/ Wort zum Tag

1. Korinther 14,1.3

Bibelvers

"Strebt nach der Liebe! Bemüht euch um die Gaben des Geistes, am meisten aber um die Gabe der prophetischen Rede! Wer prophetisch redet, der redet den Menschen zur Erbauung und zur Ermahnung und zur Tröstung."

1. Korinther 14, 1- 3

Da fragt mich einmal jemand: „Was ist das Prädikat eines Christen“, also was zeichnet einen Christen aus? Ich denke einen Augenblick nach und antworte ihm dann: „Die Liebe.“
Ja, die Liebe zeichnet uns aus, denn unser Gott ist die Liebe in Person. Diese Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist. Deshalb kann Paulus die Christen in Korinth und uns auch auffordern: „Strebt nach der Liebe!“
Das soll also unser Ziel sein: ein Leben, das von der Liebe bestimmt wird.
Alle Gaben, die Gott uns schenkt, sollen von dieser göttlichen Liebe geprägt sein.

Wie ist das aber nun mit den Gaben, fallen die uns einfach zu? Wenn ich Paulus hier richtig verstehe, dann fordert er uns auf, uns um Gaben, die Gott schenken will, zu bemühen. Gott schenkt sie, aber wir sind nicht ganz unbeteiligt.
Dabei liegt Paulus eine Gabe besonders am Herzen. Die Gabe der prophetischen Rede. Immer wieder habe ich darüber nachgedacht, warum das so ist. Unter prophetischer Rede habe ich mir früher Reden über zukünftige Dinge, vorgestellt. Was kommt auf uns zu? Wie geht es weiter mit dieser Welt, usw.?
Bis mir irgendwann einmal klar wurde, prophetische Rede meint etwas anderes. Hier geht es darum, das Wort Gottes in die jeweilige Zeit zu übertragen. Die Frage ist dann nicht, was kommt auf uns zu, sondern was sagt mir das Wort Gottes heute, in der Zeit, in der ich lebe. Die Texte der Bibel sind ja nicht neu. Sie sind ja in eine ganz bestimmte Zeit hineingesprochen. Nun gibt es fromme Menschen, die versuchen diese lange Zeit einfach zu überspringen. Sie meinen, man müsse alles genauso heute leben, wie es damals gesagt oder geschrieben wurde. Ich glaube, dass das so nicht stimmen kann. Wenn man aufmerksam liest, wie Jesus mit seiner Bibel, dem Alten Testament umgegangen ist, wird das doch schon deutlich. Er nimmt Stellen aus dem Alten Testament und deutet sie in seine Zeit. Jesus war nun ganz bestimmt jemand, der die prophetische Rede beherrschte. Darauf kommt es aber zu jeder Zeit an, das Gottes Wort in diese Zeit hinein ausgelegt und verstanden wird. Deshalb ist es Paulus so wichtig, dass die Gabe der prophetischen Rede auf jeden Fall in den Gemeinden nicht zu kurz kommt. Gott will ja in jeder Zeit verstanden werden. Deshalb mühen sich Menschen immer wieder, die Bibel in die Sprache der Zeit zu übertragen. Das Wort Gottes ist Lebenswort. Es gehört in den Alltag unserer Welt. Hier und heute soll es von uns gelebt werden. Paulus sagt, dieses prophetische Wort bewirkt dann auch etwas bei den Menschen. Es baut sie auf. Es korrigiert sie, zeigt also Irrwege auf und es spendet Trost. Genau das brauchen wir auch in unseren Tagen. Menschen die vom Geist Gottes begabt, ermutigen können und auch zu echten Wegweisern für uns alle werden.

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