/ Wort zum Tag

Gedanken zur Tageslosung

Bibelvers

Petrus sprach: Gott hat mir gezeigt, dass ich keinen Menschen meiden oder unrein nennen soll.

Apostelgeschichte 10,28

Naja, manche Menschen meide ich schon. Manche tun mir nicht gut: Leute, die am Stück nur reden, machen mich ganz fusselig. Oberflächliches Reden kann ich nur eine Zeitlang ertragen. Oder auch: schlecht reden über andere. Ich muss schon ein bisschen aufpassen, dass es meiner Seele gut geht: dass ich Gutes in mich einlasse, dass ich etwas habe, an dem die Seele sich freut. Ist das so etwas wie „Seelenhygiene“?

Wobei: ich muss das alles ja nicht schweigend ertragen, ich kann ja auch ein Gespräch mitbestimmen, in eine andere Richtung anstoßen.

So war das ursprünglich auch gemeint in Israel, dass man sich auch schützen darf; es ging damals darum, dass ein guter jüdischer Mann sich rein halten sollte: wer kurz vor einem Feiertag einen Toten berührte, der wurde unrein und konnte möglicherweise nicht mitfeiern. Das ging soweit: wenn der Schatten eines ungläubigen Heiden auf einen fiel, war man schon nicht mehr rein. Ganz schön kompliziert, wenn man aus dem Haus ging, man musste jeden Menschen schnell anschauen, prüfen, und dann den richtigen Abstand wählen. Jesus hatte diese Probleme nicht: er war da eher unkompliziert. Und er hat das den Jüngern und den ersten Christen auch so beigebracht. Ihnen hat er den Horizont erweitert. Dem Petrus etwa hat er eine Vision geschickt, eine Art „inneres Bild“, Sie können das nachlesen in der Apostelgeschichte 10 – denn Jesus wollte, dass Kornelius, ein römischer Hauptmann, zum Glauben an ihn kommt. Petrus versteht, und dann sagt er: „Gott hat mir gezeigt, dass ich keinen Menschen meiden oder unrein nennen soll".

- Ja, das ist so eine Sache mit dem Meiden: heutzutage macht man das nicht mehr aus religiösen Gründen, aber es ist oft so, dass Menschen ausgegrenzt werden, gemobbt werden: weil sie anders aussehen als andere, weil sie älter sind; von Jugendlichen erfahre ich das oft; und wie sehr leiden Schüler darunter, obwohl das keiner offen zugibt, man bleibt cool und leidet innerlich.

Eigentlich ist es langweilig, wenn man nur unter Seinesgleichen bleibt! Ich finde gerade das Fremde viel interessanter als das, was ich schon kenne. Gut, manchmal ärgere ich mich auch sehr – und merke: genau das gleiche mache ich ja auch… Komischerweise lerne ich zurzeit viele Menschen kennen, die aus der Kirche ausgetreten sind oder nie Mitglied waren, und die so interessiert sind am Glauben – aber in der Kirche würden sie nie danach suchen… vielleicht befassen sie sich mehr mit der Sache als solche, die selbstverständlich immer dabei waren, und bei denen das dazugehört zum guten Ton?

Eine Frau um die 50 sagte: „Ich habe vor 3 Jahren gedacht, ich denke irgendwie schief, bei einem bestimmten Thema, schrecklich negativ - das will ich eigentlich nicht“ – es ging um Fremde, die sie einfach nicht mochte; sie sagte damals „Ich möchte anders denken, positiver!“ Und jetzt – drei Jahre später - sagt sie: „Ich denke jetzt ganz anders! Und ich weiß nicht warum, das ist wie ein Geschenk!“ Sie sagt: „Ich möchte mich dafür bedanken und irgendwas tun – für Gott oder für die Menschen.“ So macht sie Besuche im Altersheim. Bei Fremden übrigens!

Ja, wer entscheidet, was mir gut tut – oder was einer Gemeinschaft gut tut? Ja, ich muss mich manchmal schützen, aber ich weiß noch mehr um den Schutz bei Jesus! Ich wünsche mir heute, so unbefangen wie Jesus auf andere zuzugehen; er geht ja mit! Und ich hoffe, er gibt mir den richtigen Schubs zum Rückzug oder zum Draufzugehen. 

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