/ Wort zum Tag

Gedanken zur Tageslosung

Bibelvers

Wer dem Geringen Gewalt tut, lästert dessen Schöpfer.

Sprüche 14,31

Ein Kind ist nicht geringer als ein Erwachsener. Es ist genauso wertvoll. Aber es ist schwächer als der Erwachsene und kann sich gegen Missbrauch kaum wehren. Es kann sich kaum gegen Ausbeutung in einer Goldmine wehren oder in einer Kleiderfabrik.

Eine Frau ist nicht geringer als ein Mann. Sie ist genauso wertvoll. Aber gegen eine Vergewaltigung kann sie sich kaum wehren. Häuslicher Gewalt gegenüber ist sie oft hilflos ausgeliefert. Oft kann sie nur in ein Frauenhaus flüchten, wenn dort denn noch Platz ist.

Der Flüchtling ist nicht geringer als der Eingebürgerte. Aber er kennt die Sprache des neuen Landes nicht. Die Gesetze, die Ordnungen und Gepflogenheiten. Er braucht Hilfe, er ist angewiesen auf Menschen in Ämtern und Menschen in der Nachbarschaft von Flüchtlingsunterkünften. Er kann es nicht beeinflussen, ob Steine fliegen oder Haushaltsgeräte vorbeigebracht werden.

Der Geringere ist der, der auf Hilfe und Schutz angewiesen ist. Und der eine besondere Beachtung durch Gott, seinen Schöpfer hat. Er ist Gott wichtig und darum gibt es dieses Gotteswort als Warnung an die Mächtigeren: „Wer dem Geringen Gewalt tut, lästert dessen Schöpfer“. Und wer den Schöpfer lästert, bekommt es als Gewalttäter mit einem noch viel Mächtigeren zu tun, der dem vermeintlich Mächtigen von heute auf morgen zeigen kann, wie abhängig der Mächtige von ganz oben ist.

Da muss der starke und mächtige König David, der seine Macht missbraucht hatte, um die Frau eines Geringeren auszuspannen auf einmal kleinlaut zugeben, dass er keine Kraft mehr hat; dass die tiefe Depression ihn fertig macht. Warum, weil er dem Geringen Gewalt angetan hat und Gott für eine bestimmte Zeit seine gnädige Hand mal abzieht. Erst als David seine Schuld, seine Gewalttat bekennt und zugibt, sie dann auch vom Schöpfer vergeben bekommt, wird es wieder hell in  David.

Da wettert Amos, der Prophet im Auftrag Gottes, gegen die Mächtigeren, weil sie die Geringeren ausbeuten. Sie manipulieren die Waagen auf den Märkten, um noch reicher zu werden. Sie verhalten sich unbarmherzig den Witwen gegenüber.

Manipulation und Ausbeuten – doch nicht so ganz weit weg von den Meldungen unserer Medien. Mietwucher. Bekannte Bankhäuser, die Strafen zahlen müssen, weil sie manipuliert haben. Sie haben ihre Macht missbraucht und Geringeren Gewalt angetan. Kleinanleger werden getäuscht und verlieren ihre Altersvorsorge. Menschen müssen ihre Mitwohnungen räumen, weil zwangssaniert wird und sie dann die viel höheren Mieten nicht mehr zahlen können. Der Staat muss eine Bremse einbauen, weil die Mächtigeren viel zu heftig aufs Gaspedal der Gewinnmaximierung treten.

Wem gegenüber bin ich selbst eigentlich der Mächtigere? Wer ist mir gegenüber eigentlich der Geringere? Und wo stehe ich in der Gefahr, dem Geringeren Gewalt anzutun? Ihn ungerecht oder willkürlich zu behandeln? Ihn nicht als Geschöpf Gottes, sondern als Funktion, oder Mittel anzusehen?

Gott warnt den Mächtigeren, um ihn zu bewahren. Vor einer Gewalttätigkeit, die den Geringeren verletzt und Gott, den Schöpfer lästert. Eine alte Warnung, die leider immer noch hochaktuell ist. Neulich las ich:

Die wahre Größe eines mächtigen einflussreichen Menschen zeigt sich darin, wie er mit den Schwächeren, den Geringeren umgeht.


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