/ Wort zum Tag

Gedanken zur Tageslosung

Bibelvers

"Da war ein Mann mit Namen Zachäus, der war ein Oberer der Zöllner und war reich. Und er begehrte, Jesus zu sehen."

Lukas 19,2–3

In der gegenwärtigen Flüchtlingskrise sehen wir jeden Tag neue Bilder, schreckliche und manchmal auch schöne. Viele davon sind äußerst eindrücklich und ich glaube, an manche werde ich mich noch in Jahren erinnern können.
Eins davon ist das Bild von Entschlossenheit: Menschen, die sich auf den Weg gemacht haben. Die alles hinter sich gelassen haben, was zu ihrem alten Leben gehört. Die sich weder von Wellen noch Zäunen lange aufhalten lassen. Es sind Menschen, die nur ein Ziel zu kennen scheinen: Die ihr komplettes bisheriges Leben aufs Spiel setzen, weil sie ein neues Leben begehren. Unabhängig von allem, was man zur Flüchtlingskrise sagen kann und sagen muss, beeindruckt mich diese Entschlossenheit!
Ein neues Leben begehren, alles Bisherige dafür auf’s Spiel setzen – das war auch die Sehnsucht von Zachäus, einem Mann, von dem die Bibel im Lukasevangelium berichtet. Zachäus wohnte in der Stadt Jericho und war ein durch und durch korrupter Verwaltungsbeamter, der aus der wirtschaftlichen Not des einfachen Volkes persönlichen Profit schlug. „Oberer der Zöllner“, übersetzt Martin Luther seine Berufsbezeichnung, und das bedeutet: Abzocke und Erpressung durch überhöhte Steuern gehörten zu seinem beruflichen Standardwerkzeug.
Das einfache Volk verachtete solche Leute – aber Zachäus war das egal: Er war reich. So wie es viele Superreiche unserer Zeit heute tun, verschanzte sich Zachäus hinter Mauern aus Geld und Einfluss. Und verschanzte damit gleichzeitig sein Herz vor Gott.
Aber dann kommt Jesus in die Stadt. Das Volk ist in Aufruhr, alle wollen Jesus sehen. Zachäus bekommt das mit – und das löst irgendetwas in ihm aus. In Lukas Kapitel 19, Vers 2 und 3 wird das so beschrieben:
"Da war ein Mann mit Namen Zachäus, der war ein Oberer der Zöllner und war reich. Und er begehrte, Jesus zu sehen."
Er begehrte, Jesus zu sehen. Irgendetwas ließ ihn nicht mehr los. Zachäus war es nicht mehr genug, verschanzt hinter seinem Einfluss und seinem Geld zu leben. Er war entschlossen, sich auf den Weg zu machen. Sich zu riskieren, mit völlig offenem Ausgang.
Wird Jesus ihm ehrerbietig und unterwürfig begegnen, wie es das einfache Volk jeden Tag tat? Wird Jesus mit ihm hart ins Gericht gehen wie mit den Pharisäern und Schriftgelehrten? Wird Jesus hinter all dem Geld und der Korruption des Zöllners den Menschen Zachäus erkennen – mit seinen Ängste und Sehnsüchten, seinen Fragen und Bedürfnissen?
Zachäus hat sich auf den Weg gemacht ohne zu wissen, was genau ihn erwarten würde. Er hat hinter sich gelassen, was ihm bisher Sicherheit und Kontrolle gegeben hatte. Und „begehrte, Jesus zu sehen“.
Im weiteren Verlauf der Ereignisse lernt Zachäus Jesus tatsächlich kennen, und sein Leben wird völlig verändert. Aber das konnte Zachäus zu Beginn noch nicht wissen. In der Sekunde, als er beschloss, sich auf den Weg zu machen.
Mir macht Zachäus Mut: Mut, etwas zu riskieren und mich durch nichts davon abhalten zu lassen, in die Nähe von Jesus zu kommen und neues Leben zu entdecken.
 

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