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Gedanken zur Tageslosung

Bibelvers

Fürwahr, du bist ein verborgener Gott, du Gott Israels, der Heiland.

Jesaja 45,15

Als Gott dem Propheten Jesaja die Hintergründe der Geschichte offenbart, löst es bei ihm einen Ausruf des Erstaunens und der Anbetung aus. „Fürwahr, du bist ein verborgener Gott, du Gott Israels, der Heiland!“

587 v. Chr. Erlebte das Volk Juda die Katastrophe: Einnahme Jerusalems und  ab ins Exil nach Babylon. Fast 50 Jahre später, 538 gab Kyros, der damalige König von Persien, die Erlaubnis, dass die  Juden in ihre Heimat zurückkehren können. Gott zeigte sich darin als der Herr der Geschichte, der sogar Menschen außerhalb seines Volkes zu seinen Werkzeugen macht, um sein Volk Israel zu retten und zu heilen. Lange Zeit war die Liebe zu seinem Volk und sein Plan mit ihm verborgen. Plötzlich wurde es offenbar. Er ist der treue Gott auch wenn seine Hilfe nicht immer sichtbar ist.

In diesem Jahr feiern wir 25 Jahre Wiedervereinigung des geteilten Deutschland. So wie sich damals der Mauerfall und die Öffnung der Grenzen ereignet haben, war es für mich ebenfalls ein Eingreifen Gottes. Wer hätte zu dieser Zeit damit rechnen können?! Wie gesagt, das ist meine persönliche Sicht.

Dass Gott zeitweise ein verborgener Gott ist, der sein Angesicht scheinbar abgewendet hat, ist auch für  Christen manchmal ein Problem. Sie sind in schweren Lebenslagen, bei einem Unglück oder in Zeiten, wenn  einer lebensbedrohlich Erkrankt ist, irritiert. Wie kann Gott das zulassen? Fragen manche! Wie passt es zu der Vorstellung Gottes als liebenden Vater? Sie verstehen Gott nicht. Sie spüren nichts von seiner Hilfe. Es scheint so, als sehe er nicht ihre Not und höre er nicht ihre Gebete. Sein Kümmern und seine Absichten mit ihrem Leben sind ihnen verborgen. Es kommen Zweifel auf. Und mancher erlebt in solchen Zeiten eine persönliche Glaubenskrise. Es ist oft schwer die Verborgenheit Gottes auszuhalten.

Als Jesus in Jerusalem am Kreuz tatsächlich starb, konnten seine Jünger  seinen Tod zunächst auch nicht einordnen. Gottes Handeln war ihnen verborgen. Erst nachdem ihnen der auferstandene Herr begegnet ist, erkannten sie die faktischen Hintergründe und Gottes Plan damit. Dem zweifelnden Thomas sagte Jesus: „Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!“

Wenn ich in meinem Leben zurückschaue, dann erinnere ich mich auch an Zeiten, in denen Wege anders verliefen als gewünscht und geplant. Ich denke an Ereignisse, die mich zutiefst erschüttert hatten und die ich zu dem Zeitpunkt nicht mit der Liebe Gottes vereinbaren konnte. Später hat Gott seine Hilfe erfahren lassen und ich habe dann seine Führung erkennen können auch für Zeiten in denen sie verborgen war. Manche Frage ist aber auch noch offen geblieben und vielleicht werde ich in diesem Leben darauf keine Antwort mehr bekommen. Gott möchte, dass wir ihm auch in solchen dunklen Zeiten vertrauen, wenn wir seine Fürsorge und Zuwendung vermissen.

In Jesajas Ausruf steht es nebeneinander. „Du bist ein verborgener Gott, du Gott Israels, der Retter!“ Beides trifft gleichzeitig zu. Wenn ich von Gott nichts sehe, kann ich trotzdem davon ausgehen, dass er mich sieht und alles in seinen guten Händen ist. Immer wieder ist mir für solche Situationen der Apostel Paulus ein großes Vorbild. In mehrfacher Hinsicht war er ein leidgeprüfter Mann und konnte trotzdem aus ganzem Herzen sagen, „Denen, die Gott lieben, werden alle Dinge zum Besten dienen!“  Paulus war davon überzeugt, dass ihn nichts von Gottes Liebe, die er in Jesus Christus bewiesen hat, trennen kann. Auch wenn diese Liebe Gottes verborgen ist, so ist sie dennoch für mich da. Daran will ich festhalten.

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