/ Wort zum Tag

Matthäus 25,31–32

Bibelvers

Wenn der Menschensohn kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Thron seiner Herrlichkeit, und alle Völker werden vor ihm versammelt werden.

Matthäus 25,31–32

Der November ist für manche Menschen ein schwerer Monat. Die Nächte werden länger. Die Blätter fallen. Und Fragen werden laut: Was wird denn, wenn Menschen fallen, wenn sie sterben? Was wird dann mit dem ganzen Unrecht und Leid – in meinem kleinen Leben und im Großen der Weltgeschichte? Was wird aus meinen Tränen in der Nacht – und was mit den weltweiten Schreien der Gefolterten? Vermodert die Erinnerung einfach wie das gefallene Laub?

Das Bibelwort für heute öffnet einen weiten Horizont. Es sagt uns: Nein, Erinnerung vermodert nicht. Es kommt ein Tag nach allen Tagen dieser alten Erde, da wird Gott einen Schlusspunkt setzen und eine neue Welt schaffen – und Jesus Christus wird kommen zum Gericht. Davon spricht Jesus immer wieder. Er sagt:

Wenn aber der Menschensohn kommen wird in seiner Herrlichkeit, und alle Engel mit ihm, dann wird er sitzen auf dem Thron seiner Herrlichkeit, und alle Völker werden vor ihm versammelt werden.

Er wird kommen – und zwar in Herrlichkeit. An Weihnachten kam Jesus in Niedrigkeit, verkannt und verfolgt. Aber er wird kommen in Herrlichkeit. Darauf gehen wir zu. Was wird das für ein Moment sein, wenn wir ihn sehen, wie er ist!? Lassen wir uns nicht einreden, solche Ankündigungen wären nur religiös-fiktive Projektionen unerfüllter Wünsche. Nein, die Bibel spannt da einen weiten Bogen - vom Anfang der Schöpfung bis zum Ende der alten Erde. Gott, der diese Erde geschaffen hat, wird sie auch vollenden. Das ist unsere Zukunft und unsere Hoffnung. Die Bibel gibt uns zwar keinen Fahrplan mit durch die Jahrhunderte, und sie beschreibt auch nicht in exakten Einzelheiten, was und wie alles sein wird. Aber die Linien durch das Alte und das Neue Testament sind klar: Am Ende laufen die Fäden der Weltgeschichte bei Jesus Christus zusammen, wenn er wiederkommt. Und da wird noch einmal aufgedeckt, was war. Da bleibt kein Unrecht begraben und kein Leid ungesehen. – Das ist die Antwort auf die November­frage von vorhin

Im christlichen Glaubensbekenntnis heißt es: „Er wird kommen zu richten die Lebenden und die Toten“. Ich weiß: Manchen klingt der Gedanke ans Endgericht zu bedrohlich; und sie haben die Kirche im Verdacht, damit nur einschüchtern zu wollen. Aber Jesus kündigt sein Kommen selbst an. Da – am Ende der Zeiten - da wird er die Rätsel der Weltgeschichte entwirren und die verborgenen Winkel der Weltpolitik ausleuchten. Er wird die Tränen der Ohnmächtigen trocknen und die Intrigen der Mächtigen aufdecken. Da bleibt nichts vergessen, keine schlüpfrige Lüge und kein Schrei aus dem Gefängnis und kein geldgieriger Betrug. Und auch mein Leben wird einmal vor ihm stehen. „Vor ihm“ – vor wem denn? Nicht vor einem Fremden und nicht vor einem, der mich nicht kennt. Nein – das ist das Tröstliche und Frohe: Den, der da auf dem Thron sitzen und richten wird, den kenne ich, und er kennt mich. Es ist der gekreuzigte und auferstandene Christus, von dem Paulus sagt: Weil er für uns starb, darum kann uns nichts von Gottes Liebe scheiden. Auch wenn im Endgericht gefragt wird: Wer wird die Auserwählten Gottes beschuldigen? – dann ist er da. Der, auf dessen Namen die Christen in diesem Leben getauft sind. Wenn gefragt wird: Wer will verdammen? – dann will der Gekreuzigte bei seinen Leuten stehen (auch bei mir) – hier schon und dort auch.

Er und niemand sonst wird letzter Richter sein. Das bedeutet auch: Ich muss es nicht sein, niemand von uns. Wir müssen keine schlaflosen Nächte verbringen wegen der Ungerechtigkeit, die uns angetan wurde. Wir müssen uns nicht zum Richten über andere aufspielen. Wir können das getrost Jesus Christus überlassen. Er kann das besser als wir – und er wird es tun. Das ist nicht Drohung, sondern Trost. Anfang und Ende liegen bei ihm. Gott sei Dank.

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