/ Wort zum Tag

Moderne Götter taugen nicht

Alexander Nussbaumer über Jeremia 2,28.

Bibelvers

Wo sind denn deine Götter, die du dir gemacht hast? Lass sie aufstehen; lass sehen, ob sie dir helfen können in deiner Not!

Jeremia 2,28

Den Israeliten wurde erst im Lauf der Zeit klar, dass es nur einen einzigen Gott gibt, der diesen Namen verdient. Wenn im ersten Gebot verlangt wird, dass die Israeliten keine anderen Götter neben Jahwe haben sollen, ist damit nicht ausgeschlossen, dass es diese anderen Götter geben könnte. Das Gebot stellt einfach klar, dass sie nicht verehrt werden sollen. Im Lauf der Jahrhunderte wurde dem Volk immer klarer, dass all die anderen Mächte, die von den Völkern in der Nachbarschaft als Götter verehrt wurden, Nichtse waren. Diese Götter und ihre figürlichen Darstellungen werden denn auch in den späteren Schriften des Alten Testaments mit beißendem Spott bedacht. So auch im heutigen Tagesvers:

„Was bei den Völkern gilt – das ist Nichts! Es ist Holz, das einer im Wald geschlagen hat, das Werk der Hände eines Handwerkers, mit dem Beil geschlagen! Mit Silber und mit Gold verziert er es, mit Nägeln und mit Hämmern befestigt man es, es darf nicht wackeln.“ (Jeremia 10,3f)

In der heutigen Tageslosung schimmert der Spott durch: Wo sind denn nun die vielen selbstgemachten Götter? Können sie etwa helfen? Übers Ganze gesehen wird in der Bibel der Himmel radikal entvölkert. Es gibt nur einen einzigen lebendigen Gott, der wirklich helfen kann. Damit werden tausende von anderen sogenannten Götter abgeschafft. Baal und Astarte z.B. waren in Alten Orient hoch verehrte Gottheiten. Baal, der keulenbewehrte starke Kriegsgott und Astarte, die vielbrüstige Fruchtbarkeitsgöttin standen hoch im Kurs. Heute kennen nur noch Bibelleser ihre Namen. Sie sind Nichtse, ölverschmierte Steinfiguren, Trugbilder. Sonne und Mond sind keine Götter sondern nur Funzeln, die Gott an den Himmel gehängt hat, wie im ersten Schöpfungsbericht zu lesen ist. Sie haben keine Macht, sondern eine klar zugewiesene Aufgabe: Sie sollen den Rhythmus von Tag und Nacht bestimmen.

In unserer heutigen Zeit stellen die Götter der Antike keine Konkurrenz für den biblischen Gott mehr dar. Zeus und seine Entourage sind allenfalls noch Figuren in Mythologien, die eine spannende Lektüre versprechen. Unsere modernen Götzen sind anderer Art. Viele davon lassen sich unter dem Oberbegriff „Macht“ zusammenfassen. Der Mensch strebt an, über alles und jeden Macht auszuüben und versucht so, Gott zu spielen. Über diese Macht will er autonom verfügen. Er will sie nicht teilen oder sich gar jemandem unterordnen.

Da gibt es z.B. die Macht über das Leben. Kinder, die man nicht haben will, werden abgetrieben. Kinder, die man will, werden wenn möglich im Reagenzglas gezeugt und so ausgewählt, dass sie möglichst perfekt herauskommen. Auch über das Ende des Lebens will man selber bestimmen und nicht demütig auf den Ablauf der Lebensfrist warten.

DAS sind unsere modernen Götzen. Ihre Verehrung am lebendigen Gott und seinen Geboten vorbei führt uns in Teufels Küche. In unserm Leben soll uns eine andere Haltung begleiten. Sie kommt in den folgenden Versen aus Psalm 31 zum Ausdruck:

„Ich hasse, die sich an nichtige Götzen halten.

Ich aber vertraue auf den HERRN.

Ich will frohlocken und mich freuen an deiner Gnade,

dass du mein Elend gesehen,

auf die Nöte meiner Seele geachtet hast.

Ich aber vertraue auf dich, HERR, ich spreche:

Du bist mein Gott. In deiner Hand steht mein Geschick.“


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