/ Wort zum Tag

1. Mose 50,17

Bibelvers

Josefs Brüder baten ihn: Nun vergib doch diese Missetat uns, den Dienern des Gottes deines Vaters!

1. Mose 50,17

Tragisch und erschütternd ist die Geschichte von Josef und seinen Brüdern! Diese vierte Generation nach ihrem Stammvater Abraham ist geprägt von Gemeinheiten, Hass, Lügen und Angst. Fremde sind sie in dem Land, in dem sie leben. Und fremd sind sie sich in ihrer Beziehung untereinander. Ob das auch daran liegt, dass sie nicht alle dieselbe Mutter haben?

Einen großen Teil der familiären Querelen verschuldet der Vater – Jakob – selbst. Seine Lieblingsfrau ist Rahel. Sie stirbt bei der Geburt des jüngsten Kindes, Benjamin. Ihre Kinder bevorzugt er. Dazu gehört Josef. Die Kinder von Lea, der anderen Frau, stehen hinten an in der Familien-Hierarchie, obwohl sie älter sind als Josef. Ihn behandelt Jakob als wäre er der Erstgeborene. Ruben, sein erster Sohn ist wesentlich älter als Josef. Doch Josef bekommt mit 17 Jahren einen wunderschönen Mantel geschenkt. Damit stellt  Jakob Josef über alle anderen Geschwister.

Zu allem Überfluss erzählt Josef auch noch von Träumen, die er in dieser Zeit hat. Im ersten Traum stellt er mit seinen Brüdern Getreidegarben auf. Dabei steht seine Garbe senkrecht in der Mitte. Die seiner Brüder verneigen sich davor im Kreis herum. Der zweite Traum ist noch extremer. In dem verneigen sich Sonne, Mond und elf Sterne vor ihm. Als er das öffentlich erzählt, bringt es ihm sogar eine saftige Rüge von Vater Jakob ein.

Danach überstürzen sich die Ereignisse. Bei passender Gelegenheit wollen ihn seine Halbbrüder töten. Zum Glück gelingt ihnen das nicht. Dafür verkaufen sie ihn als Sklaven an durchziehende Händler. Vater Jakob erzählen sie, ein Raubtier muss Josef getötet haben.

Jahre später finden sie wieder zueinander: Josef, seine Brüder und ihr Vater. Eine schwere Dürrekatastrophe bringt sie zusammen. Josef ist inzwischen zweitmächtigster Mann in der Weltmacht Ägypten. In seiner Hand liegt es nun, ob Jakobs Familie die Hungersnot überleben wird. Und Josef sorgt für sie. Er lässt sie zu sich nach Ägypten übersiedeln. Scheinbar ist alles gut geworden. Doch dann stirbt Vater Jakob.

Jetzt reißen Ängste bei den Brüdern alte Wunden auf. Sie können nicht glauben, dass Josef ihnen ihr hässliches Verhalten wirklich vergeben hat. Horrorszenen peinigen sie. Panikartige Angst steigt in ihnen auf. Sie malen sich aus, wie sich Josef an ihnen rächen wird. Dabei tun sie jetzt das, wofür sie ihren Bruder einst töten wollten. Sie verhalten sich genau so, wie es Josef geträumt hat. Sie verneigen sich vor ihm. Ja, noch schlimmer: Sie werfen sich vor ihm nieder und bezeichnen sich als seine Knechte! Fühlen sie sich so schlecht gegenüber ihrem Bruder, dass sie der Vergebung von Josef nicht trauen können? Schade, sie wollen sich mit einer List, mit einer Lüge aus der Situation retten. Der tote Vater muss dafür herhalten. Er habe gesagt, sie sollten Josef bitten ihnen zu vergeben, wenn er gestorben sei.

Warum tun sie das? Reagiert so der Mensch, der in guten Zeiten selbstherrlich nur nach seinem Vorteil fragt? Und der sich in bösen Zeiten herabwürdigt um für jeden Preis zu überleben? Josef durchschaut die Brüder. Er denkt und handelt nicht wie sie. Großartig, was er sagt: „Ihr gedachtet es böse mit mir zu machen, aber Gott gedachte es gut zu machen, um zu tun, was jetzt am Tage ist, nämlich am Leben zu erhalten ein großes Volk. So fürchtet euch nun nicht. Ich will euch und eure Kinder versorgen!“

Damit praktizierte Josef schon Generationen vorher die Feindesliebe, von der später Jesus Christus in seiner Bergpredigt sprechen wird (Matthäus 5,44).

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