/ Wort zum Tag

Verliebt, verlobt.. und dann?

Johannes Holmer über Offenbarung 3,11.

Bibelvers

Halte, was du hast, dass niemand deine Krone nehme!

Offenbarung 3,11

Du musst innewerden und erfahren, was es für Jammer und Herzeleid bringt, den HERRN, deinen Gott, zu verlassen und ihn nicht zu fürchten.

Jeremia 2,19

Als ich Jugendlicher war, hat man oft einen spaßig gemeinten Satz gehört, wenn sich jemand verlobt hatte: „Verlobt sein, bedeutet: festhalten und weitersuchen“. „Festhalten und weitersuchen“ - Man kann ja mal seinen Spaß machen. Aber nach dieser Devise hätte das bei mir wohl nicht funktioniert. Ich weiß nicht, ob es je wirklich funktioniert hat.

Denn auch für eine Verlobung (in der Zeit, als man sich noch verlobte) war es wichtig, dass man einander vertrauen konnte. „Festhalten und weitersuchen“, bedeutet ja eigentlich: Leg dich nur nicht fest. Mach nicht zu schnell Nägel mit Köpfen; halte dir mal schön noch ein kleines Hintertürchen offen.

Das ist die Art der Welt, in der wir heute leben. Ich habe viele Trauungen im Jahr in den Luxushotels in unserem Gemeindebereich geleitet. Ich erlebe es kaum noch, dass ein Paar nicht schon jahrelang vor der anstehenden Hochzeit miteinander in einer Wohnung lebt. Also, sich zu schnell zu binden, das legt einem nur Fesseln an. In einem Vers aus der Offenbarung, bekommt Johannes von Gott den Auftrag, der christlichen Gemeinde in Philadelphia zu sagen: „Halte, was du hast, dass niemand deine Krone nehme“.

Hier geht es auch um eine Art Verlobung. Denn die Gemeinde Jesu ist mit ihrem Herrn so eng verbunden, dass es in der Bibel oft mit einer Verlobung verglichen wird. Und diese Verlobung läuft, wenn alles gut geht, genau wie eine Verlobung zwischen Mann und Frau, auf die Hochzeit zu. Jesus spricht sogar mehrfach in Gleichnissen – biblischen Beispielgeschichten – davon.

Einmal sagt er: „Da waren 10 Jungfrauen, die zu einer Hochzeit eingeladen waren.“ Hier bekommt das Bild zwar einen kleinen gedanklichen „Abstecher“, denn die Jungfrauen sind dort alle „nur“ zur Hochzeit eingeladen und gehen nicht als Braut dorthin. Aber da von einer Braut gar keine Rede ist, sondern nur vom Bräutigam, also Jesus selbst, sind diese Jungfrauen in der Auslegung immer als Bild für die Gemeinde Jesu oder die, die Jesus nachfolgen, angesehen worden.

Sie kommen nur zu der Hochzeit, wenn sie das, was sie haben, nämlich das Öl für ihre Lampen, bis zur Hochzeit, zu der sie eingeladen waren auch wirklich festgehalten haben. Wenn sie bis dahin durchgehalten haben, wenn sie ihrem Herrn treu geblieben sind.

Von Christen in Verfolgung aus China oder Korea oder anderen Ländern habe ich immer wieder gelesen, dass sie wegen ihres Glaubens ins Gefängnis kamen und nie darum gebetet haben, so schnell wie möglich da wieder rauszukommen. Sie haben immer gebetet, dass Gott ihnen die Kraft gibt, IHM treu zu sein, an ihm festzuhalten und für andere ein Segen sein zu können. Seitdem beten wir in unserer Gemeinde jeden Sonntag genau mit diesen Worten für die verfolgte Christenheit.

„Halte, was du hast, dass niemand deine Krone nehme“ bedeutet auch für die Gemeinde in Philadelphia: „Bleib treu; halte durch; halte fest an dem Herrn, der dich erlöst und dir einen Platz bei der Hochzeit Gottes, in der Ewigkeit bei IHM, reserviert hat.

Unmittelbar diesem Satz geht die Zusage Jesu voraus: „Siehe, ich komme bald“. Das bedeutet: Ich komme und werde bei euch sein, ich werde euch nicht allein lassen. Und wenn ich komme, werde ich euch tragen – und am Ende werde ich alles neu machen (Offenbarung 21,5).

Für mich ist dies ein wunderbares Trostwort in wirren Zeiten. Ein Wort der Orientierung auf das Wesentliche, auf das Ewige – in einer Zeit, in der fast alle nur noch auf das Materielle schauen und fast jeder nur noch auf sich. Es ist eine Zeit, in der die Gemeinde Jesu angefochten und verfolgt wird wie nie zuvor. Und es scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein, dass dies auch in unserem Alltag deutlicher werden wird. In der Welt um uns herum sehen wird dies überdeutlich. Es ist auch eine Zeit, in der das Wort Gottes immer stärker angefragt ist und auf dem menschlichen Prüfstand steht. „Halte, was du hast, dass niemand deine Krone nehme“, sagt Jesus. Halte dich an mich!


Ihr Kommentar

Die E-Mail wird nicht veröffentlicht.
Alle Kommentare werden redaktionell geprüft. Wir behalten uns das Kürzen von Kommentaren vor. Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht.

Cookies helfen uns, Ihr Benutzererlebnis zu verbessern. Wenn Sie die Website weiter nutzen, stimmen Sie unseren Datenschutz und Cookie Richtlinien sowie der Speicherung von Daten im Rahmen des EU-US Privacy Shield zu. Mehr erfahren