/ Wort zum Tag

Paulus predigte das Reich Gottes

Bibelvers

Paulus predigte das Reich Gottes und lehrte von dem Herrn Jesus Christus mit allem Freimut ungehindert.

Apostelgeschichte 28,31

Man sagt, es gebe Menschen, die in ihrer Tageszeitung zuerst die Todesanzeigen lesen. Häufig kommen bei diesen Anzeigen nicht nur die Betroffenheit und die Trauer zum Ausdruck, sondern auch der Wunsch, das Leben des Verstorbenen in einem charakteristischen Satz zusammen zu fassen.

„Nur Arbeit war sein Leben“, ist dann solch ein das Leben zusammenfassender Satz. Das regt an, einmal zu überlegen, was für ein Kernsatz denn für mein eigenes Leben zutreffen würde. Was könnte einmal so in Worte gefasst und umfassend beschreibend über meinem Leben stehen? „Er hat seine ganze Kraft immer für andere eingesetzt“, ist zum Beispiel solch eine Variante. Oder diese hier: „Sie gab nie jemanden auf“. Sicher schwierig, wenn es heißen würde, „er war immer nur sich selbst der Nächste.“

Der Bibelvers ist zwar nicht für eine Traueranzeige verfasst worden. Aber es soll ganz offensichtlich eben dem Zweck dienen, das bisherige Leben eines Menschen so prägnant wie möglich zusammen zu fassen. Der Satz findet sich in der Apostelgeschichte des Lukas, der letzte, abschließende Vers: „Paulus predigte das Reich Gottes und lehrte von dem Herrn Jesus Christus mit allem Freimut ungehindert.

Mit dieser Bemerkung schließt Lukas seinen Bericht über die Anfänge der Kirche Jesu Christi. Es begann mit dem Ereignis zu Pfingsten, setzte sich fort mit der Gründung von Gemeinden in Judäa und Samarien und beschreibt schließlich ausführlich die Evangelisationen und Gemeindegründungen des Apostels Paulus. Zuletzt stoppt der Weg des Paulus in Rom, wo er zwar im Hausarrest inhaftiert ist, aber offensichtlich recht ungehindert Leute empfangen kann. All dies soll sagen: Das Evangelium von Jesus hat seinen Siegeslauf genommen und es läuft weiter – bis ans Ende der Welt. Doch der Satz ist nicht nur ein Doppelpunkt in der Geschichte der Kirche. Sondern es ist mindestens ebenso eine Beschreibung dessen, was das Leben des Apostels Paulus geprägt hatte.

Er predigte das Reich Gottes. Er war erfüllt und restlos begeistert von der Zukunft, die Gott schaffen möchte. Paulus war unermüdlich darin, trotz Rückschlägen und Hindernissen, den Menschen seiner Zeit anzusagen: Euer Hier und Heute ist nicht das Letzte. Ihr müsst nicht meinen, alles und jedes Greifbare in dieses Leben hineinpacken zu müssen. Gott, unser Schöpfer, hat Größeres im Sinn. Er hat eine herrliche und für uns noch unvorstellbar schöne Zukunft bereitet. Euer Leben hier erhält seinen eigentlichen Wert und seinen Glanz erst von dieser Aussicht her auf das, was Gott schaffen möchte.

Und wer immer meinte, dass davon noch nichts wahrzunehmen sei, den wies Paulus hin auf Jesus. Jesus, der Prediger aus Nazareth und der Mann am Kreuz ist der Beweis dafür, dass Gott es ernst meint mit seiner Zukunft und ernst meint damit, dass er diese Zukunft seinen Menschen schenken möchte.

Das war der zweite Angelpunkt vom Leben des Paulus: Jesus war ihm konkurrenzlos wichtig geworden. Denn durch seine Beziehung zu Jesus schmeckte er schon jetzt, was Gott vorbereitet hat für die Zukunft. Darum konnte Paulus auch so Manches ertragen, das ihn bei seinem Wirken als Bote für Jesus hindern wollte. So war sein Leben bestens beschrieben durch seine Begeisterung von Jesus.

In seiner Biographie gibt es auch noch eine andere Seite: Die Zeit seines Lebens, als er Jesus noch nicht persönlich kannte. Da war er ein Kämpfer für seine eigene Gerechtigkeit. Er wollte aus eigener Kraft der vorbildliche Mensch sein. Doch dieser Weg misslang. Dafür trat ihm Jesus in den Weg. Von diesem Augenblick an kannte Paulus nur noch diesen einen Wunsch. Was ihm widerfahren, musste die ganze Welt hören: Gott schafft Zukunft und die hat in Jesus schon begonnen.

So konnte also am Ende des Berichtes über ihn und wohl auch am Ende seines Lebens dieser Satz stehen, dass Jesus seinem Leben die entscheidende Wende gegeben hat.

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