/ Wort zum Tag

Josua 24,14

Bibelvers

"So fürchtet nun den HERRN und dient ihm treulich und rechtschaffen und lasst fahren die Götter und dient dem HERRN."

Josua 24,14

Gedenktage - eine Gelegenheit, sich zu erinnern. Sich zu hinterfragen. Nachzudenken.
Vor 75 Jahren endete der 2. Weltkrieg und damit der von uns Deutschen entfachte Massenmord am jüdischen Volk.
Vor 50 Jahren knüpften Israel und die Bundesrepublik Deutschland diplomatische Beziehungen.
Vor 25 Jahren feierten wir die Wiedervereinigung unseres Landes.
40 Jahre nach dem Ende einer Odyssee durch Wüste, Entbehrung und massenhaftem Sterben lädt auch Josua zu einem besonderen Festtag ein.
Aktueller Anlass: Eine beispiellose Aufbruchstimmung im Volk Israel.
Junge Leute gründen Familien. Sie bauen Häuser. Bebauen Felder. Pflanzen Weinberge. Errichten Arbeitsplätze...
Oder fehlt da noch was?
Feierlicher Höhepunkt der Volksversammlung ist eine Festrede des Premiers.
Inhaltlicher Schwerpunkt: Ein geschichtlicher Rückblick. Gespickt mit tiefen Einblicken. Josua sieht in der Flucht aus der Gewaltherrschaft des ägyptischen Diktators keinesfalls einen Akt der Selbsterlösung. Vielmehr hat Gott sein Volk aus der Sklaverei befreit. Er hat seine Leute durch wüste Streckenabschnitte hindurchgeführt. Er hat sie versorgt. Immer wieder aufgerichtet. Sie auf ihr Lebensziel ausgerichtet: Das Leben danach. Ein Leben in Frieden und Wohlergehen. In Freiheit und Würde. Ohne Menschenfurcht. Aber in Ehrfurcht vor Gott.
Nach Präsentation und Interpretation der Geschichte konfrontiert Josua seine jungen Freunde dann mit ihrer aktuellen Situation. Als freie Bürger eines freien Landes haben sie jetzt die angenehme Qual einer freien Wahl. Gut so!
Aber nicht alles ist gut, was auf dem freien Markt nahezu unbegrenzter Möglichkeiten angeboten wird. Was den religiösen Bereich betrifft werden in der neuen Umgebung unzählbare Göttinnen und Götter angepriesen. Als materielle oder ideelle Gottheiten sind sie alle nur von Menschen erdacht. Gemacht. Leblos. Kraftlos. Aber sie können zu ängstlicher Versklavung oder zweifelhafter Verehrung verführen.
Solcher Bindung an falsche Götter stellt Josua die liebevolle Verbindung zu dem Gott ihrer Väter gegenüber. „Entweder dieser eine Gott“, sagt er deshalb beherzt, „oder jene rätselhaften Gestalten. Entweder Glaube, oder Irr- und Aberglaube. Was wollt ihr! Wem wollt ihr dienen! Dem wahren Gott? Dann löst euch von überflüssigem Ballast. Lebt als Erlöste in eurem neuen Zuhause. Dient dem einen HERRN. Tut es mit ungeteiltem Herzen! Und tut es gern!“
So etwa Josua in jener Situation.
„Bravo, mutiger Mann Gottes“, füge ich reflektierend hinzu. Ohne klare Konturen verkümmert das Ideal der Freiheit nicht selten zu einer belanglosen Idee. Wo aber alles gleich gültig ist, werden Menschen oft gleichgültig. Völlig arglos schwimmen viele dann im allgemeinen Meinungsstrom mit. Riskant!
Andererseits aber löst die von Gott geschenkte Freiheit keinen blindwütigen Fanatismus aus. Sie animiert weder zu einem Bildersturm noch zum Kampf gegen Andersdenkende oder Ungläubige. Statt destruktiver Initiativen setzt die freiwillige Bindung an Jesus Christus heute schöpferische Kräfte frei. Gut, Geld oder Geltung verlieren eine eigensüchtige Vorrangstellung. Unter der Herrschaft Jesu werden Anlagen solcher Art zu Gaben umgewandelt, die Gott verherrlichen und dem Wohl Einzelner bzw. einer ganzen Gesellschaft dienen.
Martin Luther, der Reformator der christlichen Kirche, sagt in diesem Zusammenhang:
„Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemand untertan.
Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan“.
 

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