/ Wort zum Tag

Gedanken zur Tageslosung

Sind es nicht die eigenen Wünsche, die  mich verführen?

-           Die Lust, es einem andern mal so richtig heimzuzahlen, weil er einen so tief verletzt hat. Kennen Sie das?

-           Oder die Lust, einfach mal was mitgehen zu lassen im Kaufhaus, so en passant– fällt ja keinem auf.

-           Oder die Lust, sich nicht mehr an christliche Grundsätze zu halten, sondern einfach mal zu tun, was ich will – auch auf Kosten von andern. Irgendwie ahne ich wohl, dass das nicht richtig ist, aber mein Gewissen kann ich ja manipulieren. Kennen Sie das?

Von daher  verstehe ich diese Bitte aus dem Vaterunser so: „Hilf uns, dass wir nicht so in die Versuchung hineingeraten, dass wir ihr erliegen!“ Gott weiß, dass wir oft schwach sind und seine Hilfe brauchen.

Martin Luther sagte einmal: „Meine Versuchungen waren die Reifeprüfungen in meinem Leben.“ Denn eine Versuchung ist immer eine Wahl: Tu ich das Gute oder mache ich den Schritt zum Bösen? Höre ich auf Gottes Willen oder kipp ich um wegen der Meinung der Menschen? Denke ich an Hilfe für andere oder denk ich nur an mich? Wie schnell sag ich mir: Es ist doch nicht so schlimm! Und schon rutsch ich in die Versuchung hinein.

Aber jede Versuchung ist eine Gelegenheit, sich für das Richtige zu entscheiden! Sie kann ein Trittstein sein, um voranzukommen oder ein Stolperstein sein, um zu fallen.

Wenn die Versuchung ein Trittstein wird, dann bin ich in meiner Entwicklung weitergekommen. Gott hat aus der Versuchung  etwas Gutes für mich gemacht. Mein Charakter hat sich weiter entwickelt. Ich habe eine Entscheidung getroffen, die mich prägt.

Wenn die Versuchung aber ein Stolperstein wird, dann wird in mir etwas zerstört, mein Charakter und letztlich die Liebe zu Jesus. Da steht eine böse Macht dahinter, die mich runterziehen will: das Monster des Bösen, dass immer erst harmlos kommt. Sie kennen vermutlich das berühmte Beispiel aus dem Garten Eden: „Sollte Gott gesagt haben „Ihr sollt nicht essen von allen Bäumen im Garten?“ „Nein“, sagt Eva, „wir dürfen von allen Bäumen essen, nur nicht von dem einen in der Mitte des Gartens“. „Ach nein“, sagt der Versucher, „wenn ihr davon esst, werdet ihr sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist.“ Ist das denn so schlimm: „Sein wie Gott“? Wir sind doch alle Gottes Kinder und wissen, was gut und böse ist.

Wer weiß, was gut und böse ist, hat auch schon Böses getan. Und Gottes Kinder sind wir nicht alle pauschal, sondern wie sagt es die Bibel? „Wir sind alle Gottes Kinder durch den Glauben an Jesus Christus“ (Gal.3,26). Den letzten Teil bitte auch hören: „durch den Glauben an Jesus Christus“. Da merken wir, wie schon der Versucher im Garten Eden harmlos ankam und die Menschen einfing.

Heute redet er uns ein, dass das Ich eines jeden Menschen zuerst kommt, dann das Du, dann das Wir und eventuell auch noch Gott. Ein frommes Schwänzchen ist ja nicht schlecht.

Heute redet der Versucher uns ein, dass sich jeder die Bibel so auslegen kann wie er will  nach dem Motto: Sollte Gott das wirklich so gemeint haben? Nur, wenn ich auf dieses Glatteis komme, dann wird auch der Zuspruch Gottes in meinem Leben keine Kraft mehr entfalten!

Heute redet der Versucher uns ein, dass  wir leben können wie  wir wollen, Hauptsache, es ärgert sich niemand darüber. Viele erkennen gar nicht mehr, was Gut und Böse ist. Gut ist, was nicht schadet. Wie das aus Gottes Sicht aussieht, interessiert fast keinen mehr. So weit sind wir schon!

Gott führt wohl in versuchliche Situationen, aber er geht mit! Und daher bitten wir: „Vater im Himmel, lass es nicht zu, dass wir der Versuchung erliegen. Lass uns stark bleiben und erlöse uns von dem Bösen! Lass uns das Ganze noch zum Guten dienen.“ Wenn Gott uns eine Schwierigkeit in den Weg legt, dann sollen wir daran innerlich wachsen, nicht daran eingehen.


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