/ Wort zum Tag

Lasst uns beten!

Walter Ulmer über Sacharja 8,21

Bibelvers

Lasst uns gehen, den HERRN anzuflehen und zu suchen den HERRN Zebaoth; wir selber wollen hingehen.

Sacharja 8,21

Das ist eine typisch biblische Anleitung für unseren Alltag. Kurz, einfach, praktisch. Im Alltag habe ich das sehr gern, wenn es klare Antworten gibt. „Lasst uns gehen, den HERRN anzuflehen und zu suchen“. Das heißt: lasst uns beten. Doch das fordert uns heraus, unser Unvermögen einzugestehen und in Demut, Gott um Hilfe zu bitten. Bei ihm sind wir immer an der richtigen Adresse. Er weiß Lösungen, wo wir mit unserem Latein am Ende sind. Und trotzdem gehe ich im Alltag oft den anderen Weg: Ich überlege z.B. krampfhaft, was wohl die beste Lösung ist. Dann wird noch der Rat von Freunden eingeholt. Beten ist zwar wichtig, meist kommt es aber erst an der zweiten Stelle. Der hier empfohlene Weg ist gut und empfehlenswert: Also: „Lasst uns gehen, den HERRN anzuflehen und zu suchen“.

Nachdenklich macht mich der kleine Nachsatz: „wir selber wollen hingehen“. Er erinnert mich an eine Szene aus dem Matthäusevangelium. Jesus redet mit seinen Jüngern und dem Volk und sagt über die Schriftgelehrten und Pharisäer: „Alles was sie euch sagen, das tut und haltet; aber nach ihren Werken sollt ihr nicht handeln; denn sie sagen‘s zwar, tun‘s aber nicht. (Matthäus 23,3). Später nennt das Jesus „Heuchelei“ und der Apostel Paulus fügt hinzu: „euretwegen wird Gottes Name gelästert“ (Römer 2,24). Hier ist eine wunde Stelle, an der ich oft zu kauen habe. Andern predigen und selbst verwerflich werden (1. Korinther 9,27). Wer ist hier ohne Schuld?

Der Bibelvers ist somit mehr als eine Einladung. Es ist der in Worte gefasste Entschluss, jetzt die Hände zu falten und die Dinge, die uns beschäftigen, vor Gott auszubreiten. Was immer es ist, das mich umtreibt und in Unruhe versetzt, ich darf es vor Gott offenlegen. Er ist der HERR, der auch über den scheinbar unlösbaren Problemen meines Alltags steht. Er kann helfen und retten, befreien und selig machen. Ihn zu suchen, nach ihm zu fragen ist keine Zeitverschwendung, sondern die beste Chance, mitten im Alltag, seine Hilfe zu erfahren. Aber kann ich, angesichts der vielen Aufgaben, die ich zu lösen habe, jetzt unterbrechen und beten? Ja, und es lohnt sich. Denn wenn wir mehr beten, werden wir nicht weniger arbeiten, aber mehr erreichen. Unser Reformator Martin Luther hat uns das vorgemacht. Von ihm ist bekannt, dass er nach dem Grundsatz handelte: Heute habe ich viel zu tun, also muss ich heute viel beten. Damit setzte er das in die Praxis seines Alltag um, was der Bibelvers aus dem Sacharja-Buch uns rät: „Lasst uns gehen, den HERRN anzuflehen und zu suchen“.

Ich lade sie ein, heute diesen Weg mit mir zu gehen.


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