/ Wort zum Tag

„Es wird regiert…“

Jürgen Schweitzer über Daniel 7,14

Bibelvers

Seine Macht ist ewig und vergeht nicht, und sein Reich hat kein Ende.

Daniel 7,14

Es hat Gott wohlgefallen, dass in Christus alle Fülle wohnen sollte und er durch ihn alles mit sich versöhnte, es sei auf Erden oder im Himmel, indem er Frieden machte durch sein Blut am Kreuz.

Kolosser 1,19–20

Wer ist der Größte? Wer hat die Macht? Wer die Macht hat, kann was machen, und die anderen müssen sich danach richten. Lange Zeit hatten Könige die Macht, aber heute haben die meisten Könige nur noch Repräsentationsaufgaben zu erfüllen. Haben also die Politiker die Macht? In gewisser Weise ja.

Aber wer hinter die Kulissen schaut, der weiß: Die Politiker müssen sich in vielerlei Hinsicht nach anderen richten, sie können nicht einfach machen, was sie wollen. Sie sind abhängig von Mehrheiten, abhängig von der Gunst der Wähler, abhängig von gesellschaft­lich bedeutenden Interessen­gruppen, abhängig nicht zuletzt auch vom Geld bzw. von denen, die darüber im großen Stil verfügen. Wer das große Geld hat, so scheint es, hat heute die Macht; wer das große Geld hat, kann machen, was er will. Und manchmal haben wir auch den Eindruck:
Das Böse hat die Macht, weil so vieles in der Welt schief läuft.

Wer ist der Größte? Wer hat die Macht? Der jüdische Prophet Daniel hat ihn kennengelernt - wenigstens im Traum: den Menschensohn. Daniel bringt seine Ehrfurcht zum Ausdruck mit den Worten: „Seine Macht ist ewig und vergeht nicht, und sein Reich hat kein Ende“ (Daniel 7,14). Kein Zweifel: Der Menschensohn hat die Macht. Und dieses Wissen weitet Daniels Horizont ungeheuer, das krempelt sein Leben um, das gibt ihm Zuversicht und Durchhaltevermögen in schwieriger Zeit.

Immer wieder kommen Menschen ins Zweifeln, ob denn Gott überhaupt noch am Ruder ist. Wo bleibt Gottes Macht? Wo hat der Menschensohn, wo hat Jesus Christus seinen Einfluss? Wie ist es um seine Kirche bestellt, um die Christen? Der Prophet Daniel hat genau gegen solche An­fechtungen einen Traum geschenkt bekommen, und genau gegen solche An­fechtungen hat er ihn aufgeschrieben in der Kraft des Heiligen Geistes.

Daniel hatin seinem Traum ganz deutlich den Christus vorausgesehen­, der sich selbst als „Menschen­sohn“ be­zeichnet. Einige hundert Jahre später bezeugt Jesus von sich vor dem hohen Rat der Juden: „Ihr werdet den Menschen­sohn kommen sehen auf den Wolken des Himmels“ (Matthäus 26, 64). Und nachdem er für uns gestorben und auf­erstanden ist, bestätigt Jesus: „Mir ist gegeben alle Macht im Himmel und auf Erden“ (Matthäus28,18).

Von Jesus ist uns bezeugt, dass er sich zur Rechten des Vaters gesetzt hat, mit ihm herrscht und mit ihm richtet. In vielen Völkern und Sprachen bekennen Christen: Er ist „auf­gefahren in den Himmel. Er sitzt zur Rechten Gottes (…), von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.“ Jesus Christus ist der König über alle Könige, er ist der Herr aller Herren.

Er hat alle Macht – auch wenn sie jetzt noch verborgen ist unter der Gestalt des Kreuzes, in Schwachheit und Armut seiner Kirche und seiner Gläubigen.
Er hat die Macht, er kann alles machen.
Und vor allem: Seine Macht ist ewig, seine Macht hat den längsten Atem.
Jesus hat in seiner Liebe das letzte Wort.
Er behält die Macht, so ist es der Wille des Vaters im Himmel.

„Es wird regiert“. So formulierte es der bedeutende Theologe Karl Barth am Vorabend seines Todes am 10. Dezember 1968: „Ja, die Welt ist dunkel. .... Nur ja die Ohren nicht hängen lassen! Nie! Denn es wird regiert, nicht nur in Moskau oder in Washington oder in Peking, sondern es wird regiert, und zwar hier auf Erden, aber ganz von oben, vom Himmel her!

Gott sitzt im Regimente! Darum fürchte ich mich nicht. ... Gott lässt uns nicht fallen, keinen einzigen von uns ... ! - Es wird regiert!“ Das ist tröstlich. Wir können zu Christus gehören, der die Macht hat auf immer und ewig. Bei ihm können wir uns ganz sicher und geborgen fühlen! „Jesus Christus herrscht als König, alles wird ihm untertänig, alles legt ihm Gott zu Fuß.“ (= Erste Strophe eines Kirchenliedes)
Ist das nicht wunderbar?


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