/ Wort zum Tag

Gedanken zur Tageslosung

Bibelvers

Da die Menschen sich für Weise hielten, sind sie zu Narren geworden und haben die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes vertauscht mit einem Bild.

Römer 1,22–23

Der Genfer Reformator Johannes Calvin nannte das menschliche Herz eine Götzenfabrik. Was will er damit sagen? Nun, Johannes Calvin beobachtete, dass alle Menschen irgendwie glauben. Alle vergöttern etwas und himmeln es an. Alle unterwerfen sich irgendwelchen höheren Mächten. Alle Menschen sind religiös. Ich denke, er hat Recht. Er sah die große Gefährdung aller Menschen!

Götter und Götzen können auf den ersten Blick harmlos erscheinen. Aber nur auf den ersten Blick! Wenn der Fußball zum Gott wird, bekommt er am Ende im Leben eines Menschen einen Stellenwert, der ihm nicht zusteht. Aus der schönsten Nebensache wird Lebensinhalt. Oder wenn das wirtschaftliche Wachstum zum Goldenen Kalb wird, um das alle tanzen, dann bekommen materielle Werte einen Wert, der ihnen nicht zusteht.  Es verkümmert und kommt unter die Räder, was das Leben lebens- und die Menschen liebenswert macht. Wie viele lesen regelmäßig das Horoskop und lachen vielleicht über manches, was sie lesen. Aber irgendwie werden sie abhängig und bekommt der Stand der Gestirne doch irgendwie Macht über sie. Immer wieder macht es mich betroffen, wie faszinierend fremde Religionen auf viele wirken, aber wie wenig Wissen über den christlichen Glauben zu finden ist.

Der Apostel Paulus geht davon aus, dass wir Menschen unheilbar religiös sind. Im  Römerbrief erklärt er die Menschen, die Göttern und Götzen dienen, nicht für dumm.  Dumm wäre, dies zu tun! Die Menschen verfolgen ja keine bösen Absichten. Es ist ihnen ernst. Sie wollen klug und weise und auch gut sein. Trotzdem sieht Paulus viele auf einem verhängnisvollen Weg der Täuschung.

Paulus lebte in einer religiös hoch aufgeladenen Zeit. Im römischen Weltreich hatte Religion Konjunktur. Man war religiös. Der Kaiser ließ sich als Gott verehren. Die römischen Götter hatten ihre prachtvollen Heiligtümer. Fremde Religionen übten ihre Faszination aus. Paulus, der Zeuge Jesu Christi, erkannte und benannte die tragische Täuschung aller Religionen. Sie wollen Gott ehren, aber sie verehren tote Götzen. Sie wollen Gott dienen, aber sie dienen nicht dem alleinigen heiligen Gott.

Für den Apostel ist es keine Frage: „Der Herr ist Gott, der Herr allein.“ Sein Gebot sagt: „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben.“ Er allein ist herrlich und unvergleichlich. Das Wort der Bibel setzt Paulus in Stand, die Religiosität um ihn her zu verstehen. Er kennt die alttestamentliche prophetischen Götzenpolemik: Der Künstler schnitzt aus Holz einen Götzen und betet ihn an. Mit dem Abfallholz beheizt er sein Haus. Natürlich strengt sich der Künstler an und gibt sein Bestes. Aber das Ergebnis seines Mühens ist ein toter Götze, ein Stück Holz, im Grunde genommen nicht mehr wert als das Brennholz im Ofen. Klarer kann nicht gesagt werden, dass Götzen von Menschen nach ihrem Bild gemachte Götter sind. Klarer kann auch nicht gesagt werden, wie närrisch es ist, sie anzubeten. Den modernen Göttern und Götzen sieht man es nicht so leicht an, dass sie Machwerk von Menschen sind – Projektion menschlicher Wünsche, Sehnsüchte und Bedürfnisse an den Himmel. Aber auch sie sind nichts anderes als Götzen, die in die Abhängigkeit und die Irre führen.

Die Bibel offenbart uns Gott. Durch ihr Wort redet er mit uns. Die Bibel zeigt uns Gott – nicht wie wir ihn uns vorstellen oder wünschen, sondern wie er ist. Überraschend anders, aber überraschend gnädig. Ihn macht sie uns groß: ihn, den Herrn über alle und alles, ihn, der sich jedem von uns persönlich zuwendet und jeder und jedem seine Liebe schenkt.

Lob, Anbetung, Ruhm und Ehre gebühren allein dem einen unvergänglichen Herrn. Dem, der sich in Jesus Christus ein für alle Mal als unser guter und gnädiger Vater geoffenbart hat.


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