/ Wort zum Tag

Apostelgeschichte 11,23

Gedanken zu Losung/Lehrtext des Tages.

Bibelvers

"Als Barnabas nach Antiochia gekommen war und die Gnade Gottes sah, wurde er froh und ermahnte sie alle, mit festem Herzen an dem Herrn zu bleiben."

Apostelgeschichte 11,23

Neulich habe ich in der Zeitung einen Bericht von einem Mann gelesen, der in seiner Jugend immer gerne Bordellbesitzer werden wollte, sich später aber dem christlichen Glauben zugewandt hat und nun jeden Sonntag in die Kirche geht. In dem Bericht beschreibt er, wie viel Unverständnis und Spott ihm von seinen Freunden begegnet, weil er begonnen hat nach Gott zu fragen. Glauben - das ist für sie einfach nur langweilig.
Dabei ist der christliche Glaube alles andere als langweilig - denn Glauben bedeutet ja auch immer, das Eingreifen Gottes in die eigene Geschichte zu erleben. Besonders spannend wird es, wenn viele Menschen gleichzeitig Gott kennen lernen und erfahren, wie er ihr Leben verändert. Solche Situationen gab es in der Kirchengeschichte immer wieder. Eine davon wird im Neuen Testament beschrieben, in der Apostelgeschichte Kapitel 11.
Folgendes war damals geschehen: Stephanus, einer der führenden Christen in Jerusalem, war auf offener Straße wegen seines Glaubens umgebracht worden. Daraufhin flüchteten viele Juden, die Christen geworden waren, aus der Stadt. Da sie in der jüdischen Kultur aufgewachsen waren, suchten sie Zuflucht in den jüdischen Gemeinschaften, die es in vielen römischen und griechischen Siedlungen im Mittelmeerraum gab. Überall wohin diese Flüchtlinge kamen, brachten sie ihren christlichen Glauben mit und berichteten von dem, was sie in Jerusalem mit Gott erlebt hatten. Dabei suchten sie vor allem das Gespräch und den Zusammenhalt mit den Juden, mit denen sie eine gemeinsame kulturelle Prägung teilten.
Unter der Menge der jüdischen Flüchtlinge aus Jerusalem waren aber auch einige Menschen nichtjüdischer Abstammung, die in Jerusalem zum Glauben an Jesus Christus gefunden hatten. Ihre Flucht endete in der Stadt Antiochia, im Gebiet des heutigen Syrien. Die Flüchtlinge redeten offen von ihrem Glauben - und zwar zur Mehrheitsbevölkerung in Antiochia. Zu Menschen griechischer Abstammung, für die der Gott Israels vollkommen fremd war. Niemand von ihnen hatte vorher eine jüdische Synagoge besucht. Und es geschah, dass durch die Flüchtlinge aus Jerusalem eine große Zahl an Einwohnern Antiochias Christen wurde.
Was in Antiochia passierte, kam den Christen in Jerusalem zu Ohren, die trotz Verfolgung ihres Glaubens immer noch in der Stadt aushielten. Konnte es sein, dass in Antiochia tatsächlich so viele Menschen zum Glauben kamen? So wie vorher beim ersten Pfingstfest in Jerusalem? Menschen, die vorher nie eine Synagoge besucht hatten, die das Alte Testament nicht kannten und vorher noch nie etwas von dem Gott Israels, gehört hatten? Die Christen in Jerusalem schickten einen der Ihren nach Antiochia, um der Sache auf den Grund zu gehen - Barnabas. Und dann heißt es in Apostelgeschichte Kapitel 11 Vers 23:
„Als Barnabas nach Antiochia gekommen war und die Gnade Gottes sah, wurde er froh und ermahnte sie alle, mit festem Herzen an dem Herrn zu bleiben.“
Mich begeistert diese Reaktion von Barnabas. Er hätte die Nase rümpfen können über die frischgebackenen Baby-Christen, die vom Gott Israels und vom Gesetz des Mose überhaupt keine Ahnung hatten. Er hätte kritisch fragen können, ob diese Menschen überhaupt wirklich richtig glauben - unterrichtet nur von einer Handvoll Flüchtlinge.
Barnabas hätte das tun können - so wie es leider manchmal langjährige Christen tun, wenn Menschen zum Glauben kommen und dabei so ganz anders sind als sie selbst. Aber Barnabas hat das nicht getan. In dem, was geschehen war, erkannte er vor allem die Gnade Gottes. Barnabas freute sich darüber - und versuchte den neuen Christen in Antiochia so viel Mut zuzusprechen, wie er konnte.
Als Christ möchte ich gerne ein bisschen sein wie dieser Barnabas: Mich freuen an allem, was Gott im Leben von Menschen in Bewegung bringt. Auch wenn es vielleicht nicht immer in mein eigenes Raster passt. Auch, wenn jemand in meine Kirche geht, der früher davon geträumt hat, Bordellbesitzer zu werden.
 


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