/ Wort zum Tag

Matthäus 5,7

Das ist ein schönes Wort: „Barmherzigkeit“. Das tut so richtig gut. Nicht nur damals, als Jesus in der Bergpredigt seinen Jüngern gesagt hat, welch ein Glück die Barmherzigkeit ist. Mir fällt ein, wie Professor Thielicke uns die unbegreifliche Erbarmung Gottes erklärt hat: Man könne sie logisch nicht verstehen, sondern sich am besten jenem Lied anschließen: Mir ist Erbarmung widerfahren, Erbarmung deren ich nicht wert…, wo verwundert gefragt wird: Wo kam dies her, warum geschichts? und geantwortet: Erbarmung ists und weiter nichts!    
Erbarmung ist im Herzen der Bereich, wo das Mitleid zuhause ist. Schon im Alten Testament wird Gottes Mitleid mit einer Mutter verglichen, die ihr Kind nicht vergessen kann. Bereits im ersten Mose-Buch bezeugt Jakob: „Herr, ich bin zu gering aller Barmherzigkeit.“ - In Psalmen wird gesagt: „Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen.“ Und: „Lobe den Herrn, der dich krönet mit Barmherzigkeit.“
Wenn man den heutigen Satz der Bergpredigt „Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen“, allerdings herauslöst aus dem Zusammenhang, könnte man vermuten, dass Gott nur denen barmherzig ist, die selbst barmherzig sind - nach dem Motto: Wie du mir, so ich dir. Aber hundertfach steht in der Bibel, dass der himmlische Vater sich zunächst bedingungslos seiner Kinder erbarmt. Zum Beispiel in Klagelieder 3: „Die Barmherzigkeit des Herrn ist alle Morgen neu.“
Und die Weihnachtsgeschichte sagt, „dass Jesus uns besucht hat durch die herzliche Barmherzigkeit unsers Gottes“.
Um den Ausdruck „barmherzig“ besser zu verstehen, lassen wir das „b“ einmal weg, also „arm-herzig.  „Arm-herzige“ sind Leute, deren Herz bei den Armen ist. Deren Herz nicht an den Reichen und Schönen hängt. Sondern an den Armen und Bedürftigen.
Dass jemand glücklich ist, wenn er Armen hilft, scheint unsrer Erfahrung zu widersprechen. Aber Jesus sagt es. Als er auf der Erde war, hatte er wenig Umgang mit Siegertypen. Sein Herz war besonders bei den Trauernden, den Armen.
Gern würde ich heute mal zu Ihnen nachhause kommen und schauen, ob Sie glücklich aussehen. Und Sie fragen, woher das kommt… Kürzlich hörte ich im Fernsehen den Ausruf einer Menschenmenge: „Glückselig ist die Fasenacht“. Es schauderte mich, weil ich an die Bergpredigt dachte, wo Jesus sagt: Glücklich sind die Sanftmütigen, die Barmherzigen.
Wer von uns Bedürftige unterstützt und umbetet, wird erleben, dass dabei sein Liebes-Konto nicht leer wird, sondern aufgefüllt - durch Gott und die Armen selbst.
Nochmals:  Ich möchte gern in Ihr Gesicht schauen, ob sich da die Dankbarkeit eines Armen spiegelt, den Sie in diesen Tagen glücklich gemacht haben.
Übrigens: Das Erbarmen ist nicht ein Hobby von weichherzigen Christen. Es ist uns allen geboten. Und angeboten als eine Frucht des Hl. Geistes. Jesus erzählt von einem Samariter, der mit Herzblut einem Blutenden half.  Und ich bin mir sicher, dass der eigentliche Barmherzige Samariter Jesus selbst ist, der sein Blut für uns gibt.
Die höchste Dimension des Glücks ist die Seligkeit.  Spätestens dort sehen wir, dass – wie Luther sagt – Gott ein glühender  Backofen voller Liebe ist. Seien wir auch wie er heiß-herzig, wenigstens warm-herzig. Dann wird es durch Sie etwas wärmer auf der Welt.
 

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