/ Wort zum Tag

1. Mose 31,42

Bibelvers

Gott hat mein Elend und meine Mühe angesehen.

1. Mose 31,42

Heute lade ich Sie zu einem kleinen Bibelquiz ein. Welche biblische Person hat gesagt: „Gott hat mein Elend und meine Mühe angesehen.“? War es
a)        Hiob
b)        Sarah
c)         Noomi oder:
d)        David

„Gott hat mein Elend und meine Mühe angesehen.“

Das könnte Hiob durchaus gesagt haben. Hiob, der Leidensmann, der darum ringen muss, dass Gott ihm Gerechtigkeit zukommen lässt. Hiob, dem von Gott nach dürren, schlimmen Zeiten am Ende wieder Sinn und Glück geschenkt wird.

Oder passt der Satz doch besser zu Sarah? Sarah, die Abraham bei seinem Aufbruch ins Ungewisse begleitet. Sarah, die so sehr an ihrer Kinderlosigkeit leidet und im hohen Alter dann doch noch einen Sohn, Isaak, bekommt. 

Die Aussage würde auch zu Noomi passen: Ihr werden vom Schicksal zuerst die Heimat, dann der Mann und schliesslich die beiden Söhne entrissen. Das löst bei Noomi Verbitterung aus, und sie nennt sich Mara. Dank ihrer Schwiegertochter Ruth kann sie schliesslich im Leben wieder Wurzeln fassen. 

Vielleicht stammt der Satz aber auch von David. Er, der immer wieder vor König Saul fliehen und sich verstecken muss und erst nach Jahren der Entbehrung und Bedrängnis König wird.

„Gott hat mein Elend und meine Mühe angesehen.“

Hiob, Sarah, Noomi und David, allen wurde einiges an Elend zugemutet. Leidvolle Erfahrungen haben ihr Leben geprägt. Bei allen kann aber auch gesagt werden, dass sie sich darum bemüht haben, auf dem Weg zu bleiben. Es heisst ja auch: „Du weisst Gott, um meine Mühe, um mein Abmühen.“

Martin Buber und Friedrich Rosenzweig „verdeutschen“ die Losung etwas anders. Sie übersetzen: „Aber Gott hat das Bedrücktsein und das Mühn meiner Hände gesehen …“ Das „Bedrücktsein“ und das eigene „Bemühen“ werden von Gott erkannt und anerkannt.

Vielleicht haben Sie das in einer mühevollen Lebenssituation auch schon erfahren und können nun sagen: „Gott hat mein Elend und meine Mühe angesehen.“ So, wie Jakob. Von ihm stammt dieser Ausspruch. Und nicht von Hiob, Sarah, Noomi oder David.

Jakob müht sich jahrelang in Labans Diensten ab. Er fühlt sich ausgenutzt. Das bedrückt und beelendet ihn. Das will er sich nicht mehr bieten lassen. Er bricht auf, er macht sich auf den Weg. Und Laban jagt ihm nach. Aber Jakob bietet seinem Verfolger die Stirn. Denn er spürt und weiss: „Gott hat das Bedrücktsein und das Mühn meiner Hände gesehen und gestern Abend hat er entschieden.“ So geht der Vers bei Buber weiter.

Jakob weiss, dass Gott sich mit ihm verbunden und verbündet hat, gerade in seinem „Bedrücktsein und seinem Bemühen“. Deshalb kann auch Jakob sich gegen alle Widerstände für einen neuen Weg entscheiden. Es ist diese Kraft, die ganz unterschiedliche Menschen aufstehen und aufbrechen lässt. Menschen wie Jakob, Hiob, Sarah, Noomi, David. Und Menschen wie Sie und ich.

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