/ Wort zum Tag

Psalm 8,7

Bibelvers

"Du hast den Menschen zum Herrn gemacht über deiner Hände Werk, alles hast du unter seine Füße getan."

Psalm 8,7

Alexander Gerst, der deutsche Astronaut, der im vergangenen Jahr 6 Monate im Weltall zugebracht hatte, schreibt von seinen Eindrücken: "Von außen sieht man: Das Universum besteht vermutlich zu 99,99 Prozent aus schwarzem tödlichen Nichts, … und an einer Stelle gibt es diesen blauen Punkt. Das ist unsere Heimat und die ist nicht von einer robusten Atmosphäre umgeben, sondern von einem zarten Schleier, der uns als einziges schützt.“
Aus dieser Bemerkung  fühle  ich das Staunen heraus, das diesen Mann erfasst hatte.
Über 180 Tage lang beschaut er sich die Erde von dort aus – und ist immer verwunderter darüber, was dieser Blick an Gefühlen und Gedanken in ihm auslöst. Zu derselben Zeit aber hatte sich die politische Lage hier auf der Erde bedrohlich zugespitzt. 
Dort das Staunen eines Alexander Gerst. Hier die offensichtliche Unfähigkeit des Menschen, in Frieden miteinander zu leben und diese Welt, die einzige, die wir haben, zu umsorgen und zu pflegen. Man führt lieber Krieg, um den eigenen Einfluss zu stärken wie in der Ukraine. Oder vertraut auf die Entwicklung von neuen Waffen wie im Nahen Osten. Da möchte uns das Wort Gottes für heute neu ermutigen; der spätere König David singt und betet:
„Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst? Du hast ihn wenig niedriger gemacht als Gott, mit Ehre und Herrlichkeit hast du ihn gekrönt. Du hast ihn zum Herrn gemacht über deiner Hände Werk, alles hast du unter seine Füße getan.“

Ob es dem vermutlich noch jungen David ähnlich erging wie dem Astronauten Gerst – das muss dahin gestellt bleiben.
Man kann sich durchaus vorstellen, dass der junge Hirte David in einer klaren Nacht den Himmel bestaunt. Er ahnt die Weite des Himmels, die nicht zu messen ist. Er spürt andächtig die unfassbare Größe Gottes, der dies alles geschaffen hat.
Er bestaunt, dass dieser hohe und erhabene Gott eine Welt geschaffen hat, die keine menschliche Fähigkeit je wird ausloten können.
Und er begreift plötzlich, welche Stellung dieser Schöpfergott dem Menschen in dieser Welt gegeben hat.
Er bezeichnet den Menschen als gekrönt. Das heißt also: Gott hat dem Menschen eine Königswürde zuerkannt. Nicht nur solchen, die von Menschen dazu erhoben wurden.
Sondern Gott hat jeden einzelnen Menschen zum König in seiner Schöpfung gekrönt.
Machen Sie das einmal praktisch – und schauen Sie sich um: Jeder Mensch, dem Sie heute begegnen, ist von Gott gekrönt. Ebenso Sie selbst!
Zu der Königswürde hinzu kommt diese unglaubliche Berufung, die David erkennt:
„Du hast ihn zum Herrn gemacht über deiner Hände Werk; alles hast du unter seine Füße getan.“
Dieser Auftrag, diese Berufung kommt von Gott selbst. Dann gibt Gott auch den Maßstab vor für diese Aufgabe des Menschen.
Dann hat unser Tun sich stets messen zu lassen an Gottes Weise, in dieser Welt zu herrschen. Und das ist eine Weise, die geprägt ist von Fürsorge und Liebe.
Unser Blick in die Geschichte der Menschheit und auch in unsere Gegenwart zeigt allerdings: Von dieser Art Gottes hat sich der Mensch leider nicht leiten lassen.
Die Herrschaft des Menschen wirkte eher zerstörend ein auf das Wunder der Schöpfung.
Wir sind beauftragt und gekrönt – und leben doch nur dem, was wir meinen, dass es uns was bringt. Damit ich – ja ich – und immer nur ich – auch ja vorkomme und was vom Leben habe.
Der Mensch ist von Gott mit allem ausgestattet, was er zum Leben braucht. Was sein Leben erfüllt. Aber wir sind getrieben von unserer Unzufriedenheit.
Es geht aber auch anders.
Dieser andere Umgang beginnt mit der Freude an Gottes Schöpfung, mit dem Dank für das, was Er gegeben hat. Und mündet ein in die Bitte: „Herr, zeig mir heute, wo ich deine Berufung ganz konkret leben soll.“

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