/ Wort zum Tag

Ich bin Gott und sonst keiner mehr

Alexander Nussbaumer über Jesaja 46,9.

Bibelvers

Gedenkt des Vorigen, wie es von alters her war: Ich bin Gott und sonst keiner mehr, ein Gott, dem nichts gleicht.

Jesaja 46,9

Was war „schon immer“? Nichts von all dem, was wir um uns herum sehen. Die Menschen, Tiere und Pflanzen um uns herum haben ein bestimmtes Alter, sie waren nicht schon immer da. Nicht einmal die Berge, die Sonne, der Mond und die Sterne waren schon immer da. Unabhängig davon, für wie alt wir das Universum halten, es hat ein bestimmtes Alter und war vorher nicht da.

Wenn wir an unseren Schöpfergott glauben, dann setzte er einmal einen Nullpunkt, er erschuf „den Himmel und die Erde“ und damit Raum und Zeit. Es hat daher auch keinen Sinn, von einem „Vorher“ zu sprechen, denn das würde ja voraussetzen, dass es da die Zeit schon gegeben hat.

Gott steht außerhalb des Raumes. Er ist unermesslich und nicht an unsere räumliche Beschränktheit gebunden. Gott steht außerhalb der Zeit, er steht darüber. In diesem Sinn ist er „ewig“, überzeitlich. Er hat den Überblick über die Zeit. Das ist einer der großen Gegensätze zwischen Schöpfer und Geschöpf, zwischen Gott und uns. Wir sind in Raum und Zeit eingebettet. Unser gesamtes Denken kann sich davon nicht lösen, spielt sich immer in diesen Kategorien ab. Gott hingegen ist souverän. Er ist als der, der all dies erschaffen hat, selber nicht daran gebunden.

Der 90. Psalm spricht von dieser Grundspannung: Du, Gott, warst schon, bevor die Berge geboren wurden und die Erde unter Wehen entstand, und du bleibst in alle Ewigkeit. Für dich sind tausend Jahre wie ein Tag, so kurz wie ein paar Nachtstunden. Siebzig Jahre sind uns Menschen zugemessen, wenn es hoch kommt, achtzig. Wie schnell ist alles vorbei, und wir sind nicht mehr! Lass uns unsere Tage zählen, damit wir ein weises Herz gewinnen.

An den Anfang sollen wir denken, an das, was schon immer da war, ermahnt uns die Tageslosung. An Gott selber – den einzigen Gott! – an ihn sollen wir zweifellos denken, denn er war von Anfang an da. Und woran sonst noch? Gott war Liebe schon „vor“ Erschaffung der Welt. Ich schließe mit drei Gedichtstrophen, die ich zum Anfang des Johannesevangeliums geschrieben habe:

Gottes Wort den Anfang setzte,
schuf aus nichts den Raum, die Zeit.
Er allein – der erst‘ und letzte –
wohnt im Licht der Ewigkeit.
Gott ist nicht der Eine – nein!
der allein und statisch ist.
Seine Liebe prägt das Sein,
das dynamisch ihn durchfließt.
Gott ist in sich eine Dreiheit,
Vater, Heilger Geist und Sohn,
diese drei in steter Einheit
Lieb’ durchströmt seit ewig schon.


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