/ Wort zum Tag

Gedanken zur Tageslosung

Schlimmer geht’s nimmer: Erst wird der junge Josef von seinen Brüdern an eine Karawane verkauft. Dann wird er von seiner lüsternen Chefin bedrängt und obendrein falsch beschuldigt. Deshalb landet er hinter schwedischen Gardinen und atmet gesiebte Luft. „Josef lag im Gefängnis“. Ein ordentlicher Prozess? Juristischer Beistand? Fehlanzeige.

Aus und vorbei, könnte man meinen. Denn die Gefängnisse damals waren wahre Rattenlöcher, voller Dreck und Unrat. Und die Justiz? Korrupt durch und durch. Recht war Glückssache. Ich denke: Da hat sich in manchen Ländern von damals bis heute leider wenig geändert.

Josef lag im Gefängnis. Da war er in der Sackgasse. Wie sollte er da jemals wieder rauskommen? Wer würde an ihn denken, ihn besuchen, sich gar für ihn einsetzen? Niemand. Doch zum Glück war Josef nicht allein: „Aber der HERR war mit ihm“. Mit ihm im Gefängnis, mit ihm in dieser ausweglosen Lage, mit ihm in den trüben Gedanken, die Josef sicherlich durch den Kopf geschossen sind: „Warum muss mich so viel Unglück ereilen? Womit habe ich das verdient? Was soll aus mir werden?“

Aber - der Herr war mit ihm. Josef weiß: Ich bin nicht allein. Äußerlich schon. „Aber“ – dieses Wort steht gegen sein Gefühl, verlassen zu sein. Steht gegen die Ängste, die in ihm aufsteigen. Steht gegen alles, was ihn bange macht. „Aber“. Die missliche Lage ist das eine, doch sie ist nicht al-les. Das Aber markiert den Unterschied.

So geht das bis zum heutigen Tag. Sie sind vielleicht von Problemen ein-gekesselt. Wohin sie auch blicken: Kein Ausweg in Sicht. Die Sorgen haben Sie fest im Griff. Was soll aus alldem, was soll aus mir werden? Seien Sie gewiss: „Aber der Herr ist mit Ihnen“. Er steht an ihrer Seite und hat den Überblick, auch wenn Sie das im Moment nicht nachempfinden können. Sie tragen an Ihren Lasten nicht allein.

Sie liegen vielleicht auf dem Krankenbett, und die Ärzte schütteln bedenklich ihre Köpfe. Die Diagnose ist nicht klar. Nun nagt die Ungewissheit an Ihrer Seele. Wie wird es mit mir weitergehen? Werde ich wieder auf die Beine kommen? Seien Sie gewiss: „Der Herr ist mit Ihnen“, auch wenn Sie das nicht immer spüren. Sie sind nicht allein.

„Aber der Herr war mit ihm“. In diesen schlichten Worten schimmert ein Geheimnis unseres Glaubens an Gott durch: Wir sind nie mit uns und unserem Leben allein. Lasst uns deshalb uns nicht so verhalten, als wären wir uns selber überlassen und als müssten wir - wie Robinson auf seiner einsamen Insel - alles allein und mit unseren begrenzten Bordmitteln bewältigen. Da stoßen wir schnell an unsere Grenzen. Aber Gott ist da. Er ist unser Glück.

Ich denke hier auch an die zahllosen verfolgten Christen, denen es am heutigen Tag vielleicht wie Josef ergeht: im Gefängnis, ohne ordentliche Justiz, der Willkür der Aufseher ausgeliefert. Wie lange noch? Auch für sie trifft zu: „Aber der Herr ist mit ihnen“. Das macht die Haft wahrlich nicht leichter, aber Gottes Nähe wiegt das Böse und Schwere auf. Und es gibt bewegende Berichte von Christen, die das durchstanden haben und nun erst recht froh ihren Glauben leben.

„Ich bin bei euch alle Tage“ hat Jesus seinen Jüngern versprochen. Das gilt an jedem Ort, zu jeder Zeit, bei aller Gelegenheit. Das dürfen Sie und ich in Anspruch nehmen. Martin Luther hat das plastisch formuliert: „Glaubstu, so hastu“. Wir werde so viel an Geborenheit erleben, wie wir unserem Gott und Heiland Raum geben, indem wir auf ihn hören, zu ihm beten und den Kontakt zu seinen Leuten suchen.

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