/ Wort zum Tag

Kommt, denn es ist alles bereit!

„Kommt, denn es ist alles bereit!“ Viele Christen kennen den Ausspruch aus der Abendmahlsliturgie. Doch im Lukasevangelium steht er in einem anderen Zusammenhang. Jesus erzählt eine Geschichte: 
Ein großzügiger Gönner gibt ein opulentes Abendessen mit einem super Buffet. Dazu lädt er durch einen Butler Freunde und Bekannte ein – eben mit diesem Satz: Kommt, es ist alles bereit.“ Doch die Auserwählten entschuldigen sich mit geschäftlichen Begründungen. Noch am Abend haben sie wichtigere Dinge zu tun. Keiner kommt mit. Da lässt der Gönner Bettler und Obdachlose einladen, denn das Buffet darf doch nicht verderben. Diejenigen, für die das Fest eigentlich bestimmt war, werden leer ausgehen. 

Natürlich hat die Geschichte einen Hintergrund:
Jesus warnt damit die vermeintlich Frommen, die sich einbilden, dass sie die Einladung zu Gott nicht mehr nötig haben. Wenn uns die alltäglichen Geschäfte wichtiger sind, als die Einladung, mit Gott zu feiern, dann sind wir seiner Einladung nicht wert. Aber wie doof muss man denn sein, so eine Einladung auszuschlagen? Alles ist vorbereitet, alles vom Feinsten, man muss nicht einmal ein Gastgeschenk mitbringen. Das Fest ist so genial, dass nicht auf Äußerlichkeiten geachtet wird. Egal, ob Penner oder Banker, ob Flüchtling oder Hartz-4-Empfänger, Hausfrau oder Geschäftsfrau, Handwerker oder Rentner. Jeder ist eingeladen, die Köstlichkeiten an Gottes Tisch zu genießen.

Aber es geht letztlich gar nicht um erlesene Speisen, um exotische Salate oder überbackene Raffinessen. Das Wertvollste an diesem Fest ist die Begegnung mit Gott. Er selbst ist der Gastgeber und in seiner Nähe ist jeder angenommen, ja angekommen, wie nach einer langen und beschwerlichen Reise: Endlich zu Hause.

Alles bereit: Was ist es denn, was Gott und sein Sohn Jesus Christus für uns bereithalten? Es ist Vergebung und neues Leben! Am Kreuz vor den Toren Jerusalems, da hat Jesus für unser Sünde bezahlt. Er ist eingesprungen, damit nichts mehr zwischen Gott und uns steht. Nun können wir frei sein von den tödlichen Belastungen. Befreit von Versagen, von erkannter und unerkannter Schuld. Hier beim Festmahl wird nichts mehr aufgerechnet und abgerechnet. Egal wie mitgenommen unser Körper oder unsere Kleidung vom Kampf ums Überleben ist, wir dürfen an seiner Festtafel Platz nehmen.

Alles bereit: Der reich gedeckte Tisch! Alles, was Gott zu bieten hat, gehört uns, den Gästen. Vieles, auf was wir vielleicht wegen unserer Glaubenstreue verzichtet haben, liegt ausgebreitet vor uns. Wir dürfen zulangen, aus dem Vollen schöpfen.

Alles bereit: Jesus sagt: „Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten.“ Also er bereitet uns die Wohnung in Gottes Reich. Angesichts der Flüchtlingsnot in unseren Tagen, wissen wir, dass es nicht selbstverständlich ist, eine warme und annehmbare Wohnung zu haben. Jesus verbürgt sich dafür, dass wir in Gottes Reich eine feste Bleibe haben, die mehr als eine Notunterkunft ist. Eine Wohnung mit Komfort und dem ständigen Kontakt mit Jesus und dem Vater, Gott selbst.

Alles bereit: Ja, Jesus spricht im Buch der Offenbarung sogar von einem Leben ohne Leid und Tränen, ohne Schmerzen und Angst.

Wer in dieser Welt kann uns mehr bieten?

In diesem Sinn ist das Abendmahl in den Kirchen wie eine Vorahnung auf dieses Fest mit Jesus – und von daher stimmt der Satz auf das Abendmahl bezogen schon, es ist wie ein Versprechen: »Kommt, denn es ist alles bereit!«

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