/ Wort zum Tag

Ich will meinen Odem in euch geben

Bibelvers

Ich will meinen Odem in euch geben, dass ihr wieder leben sollt, und will euch in euer Land setzen, und ihr sollt erfahren, dass ich der HERR bin.

Hesekiel 37,14

Und ich will meinen Odem in euch geben, dass ihr wieder leben sollt, und will euch in euer Land setzen, und ihr sollt erfahren, dass ich der HERR bin.

Man schreibt das Jahr neun nach Christus. Im Norden Deutschlands überfällt aus dem Hinterhalt ein kleiner Trupp Germanen die große Armee des römischen Hauptmanns Varus. Durch bessere Ortskenntnisse und größere Beweglichkeit werden die Römer besiegt und die Armee zerschlagen. Noch heute finden daher Archäologen nördlich von Osnabrück immer wieder römische Münzen, Helme und andere Hinweise auf diese Schlacht. Aber gefunden werden vor allem Knochen. Knochen von Menschen, die einmal ein 20000 Mann starkes Heer gebildet haben. Mich schauderte es, als ich über dieses Schlachtfeld ging.

Auch der Prophet Hesekiel wird in einer Vision auf ein Feld voller ausgebleichter Knochen geführt. Und irgendwie ist das ja schon gruselig, was der Prophet Hesekiel da zu sehen und zu hören bekommt. Und dann muss er auch noch zu den Knochen reden. Schritt für Schritt entstehen Menschen und als der Odem Gottes in sie kommt, stellen sie sich auf ihre Füße.

Hesekiel war der Sohn eines Priesters und lebte mit anderen Juden in der babylonischen Gefangenschaft um das Jahr 600 vor Christus. Und ich denke, die Juden mochten ihren Propheten. Manches Mal wies Hesekiel sie zwar streng zurecht, er machte ihnen aber auch immer wieder Mut. Was er sagte, war reich an Symbolen und Bildern. Er erzählte seine Visionen nicht nur, sondern führte sie auch anschaulich vor. Damit sie gesehen, gehört und verstanden werden konnten.

In dieser Vision geht es um die zwölf Stämme Israels in der Zukunft. Sie sollen dann alle wieder zusammen in ihrem Land leben. Und Gott lässt den Gefangenen in Babylon durch den Propheten Hesekiel ausrichten: „Ich will meinen Odem in euch geben, dass ihr wieder leben sollt, und will euch in euer Land setzen, und ihr sollt erfahren, dass ich der HERR bin.“

Ich will meinen Odem in euch geben und ich denke dabei unwillkürlich an den Beginn der Menschheitsgeschichte. Gott hatte den Menschen aus Erde gemacht. Dann  blies er ihm den Odem des Lebens in seine Nase. Und erst dadurch wurde der Mensch ein lebendiges Wesen. Gottes Atem des Lebens ist also das Ausschlaggebende. Er bewirkt, dass leblose Materie zum Leben erwacht. Gottes Atem stößt das Leben an. Was sich dann in jedem einzelnen Menschen fortsetzt. So wie ein Pendel angestoßen wird und dann immer weiter schwingt.

Das Volk Israel in seiner ursprünglichen Form war untergegangen. Als Bild davon sieht Hesekiel ein Feld voll lebloser Knochen. Aber das soll nicht so bleiben. In der Zukunft will Gott dem Volk seinen Odem geben und es wieder in ihr Land setzen. Und sie sollen erfahren, dass Gott ihr Herr ist. Es scheint ein Prinzip Gottes zu sein: Nur durch Gottes Odem kann Lebloses wieder lebendig werden.

In der Sprache der Bibel ist auch jeder Mensch für Gott tot. Der Sünde wegen. Und um neues ewiges Leben in Gottes neuer Welt zu bekommen, braucht es eine neue Geburt. Jesus erklärt das dem Theologen Nikodemus. Jesus vergleicht dabei das Wirken des Geistes mit dem Wind. Denn auch den Wind kann niemand sehen oder greifen. Nur die Auswirkungen sind zu spüren.

Wenn es also um das Schaffen von Leben geht oder um neues Leben, immer muss etwas Göttliches dazu kommen. Die Schreiber der Bibel haben es Gottes Odem genannt, Atem des Lebens oder auch einfach Geist. Ich kann das nicht begreifen und staune immer wieder. Dass Gott selbst es war, der in mir ein neues und ewiges Leben angestoßen hat.

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