/ Wort zum Tag

Mit Gott auf Du und Du

Horst Sternberg über Psalm 23,5

Bibelvers

Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.

Psalm 23,5

Ein Mensch sitzt an einem Tisch. Es gibt Vieles, was ihn bedrängt: Angst vor der Zukunft, vor anderen Menschen. Feinde, Ablehnung überall. Böse Diagnosen! Und doch scheint diese Bedrängnis ihn nicht aus der Bahn zu werfen! Er lächelt still vor sich hin. Jetzt erhebt er sein Haupt, bewegt die Lippen! Ich höre: „Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein!“ (Psalm23,5.)

Viele Menschen lesen oder hören diese Worte. Etliche fragen vielleicht: Gibt es da nicht so manchen Bericht im Alten Testament über Priester und Könige, die mit kostbarem Öl benetzt wurden? Wurden nicht auch manche Menschen wie bei einer Krönung mit Öl zu höchsten Ehren und Ämtern mit Öl gesalbt? Gab es für diese so Geehrten in diesem Zusammenhang nicht oft auch von Gott einen bestimmten Auftrag mit der Befähigung, dieser Aufgabe gerecht zu werden?

Vieles davon liegt viele Jahrhunderte zurück. In jener Zeit betete jemand zum ersten Mal: „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln!“ Und weiter im Vers 5: „Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde! Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein!“

Mein Hirte und Du, so eng, liebe- und vertrauensvoll soll und darf das Verhältnis zu unserem Schöpfer, zum Vater Jesu Christi und unserem Vater im Himmel sein. Er ist Ihr und mein guter Hirte! Wir begegnen uns als Freunde, obwohl er unser Schöpfer, unser einziger Herr ist. Er deckt uns auch in unseren dunkelsten Tagen mit all' dem den Tisch, was uns satt macht, uns zutiefst erfreut und stärkt, alles zu durchleiden! In allen unseren Herausforderungen können wir bestehen. Auch da, wo wir nur Niederlagen erwarten. Denn wir stehen unter Gottes Segen. Wir leben, weil er uns immer wieder mit seiner Fülle der Liebe und Gnade beschenkt. Das hat er in seinem unvergänglichen Wort zugesagt.

Während ich das sage, erinnere ich mich an Christen, die mir wiederholt klagten, auf wieviel sie verzichtet hätten, weil sie glaubten! Da klang Bedauern heraus.

Ich habe das nie ganz verstanden. Mit 24 Jahren wollte ich endlich wissen, was es mit dem christlichen Glauben auf sich hat. Wo war davon etwas zu erfahren? Ein Bekannter hatte sich vorher auf einem evangelischen Seminar angemeldet. Eine Möglichkeit auch für mich? Ich war zwar als Baby getauft worden und meine Eltern zwangen mich später, am Konfirmationsunterricht teilzunehmen. Mir ging das total gegen Strich. Meine Proteste wurden von ihnen nicht beachtet. Später ging ich brav in den Gottesdienst. Glaube an den dreieinigen, Gott, an einen liebenden Vater? Fehlanzeige! Mein Leben wurde durch den Sport, meinen Beruf, später auch von einer damals verbotenen rechtsradikalen Partei vollauf bedient. Aber ich war immer wieder Christen begegnet, die etwas kannten und lebten, was mir völlig fremd war. Darum also dieser Schritt heraus aus meinem bisherigen Leben. Dabei erlebte ich in den nächsten Jahren bis heute immer wieder, wie spannend, abenteuerlich, glückbringend es ist, wenn man zu Gott gehört.

Verzicht? Womit Gott mich nun schon über 60 Jahre beschenkte, das wog alles auf, was in dieser Zeit nicht mehr möglich war. Von verzichten zu sprechen, ist mir schlicht unmöglich. Ich käme mir sonst wie ein undankbares Kind vor. „Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbst mein Haupt mit Öl und schenkst mir voll ein“, formuliert der Beter.

Im Neuen Testament wird uns durch den Apostel Johannes im Blick auf Jesus Christus gesagt : „Aus seiner Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade!“ Aus seiner Fülle! Davon schreibt der Apostel Paulus an Christen in der Stadt Ephesus: „Der Schöpfer und Vollender aller Dinge lebt in der Gemeinde mit seiner ganzen Fülle!“ Und darum in Ihnen und mir!


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