/ Wort zum Tag

„Es ist mein Volk!“

Manfred Schultzki über Sacharja 13,9

Bibelvers

Ich will sagen: Es ist mein Volk; und sie werden sagen: HERR, mein Gott!

Sacharja 13,9

Es wird schon alles gut – wie oberflächlich wird dieses Trostwort manchmal dahin gesprochen. Auch Gott ließ seinem Volk durch den Propheten Sacharja sagen. Es wird alles gut. Aber nicht einfach so. Das hatte eine Vorgeschichte. Sacharja kehrt eine Feststellung Gottes um, die Gott durch den Propheten Hosea hatte bekannt machen lassen: „Dieses Volk ist nicht mehr mein Volk. Sie haben sich abgewendet und nun wende ich mich auch von ihnen ab.“ Damit niemand es vergisst, sollte Hosea sogar einem seiner Söhne den Namen „Lo-Ammi“ geben. Das heißt „Nicht mein Volk“. Die Zurückweisung, die in diesem Namen steckt, sollte mehr als 200 Jahre gelten - eine lange Zeit. Aber sie ist doch nicht endgültig. Sie ist nicht Gottes letztes Wort. Sacharja darf ankündigen: „So spricht der Herr: Ich will sagen: Es ist mein Volk; und sie werden sagen: HERR, mein Gott!“

Verstehen sie, welch eine Wohltat das ist? Das ist das Ende des Schweigens Gottes. Und damit endet zugleich das Leiden der Menschen. Sacharja weiß schon noch von Prüfungen. Richtig ist auch, dass diese Zusage Gottes sich nicht auf alle bezieht, sondern nur auf einen kleinen Teil des Volkes Israel. Aber dem gilt sie und das ist entscheidend.

Wie passend, dass dieser alttestamentliche Vers gerade für den Pfingstmontag ausgelost wurde. Die christliche Gemeinde erkennt: Seit Pfingsten erfüllt sich diese Zusage Gottes noch mehr. So spricht der Herr: Ich will sagen: Es ist mein Volk; und sie werden sagen: HERR, mein Gott!

Diese Erfüllung hat begonnen mit dem Kommen von Jesus in diese Welt. Jesus kam bewusst zum Volk Israel. Damit hat Gott bestätigt: Es ist mein Volk. Diese Menschen gehören zu mir. Mit dem Sterben und der Auferstehung von Jesus ging die Verheißung auf ihre Vollendung zu. Der Prophet Sacharja kündigte dieses Ereignis in Kap 13, 7 so an: „Schwert, mache dich auf über meinen Hirten, über den Mann, der mir am nächsten ist.“ 50 Tage nach dem Fest der Auferstehung aber schließt sich nun das Pfingstfest an. Die Jünger werden mit dem Heiligen Geist ausgerüstet. Er ist der Geist, der uns lehrt die Antwort zu geben auf Gottes Zuwendung und zu sagen: „Herr, mein Gott!“ Das hatte Petrus am ersten Pfingsten gepredigt. Das haben die Jünger mehr als 200 Jahre öffentlich gemacht. In den Jahren darauf wird die Schar derer, die sagen: „Herr, mein Gott“ immer größer. Juden und Heiden bekennen sich zu Jesus Christus und Gott, seinem Vater.

Aber der Heilige Geist lehrt uns nicht nur, ein solches Bekenntnis abzulegen. Er lehrt uns auch, mit Christus zu leben. Damals, beim ersten Pfingstfest, fragten die Zuhörer in Jerusalem den Petrus: „Was sollen wir tun?“ Seine Antwort: „Tut Buße und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des Heiligen Geistes. Denn euch und euren Kindern gilt diese Verheißung und allen, die fern sind, so viele der Herr, unser Gott, herzurufen wird.“

Wer sich an Gott wendet, wird zugleich nach Gottes Willen fragen. Was soll ich tun? Das kann gar nicht anders sein. Denn er ist ja Teil des Volkes Gottes und Jesus Christus ist sein Herr. In diesem Sinn wünsche ich Ihnen allen ein frohes Pfingstfest.


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