum ein so rigoroses Vorgehen? Warum geht Gott so hart gegen seine Mitarbeiter vor? Ist das überzogen? Sollte Gott nicht lieber etwas mehr durchgehen lassen?

Mal anders herum gefragt: Möchten Sie einen Gott haben, der alles durchgehen lässt? Möchten Sie einen Gott haben, dem jeder auf der Nase herum tanzt? Was ist ein Gott wert, bei dem alles beliebig ist? Was ist ein Gott wert, dessen Anordnungen bedeutungslos sind? Und welchen Wert sollten wir seinen Zusagen geben, wenn seine Anordnungen bedeutungslos sind? Warum sollte ich mich auf die Zusagen von jemandem verlassen, dessen sonstiges Gerede nur Seifenschaum ist?

Nein, da habe ich lieber einen Gott, von dem ich weiß: Was er sagt, das meint er auch und das hält er auch.

Trotzdem bin ich froh, dass Gott auch an vielen Stellen Gnade walten lässt. Aber Gnade ist etwas anderes als Beliebigkeit. Gnade zeigt mir, dass etwas falsch ist, und dennoch wird mir Straferlass und Neubeginn gewährt. Beliebigkeit macht eine Beziehung belanglos. Gnade und Vergebung vertiefen eine Beziehung. Gnade macht dankbar. Klarheit macht wertvoll. Darum will ich diesen Gott ehren und hoch achten, so wie er es wünscht: Bei denen, die mir nahen, will ich geheiligt und vor dem ganzen Volk will ich verherrlicht werden.
So steht es im 3. Mosebuch, Kapitel 10, Vers 3.


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